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Gladbach: Breel Embolo rettet Punkt beim 2:2 gegen Wolfsburg

2:2 gegen Wolfsburg : Joker Embolo rettet Gladbach einen Punkt

Der eingewechselte Breel Embolo hat Borussias fünfte Heimniederlage verhindert. Er traf in einer ereignisreichen Schlussphase zum 2:2 gegen den VfL Wolfsburg. Zuvor hatte Marcus Thuram nach dem 0:2-Rückstand den Anschlusstreffer erzielt. Das vermeintliche Siegtor von Matthias Ginter wurde nicht anerkannt.

Borussia Mönchengladbach hat nach dem 0:6 bei Borussia Dortmund einen weiteren bitteren Rückschlag im Abstiegskampf verhindert. Im direkten Vergleich zweier Krisenklubs gab es ein 2:2 gegen den VfL Wolfsburg. Beinahe hätte es für die Fohlen sogar noch für drei Punkte gereicht, doch der vermeintliche 3:2-Siegtreffer durch Matthias Ginter in der Nachspielzeit wurde vom VAR noch zurückgepfiffen.

Hütter hatte sein Team im Vergleich zur Vorwoche auf drei Positionen verändert. Marvin Friedrich konnte wegen eines grippalen Infekts nicht spielen, Jordan Beyer ersetzte ihn in der Dreierkette. Manu Koné und Breel Embolo mussten auf die Bank, Christoph Kramer und Marcus Thuram rückten für sie in die Startelf.

Thuram hatte in den ersten fünf Minuten auch gleich zwei Gelegenheiten. Zunächst bekam er nach Alassane Pleas Pass nicht genug Druck in seinen Schuss, Wolfsburgs Torwart Koen Casteels griff zu. Thurams zweiter Schussversuch wurde abgeblockt. Der Gegner war effektiver: Nach einem Seitenwechsel durch Max Kruse flankte Ridle Baku und Jonas Wind entwischte Matthias Ginter, um aus kurzer Distanz das 1:0 für Wolfsburg zu erzielen.

Ein böser Rückschlag war das nach nur sechs Minuten für die Borussen, die erneut ein viel zu einfaches Gegentor kassierten. Wie beim 1:2 gegen Union Berlin, als er beide Tore erzielte, war es der Neu-Wolfsburger Kruse, der mit einer Aktion Borussia empfindlich traf, Baku hatte auf seinem Flügel viel zu viel Platz.

Borussia suchte nach dem Rückstand ihr Heil in der Offensive. Nach 19 Minuten kam Jonas Hofmann über rechts in den Strafraum und versuchte es aus spitzem Winkel, doch Casteels machte die kurze Ecke zu und wehrte ab. Borussia war meist zu unbeholfen oder kompliziert im Spiel nach vorn. Es wurde zeitig gemurrt unter den 10.000 Fans im Borussia-Park.

Für den neuen Sportdirektor Roland Virkus war es das erste Heimspiel im neuen Amt, er schaute sehr kritisch drein nach 30 Minuten. Das Gladbacher Team hatte zwischenzeitlich 64 Prozent Ballbesitz, doch wirkte es keineswegs sicher, jeder Pass, so schien es, fiel schwer. Auch wegen extrem vieler Unterbrechungen kam kein Spielfluss auf.

Wolfsburg nutzte die Verunsicherung der Gladbacher nach 33 Minuten erneut aus: Sebastian Bornauw lenkte die Ecke von Maximilian Philipp per Kopf ins Tor zum 0:2. Yann Sommers Proteste über den provozierenden Jubel des Ex-Kölners bei Schiedsrichter Tobias Reichel brachten nichts ein außer einer Gelben Karte für den Torhüter.

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Borussia war am Boden – doch ausgerechnet der so arg kritisierte Thuram sorgte für neue Hoffnung. Per Kopf bugsierte er den Ball nach einer Plea-Flanke ins lange Eck. Für den Franzosen war es der dritte Ball, den er in dieser Saison aufs Tor brachte – und das erste Tor.  Auf der anderen Seite stand Philipp im Gegenzug völlig frei, schoss aber weit über das Tor, ein 3:1 wäre hier wohl vorentscheidend gewesen.

Nach der Pause versuchten die Borussen den Gegner unter Druck zu setzen. Das gelang aber nur in kurzen Phasen. Wolfsburg schaffte es meist ohne große Probleme, Gladbach vom Tor wegzuhalten. Den ersten gefährlichen Schuss in Halbzeit zwei gab Matthias Ginter nach 63 Minuten ab, doch Casteels war erneut da.

Glück hatte Gladbach, als weder Reichel noch der VAR in Köln ein Foul des eingewechselten Manu Koné an Kruse im Strafraum ahndete. Ein Elfmeter, das zeigten die TV-Bilder, wäre angebracht gewesen. Auf der anderen Seite meldete sich der VAR, als Maxence Lacroix Thuram festhielt und den Ball mit der Hand spielte. Reichel schaute sich die Szene nochmal an und zeigte dem Wolfsburger Rot.

„Auf geht‘s Gladbach, schieß ein Tor“, skandierten die Fans. Borussia rannte in Überzahl an. Lange waren die Versuche, die Niederlage zu verhindern, zu harmlos. Dann aber fand Plea den eingewechselten Breel Embolo, der per Kopf das umjubelte 2:2 erzielte und den Fans ihren Wunsch erfüllte.

Dann schien das Spiel komplett gedreht: Ausgerechnet Matthias Ginter, der bei beiden Gegentoren schlecht aussah, knnallte den Ball in der letzten Minute ins Tor. Der Jubel war groß, doch Reichel gab den Treffer nicht, weil Patrick Herrmann zuvor ein Foulspiel begangen hatte. Es blieb beim 2:2.

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