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Borussia Mönchengladbach verliert Derby gegen den 1. FC Köln mit 1:2

Derby-Niederlage : Harmlose Borussia enttäuscht gegen den 1. FC Köln

Ausgerechnet das Derby gegen den 1. FC Köln hat Borussia Mönchengladbach die erste Niederlage im Jahr 2021 beschert. Dabei enttäuschten die Gladbacher, die den Gästen den Siegtreffer selbst auflegten.

„Wir wollen die maximale Frische auf dem Platz“, hatte Gladbachs Cheftrainer Marco Rose vor dem Anpfiff gesagt. Mit sieben Neuen in der Startelf im Vergleich zum 2:1-Sieg unter der Woche im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart rotierte er sein Team einmal kräftig durch. Neben Torwart Yann Sommer bekamen auch Tony Jantschke, Oscar Wendt, Denis Zakaria, Patrick Herrmann, Breel Embolo und Hannes Wolf ihren Startelf-Einsatz.

Bei den Kölnern, die unter anderem auf Kapitän Jonas Hector, Sebastiaan Bornauw und Marius Wolf verzichten mussten, hatte wenige Stunden vor dem Anpfiff noch ein Nebenschauplatz für Unruhe gesorgt - dabei hatten sich die Spieler den Ärger selbst eingehandelt. Ein paar Dutzend Fans hatten den Mannschaftsbus am Freitagabend mit einer Pyro-Show vom Trainingsgelände verabschiedet. Das Problem: Auf einem Video, das im Bus aufgenommen wurde, war zu hören, wie FC-Profi Dominick Drexler die eigenen Fans als „Spacken“ bezeichnete. Am Samstagnachmittag folgte eine öffentliche Stellungnahme des Klubs samt Entschuldigung.

Dass die Kölner davon ab dem Anpfiff des 92. Bundesliga-Rheinderbys vollkommen unbeirrt waren, stellten sie in der dritten Minute in Person von Elvis Rexhbecaj unter Beweis, der den Gladbachern das zweite frühe Gegentor in dieser Woche bescherte. Rexhbecaj, zentraler Mittelfeldspieler der Kölner, lief ungestört in die Tiefe ein. Ondrej Duda erkannte das und spielte genau im richtigen Moment einen Steilpass. Denis Zakaria ließ Rexhbecaj im Rücken entwischen und konnte nur noch zusehen, wie Sommer ohne Chance blieb. 0:1 nach 135 Sekunden – das früheste Bundesliga-Tor der Kölner seit 15 Jahren. In Stuttgart hatte sich die Rose-Elf das Gegentor nach 94 Sekunden gefangen.

Die Borussen tauchten in der neunten Minute das erste Mal vor dem Tor von Timo Horn auf. Breel Embolo nahm eine Flanke von Stefan Lainer direkt, doch sein Schuss ging weit über das Tor. Besser machte es Florian Neuhaus sieben Minuten später. Nach einem Querpass von Kapitän Lars Stindl zog er von der Strafraumkante einfach mal flach ab – erst kam Salih Özcan an den Ball, dann wurde dieser auch noch von Jorge Meré touchiert, wodurch Horn keine Chance hatte.

Das Derby war umkämpft, in den Zweikämpfen hielten sich die Borussen nicht zurück. Auf Seiten der Gladbacher sahen Stindl und Herrmann völlig zu Recht Gelb für ihr Einsteigen im Mittelfeld. Szenen in beiden Strafräumen blieben in der ersten Halbzeit rar. Vorne schaffte es die Borussia nicht, für Gefahr zu sorgen. Die Offensive um Herrmann, Embolo und Wolf blieb weiter ohne große Torchancen, ähnlich sah es aber auch bei den Kölnern aus. Mit 3:2 Torschüssen ging es in die Kabine.

Rose verzichtete auf Wechsel, musste fünf Minuten nach Wiederanpfiff aber Christoph Kramer für Zakaria bringen. Zakaria, der in der ersten Hälfte mit Mitspieler Neuhaus zusammengeprallt war und danach offenbar Schmerzen am Knie verspürte, musste verletzungsbedingt raus.

Die Gladbacher wollten nun das Spiel an sich reißen. Stindl versuchte es aus der Ferne, Embolo wurde einschussbereit von Meré gestoppt. Das Tor fiel dann in der 55. Minute auf der anderen Seite unter großzügiger Mithilfe der Borussen. Der eingewechselte Kramer schirmte einen Ball auf der rechten Außenlinie in Höhe des Sechzehners ab und passte rüber auf Lainer, dessen Zuspiel Rexhbecaj abfing. Wieder alleine vor Sommer schloss er dieses Mal aus spitzem Winkel zur erneuten Führung ab.

Rose reagierte darauf umgehend mit einem Dreierwechsel. Alassane Plea, Marcus Thuram und Jonas Hofmann ersetzten Herrmann, Embolo und Wolf. Die nächste Szene gehörte aber wieder den Gästen. Duda zwang Sommer nach einem Konter mit einem Flachschuss zu einer guten Parade.

Deutlich mehr Ballbesitz hatten die Gladbacher, die in der Schlussphase noch mal versuchten, Druck zu erzeugen. In der 78. Minute hatte Stindl eine große Chance auf den Ausgleich, traf den Ball aus zentraler Position aber nicht richtig.

Es blieb trotz fünfminütiger Nachspielzeit beim 1:2, der ersten Borussen-Niederlage im Jahr 2021. Damit vergaben die Gladbacher die Chance, die ihnen die Niederlagen von Borussia Dortmund, Union Berlin und dem VfB Stuttgart ermöglicht hatten. 32 Punkte bedeuten nach 20 Bundesliga-Spieltagen Rang sieben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Köln: die Fohlen in der Einzelkritik