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Borussia Mönchengladbach: 1:2 gegen FSV Mainz 05 im ersten Spiel der Rose-Abschiedstour

Wieder spätes Gegentor für Gladbach : Roses Abschiedstour beginnt mit Pleite gegen Mainz

Für Borussia Mönchengladbach gerät die erneute Champions-League-Qualifikation in weite Ferne. Im ersten Spiel nach der Abschiedsankündigung von Trainer Marco Rose gab es die zweite Heimniederlage in Folge - beim 1:2 gegen Mainz erneut gegen ein Kellerkind.

Die Polizei war vorbereitet, doch die Demonstration der Fans, die in den sozialen Netzwerken angekündigt gewesen war, fiel aus. Es hatte geheißen, sich zu treffen, um vor der Geschäftsstelle noch einmal den Unmut über die Entscheidung kundzutun, dass Trainer Marco Rose nach seiner Botschaft, im Sommer nach Dortmund zu wechseln, die Saison in Gladbach zu Ende bringen soll. Statt lauter Proteste gab es rund um den Borussia-Park Aufkleber, auf denen im bodenständigen Jargon Rose nahegelegt wurde, zu gehen.

Das indes ist kein Thema, weder für den Trainer noch für Manager Max Eberl. Der gab im Interview mit dem Bezahlsender „Sky“ vor dem Spiel bekannt, dass es noch keine Neuigkeiten gebe bei der Nachfolgersuche, er aber durchaus schon eine Idee habe, wer denn der künftige Trainer in Mönchengladbach sein könnte. „Es wird aber noch dauern“, gab Eberl zu.

Dann ging es ohne Proteste und Erkenntnisse über den möglichen Rose-Nachfolger tatsächlich wieder um Fußball. Roses Ex-Verein Mainz war der Gegner, der inzwischen angeleitet wird vom früheren Borussen Bo Svensson. Wie sich Abstiegskampf im Borussia-Park anfühlt, hat er damals erlebt, 2007 stieg er mit Gladbach sogar ab. Das will er nun mit Mainz verhindern, und nach dem 2:1-Erfolg bei seinem Ex-Verein ist der Däne auf einem guten Weg. Für Borussia hingegen geraten die Champions-League-Plätze nach der zweiten Heimpleite in Serie so langsam in weite Ferne.

Marco Rose hatte sein Team im Vergleich zum 0:0 in Wolfsburg nicht verändert. Dort waren die Gladbacher defensiv sehr stabil gewesen und hatten das vierte Zu-Null-Spiel der Saison realisiert. Damit war es gegen die zuletzt unter Svensson aufstrebenden Mainzer nach zehn Minuten passé. Matthias Ginter kam an einen langen Ball nicht heran und Karim Onisiwo traf zum 0:1.

Doch Borussia hat ja Lars Stindl. In der zwölften Minute stand er schon bereit, um den Elfmeter, den Torwart Robin Zentner verursacht hatte, als er Jonas Hofmann zu Fall brachte, zu vollstrecken, doch Schiedsrichter Markus Schmidt zog den Strafstoß zurück, weil der VAR ihm eine Abseitsposition angezeigt hatte. Nach 26 Minuten hatten Stindl und Hofmann dann aber ihre Scorerpunkte doch: Hofmann bediente nach einem feinen Solo des fleißigen Valentino Lazaro den Kapitän, und der glich mit seinem zehnten Saisontor aus.

Stindl und Hofmann waren dann auch, neben Alassane Plea, die agilsten Borussen. Auf die erfahrenen Männer wird es nun ankommen in der letzten Phase der Saison, und sie scheinen bereit zu sein, die Verantwortung zu übernehmen. Doch es war auch schnell klar: Mainz würde nach dem Gladbacher Ausgleich der unangenehme Gegner bleiben, der er vorher war. Immer wieder setzte die Gäste Akzente nach vorn, einmal noch brachten sie den Ball sogar im Tor unter, doch fand der Treffer keine Anerkennung.

Borussia war bemüht, hatte nach 45 Minuten über 70 Prozent Ballbesitz und 9:4 Torschüsse. Plea war diesbezüglich der agilste Borusse, er visierte das Mainzer Tor in der ersten Hälfte fünfmal an. Doch es blieb beim 1:1 zur Pause. Dass die Gladbacher mehr wollten im eigenen Stadion, liegt auf der Hand. Nun galt es im zweiten Teil des Spiels das zehnte Unentschieden im 22. Ligaspiel nicht zuzulassen. Denis Zakarias Wucht sollte nach der Pause dabei helfen, er ersetzte den gelbverwarnten Christoph Kramer.

Das Geduldspiel ging weiter, und weiter machte auch Mainz mit seinen Nadelstichen. Den ersten Torschuss nach der Pause gab Danny Latza ab, doch war das kein Problem für Yann Sommer. Gleiches galt für den Abschluss von Lazaro auf der anderen Seite: Zentner griff sicher zu. Nach 57 Minuten verfehlte Stindl mit einem Freistoß das Ziel.

Was dem Gladbacher Spiel fehlte: eine klare Struktur. Der Ballbesitz war da, doch wurde er nicht konsequent in Überlegenheit und Dominanz übersetzt. Das machte es den Mainzer meist leicht, die Räume zuzulaufen und gefährliche Anspiele zu unterbinden. Es würde auf die eine Situation, eine Unachtsamkeit, einen genialen Moment, ankommen an diesem Tag, das zeichnete sich ab. Dass das ganze daher etwas zäh wirkte und eher den Mainzern gefallen haben dürfte, ist anzunehmen. Sie hatten schon in Dortmund (1:1) und Leverkusen einen Punkt erkämpft, nun wurden es sogar drei. Aus spitzem Winkel traf der eingewechselte Kevin Stöger mit links ins Netz. Von diesem Tiefschlag erholte sich Borussia nicht mehr, es blieb beim 1:2.

Gladbach ist nun seit vier Spielen sieglos in der Liga. Die Champions-League-Plätze sind nun acht Punkte weg. Es fehlte der nötige Esprit, der große Kampfgeist. Und nun kommen erst die dicken Brocken: Manchester City in der Champions League, RB Leipzig in der Liga und Borussia Dortmund im Pokal. Vor allem nach der Pause gab es kaum noch nachhaltige Aktionen Richtung Tor Gegners. Zu wenig für mehr.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Mainz: die Fohlen in der Einzelkritik