1:2 gegen Leverkusen Standardschwäche wird Borussia erneut zum Verhängnis

Analyse | Mönchengladbach · Borussia hat dem Erfolg in München keinen Sieg folgen lassen: Gegen Bayer Leverkusen gab es daheim ein 1:2. Zwei Standards führten zu den Toren der Gäste in einem Spiel, bei dem Trainer Adi Hütter mit seiner Aufstellung für eine Überraschung gesorgt hatte – und Yann Sommer Besonderes leistete.

Unglückliches Szene beim Debüt: Borussias Marvin Friedrich verursachte einen Elfmeter gegen Karim Bellarabi.

Unglückliches Szene beim Debüt: Borussias Marvin Friedrich verursachte einen Elfmeter gegen Karim Bellarabi.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Ein Geisterspiel blieb Borussia erspart: 750 Zuschauer durften Gladbachs Heimpartie am Samstagabend gegen Bayer Leverkusen im Borussia-Park verfolgen – und begrüßten ihr Team entsprechend herzlich, als es zum Warmmachen auf den Platz kam. Nach dem Spiel war die Enttäuschung bei den Borussen groß.

Borussia Mönchengladbach: Noten und Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen
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Borussia - Bayer 04: die Fohlen in Einzelkritik

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Wie sah Gladbachs Aufstellung aus? Trainer Adi Hütter wechselte im Vergleich zum 2:1-Erfolg in München auf zwei Positionen: Laszlo Bénes kam für Christoph Kramer in die Anfangsformation und besetzte den Platz auf der Doppelsechs neben Manu Koné. Kramer war wegen seiner Erkältung ebenso nicht im Kader wie Denis Zakaria, der sich eine Zerrung im Hüftbereich zugezogen hat. Und dann entschied sich Hütter, seine Dreierabwehr umzubauen und Zugang Marvin Friedrich gleich von Beginn an zu bringen. Allerdings musste dafür nicht Routinier Tony Jantschke weichen, sondern Nationalspieler Matthias Ginter, der auf der Bank Platz nahm. Jantschke verteidigte links in der Dreierreihe und unterstützte Schienenspieler Luca Netz, Friedrich übernahm den halbrechten Part, während Nico Elvedi wieder zentral verteidigte. Wie in München setzte Hütter auf das 3-4-2-1-System – mit den Zehnern Lars Stindl und Florian Neuhaus sowie der Sturmspitze Breel Embolo.

Wie fielen die Tore? Es war ein Treffer im zweiten Anlauf, den Bayer in der 51. Minute erzielte: Torwart Yann Sommer hatte zunächst einen Foulelfmeter von Patrik Schick glänzend pariert – Marvin Friedrich hatte Karim Bellarabi gefoult –, doch mit der folgenden Ecke gingen die Gäste dann doch noch in Führung. Florian Wirtz schlug den Eckball, Robert Andrich setzte sich im Zentrum gegen Tony Jantschke durch und schoss aus wenigen Metern Entfernung ein. Auch das 0:2 fiel nach einem Standard der Gäste: Diesmal schlug Kerem Demirbay einen Freistoß in den Strafraum, den Schick ins Tor verlängerte (74.). Borussia kam jedoch nochmal zurück. Nach einem weit geschlagenen Eckball nahm der eingewechselte Alassane Plea den Ball volley, den Abpraller brachte Nico Elvedi im Tor unter (81.).

Borussia Mönchengladbach - Bayer 04 Leverkusen: die Bilder des Spiels
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Gladbach - Leverkusen: die Bilder des Spiels

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War das Ergebnis angemessen? Leverkusen war der verdiente Sieger. Die Gäste gefielen durch ein saubereres Kombinationsspiel und kamen vor allem über ihre schnellen Außenbahnspieler immer wieder gefährlich in Strafraumnähe. Allerdings schlugen sie zunächst kein Kapital daraus, weil die Hereingaben ungenau blieben. Die erste echte Torchance hatte Gladbach, als Neuhaus Lukas Hradecky prüfte (16.). Es folgte Gladbachs stärkste Phase, klare Möglichkeiten blieben aber bis zum Halbzeitpfiff Mangelware. Das änderte sich nach der Pause zumindest für Leverkusen. Zwei Elfmeter parierte Yann Sommer und zeigte noch weitere gute Paraden. Borussia wurde letztlich ihre Schwäche bei gegnerischen Standards zum Verhängnis, selbst wurde sie zu selten wirklich gefährlich.

Welche Borussen fielen auf? Marvin Friedrich stand naturgemäß besonders im Fokus bei seiner Premiere. Der 26-Jährige, der am vorigen Spieltag noch mit Union Berlin gegen Leverkusen gespielt hatte, machte seine Sache zunächst ordentlich, stellte sich zumeist geschickt im Zweikampf an – und sorgte sogar in der Offensive für Akzente. So zog er in der 18. Minute mutig aus der Distanz ab, sein Schuss wurde aber zur Ecke abgefälscht. Nach dem Wechsel agierte er jedoch unglücklich: Zuerst verursachte er einen Foulelfmeter, als er an der Torauslinie Karim Bellarabi leicht über den Spann wischte und Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Elfmeter entschied. Und beim 0:2 köpfte sein Gegenspieler Schick ein. Für Yann Sommer war es ein bitterer Abend. Er parierte zwei Elfmeter glänzend und musste doch zweimal hinter sich greifen.

Was blieb sonst noch hängen? Kurios wurde es in der 39. Minute, als Schiedsrichter Sascha Stegemann Gladbachs Kapitän Stindl zu Fall brachte. Der Borusse war in der Rückwärtsbewegung, als sich der Unparteiische ihm unfreiwillig in den Weg stellte. Stindl ging zu Boden, Stegemann unterbrach die Partie, bis der Spielführer wieder einsatzbereit war.

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