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Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve gegen VfB Hilden

Fußball : Mit Köpfchen zum Traumstart

Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve - VfB 03 Hilden 3:0 (2:0). Zielstrebige Rot-Blaue gelingt durch drei Standardtore ein Auftakt nach Maß. Hildens Trainer Marc Bach sagte: „In allen Bereichen müssen unsere Abläufe besser werden.“

Am Klever Bresserberg war eigentlich alles angerichtet für ein Fußballfest. Strahlender Sonnenschein, 420 Anhänger und endlich wieder Oberligafußball. Sogar die Kicker des 1. FC zeigten sich in ihren neuen Trikots. Doch ein Makel hatte der Beginn für die Mission Oberliga: Der Schall der Stimme des Stadionsprechers erreichte die Haupttribüne kaum, weshalb eine wagemutige Mutmaßung nur den aufmerksamsten Zuhörern zuteil wurde: „Hoffentlich wird diese Saison genauso erfolgreich wie die vergangene.“ Da wurden die Klever jedoch Meister, nun ist der Klassenerhalt das Ziel. Auf dem Weg dorthin punktete die Elf von Umut Akpinar gegen den VfB 03 Hilden erstmalig dreifach. Sebastian van Brakel, Tim Haal und Nedzad Dragovic trafen zum 3:0-Erfolg. „Wir haben zu leicht verloren und hatten dem Klever Umschaltspiel zu wenig entgegenzusetzen. In allen Bereichen müssen unsere Abläufe besser werden“, sagte VfB-Trainer Marc Bach.

Den Ausfall von Pascal Hühner, der gesperrt auf der Tribüne Platz nehmen musste, kompensierte Kleves Trainer kreativ: Während Abdullo Saidov auf der offensiven Halbposition begann, sicherte Innenverteidiger Konrad Kaczmarek auf der rechten Abwehrseite ab. „Wir haben zwar keinen breiten Kader, dafür aber viele Spieler, die flexibel einsetzbar sind“, konstatierte Akpinar, der von Beginn an ein hellwaches Team coachte. In der dritten Spielminute fand Levon Kürkciyan mit seiner Ecke maßgenau den Kopf von van Brakel, der mühelos aus zwei Metern einnetzte.

So waren die Rollenkarten bereits früh verteilt: Kleve machte Druck, Hilden lief hinterher. „Wir haben explizit auf die guten Standards der Klever hingewiesen. Da sind solche Momente bitter“, meinte Bach. Ein haarsträubender Fehlpass von Spielführer Fabio Forster leitete in der 18. Minute die erste gute Gelegenheit der Gäste ein. Hildens Stürmer Pascal Weber schaltete schnell, doch ehe sein Schuss aufs Klever Gehäuse zufliegen konnte, grätschte Fatih Duran entscheidend dazwischen. Auf der Gegenseite hätte Mike Terfloth mit einem Abschluss von der rechten Seite nach 25. Zeigerumdrehungen auf 2:0 stellen können. Dieser verfehlte das Ziel jedoch knapp. Besser machte es Tim Haal, der in Folge eines Freistoßes von Forster erneut mit dem Kopf aus kurzer Distanz für sein Team erhöhte. Noch vor dem Seitenwechsel hätten die Gastgeber gar für die Entscheidung sorgen müssen, als Terfloth mit viel Übersicht im Strafraum Kürkciyan bediente, der freistehend allerdings Torhüter Sube traf.

Zeuge einer ähnlichen Szene wurde der Klever Anhang nach einer Stunde, als Kürkciyan den aufgerückten Kaczmarek im Strafraum bediente. Der Schuss des 24-Jährigen wurde jedoch in höchster Not geblockt. Dass auch die Mannschaft von Bach nach Standards gefährlich werden kann, zeigte sie in der 73. Spielminute. Den Kopfball von Vato Murjikneli hielt Andre Barth aber glänzend. Weniger geistesgegenwärtig präsentierte sich in der Folge Sube: Nach einem Konter schickte Kürkciyan Michel Wesendonk tief. Der Neuzugang legte den Ball am Gäste-Tormann vorbei, der Wesendonk nur noch mit einem Foul legen konnte. Den folgerichtigen Elfmeter verwandelte Dragovic eiskalt in die rechte Torecke. So durften die Balltreter des FC einen ungefährdeten Sieg feiern: „Ich bin mit den meisten Phasen unseres Spiels zufrieden, aber das haben wir uns mit viel Fleiß erarbeitet“, sagte Akpinar. Dass seine Elf nun in Euphorie verfällt, glaubt er nicht: „Die Jungs haben gemerkt, dass die Oberliga ein anderes Niveau ist. Sie müssen hier wahnsinnig viel leisten. Heute haben sie genau das getan.“ Und auch die Stadion-Akustik zeigte sich schlussendlich oberligareif: Die Verlautbarung des Endstands war wieder im ganzen Stadion hörbar.