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Borussia Mönchengladbach trifft auf Heim-Angstgegner Bayer Leverkusen

Nach Sieg bei den Bayern : Das Spiel gegen Bayer ist für Gladbach ein Rollentausch

Bei den Bayern hat Borussia ihren Ruf als Angstgegner der vergangenen Jahre bestätigt, nun kommt das Team, gegen das die Gladbacher seit 2011 die schlechteste Heimbilanz haben: Leverkusen.

Vornamentlich ist der Unterschied zwischen dem vergangenen Gegner der Borussen und dem nächsten minimal. Was das angeht, ist es nur ein „n“: Auf die Bayern folgt Bayer. Doch ist die Geschichte dazu das exakte Gegenteil. Denn sind die Gladbacher der Münchner Angstgegner seit der Saison 2011/12, weil sie öfter als alle anderen Klubs beim Rekordmeister gewonnen haben, so kommt nun in Leverkusen das Team, gegen das Gladbach die schlechteste Heimbilanz hat seit jener Spielzeit, unabhängig vom Spieltort lief es nur gegen Borussia Dortmund schlechter. Es ist ein regelrechter Rollentausch für Gladbach.

Sechs Niederlagen gab es für die Borussen gegen Bayer in den letzten zwölf Pflichtspielen im Eigenheim, ebenso oft gingen Partien gegen den BVB verloren, doch ist die Torbilanz gegen die Leverkusener weit schlechter als gegen die westfälische Namenscousine: sieben im Minus. Das liegt daran, dass es das eine oder andere verheerende Resultat gab. So gingen die letzten drei Pflichtspiele im heimischen Stadion mit einer Gesamt-Torbilanz von 1:9 verloren. Überhaupt hat sich Leverkusen eine aus Gladbacher Sicht zweifelhafte Ehre verdient: Sowohl auf dem Bökelberg als auch im Borussia-Park gab es die zweithöchste Niederlage gegen den rheinischen Rivalen.

Ein 0:7 gegen Werder Bremen ist Gladbachs höchste Heimpleite aller Zeiten, sie passierte 1966 im alten Borussen-Stadion an der Bökelstraße. Doch dann kommt Bayer mit seinem 8:2 im Jahr 1998. Schockerstarrtes Staunen gab es damals auf den Rängen des altehrwürdigen Gladbacher Stadions, Borussia war chancenlos, Bayer gnadenlos. 1:8 stand es am 30. Oktober 1998 nach 64 Minuten und Toren von Ulf Kirsten (3), Thomas Reichenberger (2), Ze Roberto, Jens Nowotny und Niko Kovac. Dieses Debakel steht, in Kombination mit dem folgenden 1:7 beim VfL Wolfsburg, für den ersten Abstieg der Klubgeschichte.

Mit einem solchen Ergebnis war damals keineswegs zu rechnen, eher mit einem Unentschieden. Denn zwischen 1989 und 1997 teilten sich Borussia und Bayer neunmal die Punkte auf dem Bökelberg. Dass die Serie an diesem Freitagabend enden würde, war aber nach einer Viertelstunde klar, da hatte Kirsten bereits zweimal getroffen. Und es war spürbar, dass Gladbach in sich zusammenbrach. Das Drama nahm seinen Lauf.

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So war es auch beim 0:6 zuletzt gegen den SC Freiburg, der höchsten Niederlage im Borussia-Park: Früh ging es los, die Gegenwehr fehlte. Platz zwei der Debakel-Spiele im Borussia-Park resultiert aus einem Pokalspiel gegen Bayer. Am 31. Oktober 2018 gab es ein 0:5 gegen die Werkself. Auch da kassierte Gladbach ein frühes Gegentor, doch schwindelerregend wurde es erst nach der Pause, in die Bayer mit einem 2:0 ging. Zwischen der 67. und 80. Minute konterte der Gast fröhlich in die unbeholfene Offenheit der Gladbacher hinein und schoss noch drei Tore, die das an sich ärgerliche Pokal-Aus in Runde zwei richtig böse werden ließen. Das 1:5 im Liga-Heimspiel fast genau ein Jahr zuvor war übrigens nicht weniger schmerzhaft.

Wie sich hohe Niederlagen gegen Bayer anfühlen, erlebte Borussia auch beim 0:4 im Hinspiel dieser Saison. Dass die Gladbacher die neuzeitliche Heimbilanz gegen Leverkusen verbessern wollen am Samstag (18.30 Uhr/Sky), ist logisch. So wird Adi Hütters Auftrag sein: Mit dem Schwung der erfolgreich unterstrichenen Angstgegnerschaft gegen die Bayern die Angst vor dem eigenen Heim-Angstgegner Leverkusen besiegen.

Immerhin kann die Erinnerung Mut machen. Denn es gab ja auch eine positive Serie gegen Bayer in der Neuzeit: 2015 und 2016 gab es zu Hause drei Siege am Stück. Gut eine Handvoll Spieler war damals schon dabei und kann dem Rest berichten von der Zeit, als Bayer mal kein Schreckgespenst für Gladbach war.

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