Städteranking: NRW-Städte landen auf den hinteren Plätzen

Neues Städteranking : Keine guten Noten für NRW-Städte – Ruhrgebiet schneidet besonders schlecht ab

Städterankings sind für NRW selten Grund zur Freude. Auch eine neue Untersuchung ist da keine Ausnahme. Düsseldorf landet als bestplatzierte Stadt auf Rang 13, die Ruhrgebiets-Städte Herne und Gelsenkirchen auf den letzten Plätzen.

Berlin ist besonders dynamisch, München steht am besten da: Für NRW-Städte reicht es nicht einmal zu einem Platz in den Top Ten. Das sind Ergebnisse des diesjährigen Rankings deutscher Großstädte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit der „Wirtschaftswoche“ und dem Internetportal Immobilienscout24.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf belegt bei der Bewertung der aktuellen Situation (Rang 13) und der Wirtschaftsdynamik (Rang 18) den besten Platz einer NRW-Stadt. Bei den Zukunftsaussichten verbesserte sich Köln um sechs Positionen auf Rang 11 und ist damit in dieser Liste die bestplatzierte Stadt aus NRW.

Die Großstädte des Ruhrgebiets, unter anderem Gelsenkirchen, Herne, Duisburg und Oberhausen bilden die Schlusslichter des Städterankings. Die Autoren der Studie sehen aber Entwicklungschancen. Pluspunkte seien unter anderem der vergleichsweise günstige Wohnraum, die dichte Besiedlung, attraktive Kulturangebote, die zahlreichen Hochschulen und Forschungsinstitute sowie die gute Erreichbarkeit der Region mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Revier weise viele Merkmale auf, mit denen Dynamik-Spitzenreiter Berlin seit vielen Jahren punkte.

Mit einem leistungsstarken Glasfasernetz könnten strukturschwache Städte im Revier neue Unternehmen anlocken und ihre Standortattraktivität verbessern. Daran hapere es aber noch, kritisieren die Autoren. Als Beispiel verweisen sie auf Dortmund und Bochum, wo es an den Hochschulen Lehrstühle im Bereich der künstlichen Intelligenz und Cyber-Sicherheit gebe. Beide Städte wiesen jedoch nur einen minimalen Glasfaserausbau auf. Mit einer guten Glasfaserversorgung könnten sie sich einen entscheidenden Vorteil im nationalen Wettbewerb verschaffen.

Für die jährliche Untersuchung vergleicht die Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die aktuelle Lage, Veränderungsraten bestimmter Indikatoren (Dynamik) sowie Zukunftsperspektiven kreisfreier Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Analysiert werden Faktoren wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Forschungsstärke, Zukunftsindustrien und Lebensqualität.

Andere Analysen kommen teils zu etwas anderen Ergebnissen. Eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg ordneten kürzlich Köln (Platz 5) und Düsseldorf (Platz 10) unter die die Top Ten der 30 größten deutschen Städte ein.

Gesamtranking der deutschen Städte

  1. München
  2. Stuttgart
  3. Erlangen
  4. Ingolstadt
  5. Frankfurt am Main
  6. Regensburg
  7. Wolfsburg
  8. Ulm
  9. Hamburg
  10. Würzburg

...

13. Düsseldorf

20. Bonn

25. Münster

29. Köln

37. Leverkusen

40. Aachen

43. Bielefeld

47. Mülheim an der Ruhr

49. Solingen

51. Wuppertal

53. Remscheid

54. Essen

59. Dortmund

60. Bochum

62. Mönchengladbach

63. Krefeld

64. Hagen

65. Bottrop

66. Hamm

67. Oberhausen

68. Duisburg

70. Herne

71. Gelsenkirchen

(kess/dpa)