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Borussia Mönchengladbach: Schweigeminuten für Jordi Bongard und Ukraine

„Nicht einfach, in den Alltag zurückzukehren“ : Doppelte Gedenkminute im Borussia-Park vor dem Wolfsburg-Spiel

Vor dem Anpfiff der Partie zwischen Gladbach und dem VfL Wolfsburg gab es am Samstag im Borussia-Park zwei Schweigeminuten. Damit wurde an den verstorbenen Jordi Bongard und den Krieg in der Ukraine erinnert.

Unmittelbar vor dem Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg hielten beide Teams und die 10.000 Zuschauer am Samstag im Borussia-Park zwei Schweigeminuten ab. Mit der ersten wurde dem verstorbenen U23-Spieler Jordi Bongard gedacht, die zweite sollte für den Frieden und die Anteilnahme am Ukraine-Krieg stehen.

„Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat uns alle tief erschüttert. Wir verurteilen jede Form von Krieg“, hieß es etwa 13 Minuten vor dem Anpfiff aus den Stadion-Lautsprechern. Dreimal in der Klubgeschichte spielten die Gladbacher in Kiew, zum ersten Mal 1977 im Halbfinal-Hinspiel des Landesmeister-Wettbewerbs. Im Rückspiel in Düsseldorf schaffte Gladbach gegen Dynamo knapp den Einzug ins Endspiel gegen den FC Liverpool. 2012 setzte sich Dynamo durch in den Play-Offs zur Champions League, obwohl Borussia in Kiew im Olympiastadion 2:1 siegte. 2020 war in der Gruppenphase der Champions League Schachtar Donezk Gastgeber in Kiew, Gladbach gewann 6:0. Fans waren aufgrund der Corona-Pandemie nicht mit dabei. Vor zehn Jahren reisten 2500 Fans nach Kiew und feierten ein fröhliches Fußballfest überall in der Stadt.

Kurz vor dem Anpfiff am Samstagnachmittag wurde es dann noch einmal emotional, nachdem beide Mannschaften den Platz betreten hatten und eine Schweigeminute für Bongard einlegten. „Du wirst der Borussia-Familie fehlen“, hieß es unter anderem in der Durchsage. Conor Noß, der wie Bongard aus dem Jahrgang 2001 stammt, hielt Bongards Trikot mit der Nummer 44 in den Händen und hatte mit den Tränen zu kämpfen.

Bereits im Vorfeld der Partie hatte der Klub bekanntgegeben, in Erinnerung an Bongard mit Trauerflor aufzulaufen. „Diese Nachricht hat mich persönlich – und viele andere bei Borussia – mit voller Wucht getroffen“, schrieb Sportdirektor Roland Virkus im „Fohlenecho“. „Jordi ist schließlich bereits 2013 als Elfjähriger zu uns gekommen, viele im Verein – mich eingeschlossen – kannten und mochten ihn schon sehr lange. Jordi war jemand, der auf dem Sprung stand, seinen Traum vom Profifußballer wahr zu machen. Es ist für uns nicht einfach, in dieser schweren Stunde irgendwie in den Bundesliga-Alltag zurückzukehren. Unser tiefes Mitgefühl gilt Jordis Familie, der wir viel Kraft für diese schwere Zeit wünschen“, so Virkus.

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„Ich bin zutiefst geschockt. Seit dieser Nachricht geht es mir nicht gut. Ich kann mir gar nicht ausmalen, wie es der Familie geht. Ich wünsche alle Kraft dieser Welt“, sagte Borussias Mittelfeldspieler Christoph Kramer am Freitag im „Fohlenpodcast“. „Es macht mich unfassbar betroffen, auch wenn ich im Gegensatz zu den Familien und Freunden ein Außenstehender bin.“

Der 20-Jährige Bongard war am späten Mittwochabend bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen, als sein PKW frontal mit einem Lastwagen kollidierte. Der Verteidiger absolvierte 24 U17-Bundesligaspiele, 39 Partien in der U19-Bundesliga sowie neun Spiele in der Regionalliga West. Zudem bestritt er neun Junioren-Länderspiele, sieben für die U17 und zwei für die U18. Im Juli 2021 hatte Bongard seinen ersten Profivertrag bei Borussia mit einer Laufzeit von zwei Jahren unterschrieben.

Nachdem der Verein am Donnerstagmorgen von der schrecklichen Nachricht erfahren hatte, wurden das Training der Profis, der U23 und die Pressekonferenz vor dem Spiel abgesetzt.