Fortuna

Bilder zur Fortuna
Fortuna nach Noten
Videos

Fortuna spielt wieder in der 1. Bundesliga. Darauf haben die Fans sehnlichst gewartet. Schließlich war die Landeshauptstadt Düsseldorf unter den Top-Acht der größten Städte in Deutschland die einzige, die in der Saison 2017/18 keinen Bundesliga-Fußball anbieten konnte.

Diesen gab es zuletzt im Mai 2013 zu bestaunen, als Fortuna Düsseldorf - Deutscher Meister von 1933 - nach nur einem Jahr in der Bundesliga in die zweite Liga zurückkehren musste. Es war der bis dato fünfte Abstieg für die Flingeraner aus der Bundesliga. Doch nun ist die Leidenszeit der Fortuna-Fans vorerst vorbei. Am 28. April 2018 gelang dem Klub der sechste Bundesliga-Aufstieg in seiner Vereinsgeschichte – Düsseldorf ist nach fünf Jahren wieder erstklassig.

Aufstieg von Fortuna Düsseldorf

Blicken Sie auf die genaueren Jahreszahlen der Auf- und Abstiege, so werden Sie auf interessante Fakten treffen. Zwischen dem ersten und zweiten Bundesliga-Aufstieg der Fortuna lagen fünf, zwischen dem zweiten und dritten 18 Jahre. Die Zeitspanne zwischen dem dritten und vierten Sprung in die Bundesliga betrug sechs Jahre, nach dem vierten Aufstieg dauerte es 17 Jahre, bis es Düsseldorf zum fünften Mal in die erste Liga geschafft hatte. Wäre dieser Rhythmus beibehalten worden, wäre die Fortuna erst 2019 wieder aufgestiegen – also sieben Jahre nach der bis dato letzten Rückkehr in die Bundesliga.

Gar kein gutes Omen war dagegen die jüngere Verweildauer der Düsseldorfer in der Bundesliga. Nach dem Aufstieg 1989 blieben die Fortunen für drei Jahre im Fußball-Oberhaus, nach der Rückkehr 1995 waren es nur noch zwei Jahre, und vor dem jüngsten Abstieg 2013 spielte die damals von Norbert Meier trainierte Mannschaft nur noch eine Saison erstklassig. Man hätte also meinen können, die lange Düsseldorfer Bundesliga-Historie hat bereits vor einigen Jahren ein Ende genommen. Mit dem Aufstieg 2018 hat die Fortuna diese Theorie aber endgültig zu den Akten gelegt. Trainer Friedhelm Funkel konnte zudem seinen Bundesliga-Rekord ausbauen: Für ihn war es der sechste Aufstieg als Trainer in die Bundesliga. An diese beeindruckende Statistik kommt kein anderer Trainer heran.

Zahlen und Fakten zu Fortuna Düsseldorf

Aufgrund der vielen Abstiege ist es nicht verwunderlich, dass Fortuna Düsseldorf in der ewigen Tabelle der Bundesliga nicht auf den vorderen Plätzen, sondern mit dem 19. Rang eher im oberen Mittelfeld zu finden ist. In 23 Jahren, in denen die Flingerner erstklassig gespielt haben, sind einige interessante Rekorde entstanden. Die Fortuna gehört zu einem von sieben Klubs, die den Durchmarsch von der dritten bis in die erste Liga geschafft haben. Wahre Fortuna-Fans werden die Jahreszahlen wie aus der Pistole geschossen nennen können, oder? Na klar. Von 1993 bis 1995 gelang den Düsseldorfern mit Kult-Trainer Aleksandar Ristic dieses Kunststück. Die Fortuna war außerdem am torreichsten Spiel beteiligt, das mit nur einem Treffer Unterschied beendet wurde. Am 7. Juni 1975 fielen vor 32.000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion gegen den FC Bayern München elf Treffer – nach 90 Minuten war es die Fortuna, die sich mit 6:5 durchgesetzt hatte. Nur drei Jahre später fügte Düsseldorf dem FC Bayern München mit einem 7:1 eine weitere schmerzhafte Niederlage zu. Für die Münchener ist es bis heute die höchste Auswärtsniederlage in der Vereinsgeschichte.

