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"Spacken": Video aus Mannschafts-Bus des 1. FC Köln sorgte vor Derby für Aufregung

Mannschaft bittet um Entschuldigung : Video aus dem Kölner Bus sorgte vor Derby für Ärger

Es war bis zum Derbysieg in Gladbach nicht die Woche des 1. FC Köln. Vor dem Spiel regte viele Fans auch noch ein Video aus dem Mannschaftsbus auf, in dem die FC-Spieler recht teilnahmslos auf eine Anfeuerungsaktion vor dem Derby reagierten.

Nicht einmal eine Woche ist es her, dass der 1. FC Köln sein erstes Bundesliga-Heimspiel seit Beginn der Corona-Pandemie gewinnen konnte und durch das 3:1 gegen Arminia Bielefeld vom Relegationsplatz auf Rang 14 springen konnte.

Seitdem hat nicht nur die Posse um die Neubesetzung des Mediendirektor-Postens mächtig Staub aufgewirbelt. Die Konsequenz: Fritz Esser wird den Job beim FC nun doch nicht antreten, weil er in seiner Funktion als Redakteur bei der „Bild“-Zeitung einst ein paar politisch fragwürdige Thesen öffentlich vertrat. Am Mittwoch folgte dann das Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Zweitligist Jahn Regensburg - im Elfmeterschießen und trotz 2:0-Führung.

Der Samstag war Derby-Tag, Köln trat an bei Borussia Mönchengladbach. Und trotz der miesen Stimmung bescherten einige Fans ihrer Mannschaft am Freitagabend eine feurige Abfahrt vom Geißbockheim: An der Franz-Kremer-Allee standen ein paar Dutzend FC-Anhänger, zündeten Feuerwerkskörper und Bengalos und schickten ihr Team auf die Reise ins Hotel.

Ein Video aus dem Mannschaftsbus hatte die Aktion festgehalten, und genau dieses sorgte wenige Stunden vor dem Anpfiff in Gladbach (18.30 Uhr) für mächtig Ärger in der Fanszene: Nach wenigen Sekunden ist zu hören, wie FC-Spieler Dominick Drexler das Wort „Spacken“ sagt.

Die Kölner Geschäftsführung habe Kenntnis von dem Video, schrieb der „Express“ zunächst am Samstag. „Wir werden die richtigen Schlüsse daraus ziehen“, sagte Finanzchef Alexander Wehrle. Wie die Aufnahme den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hatte, war zunächst unklar. Die Fans des FC reagierten mit scharfer Kritik und Unverständnis in den sozialen Netzwerken.

Drei Stunden vor dem Anpfiff veröffentlichte der Klub eine Stellungnahme auf seiner Webseite, die mit einer Entschuldigung Drexlers beginnt. „Ich bin mit dem FC aufgewachsen und Fan, seit ich denken kann und habe früher selbst in der Kurve gestanden. Dass meine Aussagen einen großen Teil unserer Fans verletzt haben und sie es als beleidigend empfunden haben, kann ich deshalb absolut verstehen. Dafür möchte ich mich bei unseren Fans, insbesondere bei denen die gestern dabei waren, aufrichtig und von Herzen entschuldigen“, wird Drexler zitiert.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Unfassbar 🤬🤬🤬 Wer seine eigenen Fans Spacken nennt, der hat dieses Trikot nicht verdient. 💯🔴⚪️ <a href="https://twitter.com/effzeh?ref_src=twsrc%5Etfw">@effzeh</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/fans?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#fans</a></p>&mdash; Lukas-Podolski.com (@Podolski10) <a href="https://twitter.com/Podolski10/status/1358053735948296192?ref_src=twsrc%5Etfw">February 6, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Der Versuch eines Schulterschlusses hat am Ende wohl das Gegenteil bewirkt. „Unfassbar“, twitterte Klub-Legende Lukas Podolski und schickte drei erboste Emojis hinterher. „Wer seine eigenen Fans Spacken nennt, der hat dieses Trikot nicht verdient.“ Ob ihn das Statement der kompletten Mannschaft beschwichtigen wird? „Uns allen ist die Bedeutung des Derbys bewusst – und der Support bei der Abfahrt hat uns alle sehr gefreut. Das belegt die Tatsache, dass viele von uns Videos gemacht haben, die wir an Familie und Freunde verschickt haben“, heißt es darin. Man wolle „ein richtig gutes Spiel machen und leidenschaftlich kämpfen“ in Gladbach.

Das gelang den Kölnern tatsächlich. Nach dem 2:1 in Gladbach nahm Gisdol seinen Spieler nach Verunglimpfungen der eigenen Fans in Schutz, schloss Sanktionen aber nicht aus. „Da werden wir sicherlich nächste Woche nochmal in Ruhe drüber sprechen.“ Drexler hatte dennoch zum Kader gehört. „Er ist ein Spieler, der einen großen Fehler begangen hat. Aber der Junge hat sich aufrichtig entschuldigt. Deswegen war er heute auch im Kader. Das würde er im Normalfall auch niemals so sagen“, befand Gisdol weiter. „Alles weitere wird man dann in den nächsten Tagen sehen.“