Zu den elf Spielern, die beim historisch deutlichen Sieg über die Bayern in der Startformation waren, zählte ein Düsseldorfer Rekordspieler. Gerd Zewe hat mit 440 Partien für die Fortuna die meisten Bundesligaspiele absolviert und dabei 42 Tore erzielt. Bei beiden Pokalsiegen in den Jahren 1979 und 1980 war er ein fester Bestandteil der Mannschaft. 2016 wurde ihm eine besondere Ehre zuteil, als ihn die Fortuna nach Hans Meck zum zweiten Ehrenspielführer erkoren hatte.

Fortuna Düsseldorf und die Toten-Hosen-Trikots

Gerd Zewe war nicht mehr bei der Fortuna, als es beim Traditionsverein aus finanzieller Sicht klamm wurde. Die Flingeraner standen mehrmals vor der Insolvenz, wurden aber vor allem durch das Engagement der Toten Hosen mehrfach vor dem Bankrott gerettet. Als die Rockband um Frontmann Campino in der Saison 1989/90 auf Tournee war, spendete sie von jedem verkauften Ticket jeweils eine Mark an die Fortuna. Insgesamt wurden 150.000 DM gesammelt. Der Düsseldorfer Klub investierte die Spende in die Verpflichtungen von Spielern. Wenige Jahre später gaben die Toten Hosen einen Erlös aus CD-Verkäufen in Höhe von 80.000 DM an den Verein weiter, um die Gründung des Fanprojekts Düsseldorf zu ermöglichen.

Prekär wurde es zu Beginn des neuen Jahrtausends. Eine Zeit, an die sich die hartgesottenen Fans ungerne zurückerinnern. Nach einer schwachen Saison 2001/2002 in der dritten Liga war Fortuna Düsseldorf sportlich abgestiegen und hatte acht Millionen DM Schulden. Die Insolvenz und die Einstellung des Spielbetriebs drohte. Doch das Blatt wendete sich - dank der Toten Hosen. Sie boten der Fortuna als neuer Haupt- und Trikotsponsor ihre Hilfe an und stellten für zwei Spielzeiten insgesamt eine Millionen DM zur Verfügung. Die Düsseldorfer blieben in der dritten Liga, da andere Vereine in noch größeren Schwierigkeiten steckten und keine Lizenz bekamen. Anders als die Fortuna, bei der vor allem der Trikotverkauf boomte. In der ersten Saison mit den Toten Hosen als Sponsor wurden rund 20.000 Trikots verkauft. Nur die Bayern hatten in dieser Spielzeit mehr Shirts verkauft. Zwar gab es später den Abstieg in die Oberliga, doch die finanzielle Zukunft war gesichert. Dies sollte sich auch sportlich wieder bemerkbar machen, wie wir alle wissen.

Fortunas Erfolge und Rekorde in Pokalwettbewerben

Um aus sportlicher Sicht wieder auf positive Fakten sprechen zu kommen, denken die Fans von Fortuna Düsseldorf gerne an die Triumphe im DFB-Pokal zurück. Auch wenn diese schon etwas länger her sind. Gegen Ende der 1970er-Jahre erlebte die Fortuna die erfolgreichste Zeit im größten deutschen Pokalwettbewerb. Nachdem Düsseldorf 1978 im Finale am Rivalen 1. FC Köln 0:2 gescheitert war, klappte es in den beiden darauffolgenden Jahren besser. Erst siegte die Fortuna mit 1:0 nach Verlängerung gegen Hertha BSC Berlin. Ein Jahr später folgte mit einem 2:1-Erfolg die Revanche am 1. FC Köln.

In dieser Zeit stellten die Flingeraner einen Rekord auf, der bis in die heutige Zeit anhält. Zwischen August 1978 und Februar 1981 fuhren die Düsseldorfer 18 Siege in Folge ein, was bisher keiner anderen Mannschaft im DFB-Pokal gelungen ist. Zudem reiht sich der Verein in die Liste der wenigen Teams ein, die mit zwei Pokaltriumphen in Serie die bisherige Bestmarke halten. Neben der Fortuna konnten lediglich der Karlsruher SC, Bayern München, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln und der FC Schalke 04 den DFB-Pokal verteidigen. Über solche Pokalerfolge konnten sich die Fans in der jüngeren Geschichte nicht mehr freuen. Im laufenden Jahrhundert kam die Fortuna lediglich zweimal ins Achtelfinale, zu mehr hat es bisher nicht gereicht.