Bundesliga 19/20: Borussia Mönchengladbach spielt gegen den FC Bayern München 2:1

Doppelpack von Bensebaini : Borussia siegt nach irrem Schlussspurt auch gegen die Bayern

Borussia Mönchengladbach hat auch dem Rekordmeister FC Bayern München getrotzt. Die Fohlenelf konnte nach einem Rückstand durch einen Doppelpack von Ramy Bensebaini noch einen 2:1-Sieg ergattern.

Borussia ist nicht zu stoppen. Gegen den Rekordmeister Bayern München gab es einen 2:1-Sieg. Ramy Bensebaini ließ kurz vor Schluss den Borussia-Park beben. Borussia zeigte, dass sie auch Widrigkeiten trotzen kann und baute den Vorsprung auf die Bayern auf sieben Punkt aus. Zugleich wurde Leipzigs Angriff auf die Tabellenspitze abgewehrt. Gladbach bliebt oben.

Borussias Trainer Marco Rose nutzte die Vielfalt, die sein Kader bietet, erneut weidlich aus. Er brachte in Matthias Ginter, Jonas Hofmann, Lars Stindl und Alassane Plea vier neue Spieler und wechselte zudem das System: Mit Stindl auf der Zehn war es ein 4-Raute-2.

Doch Roses eigentlich bevorzugte Formation ist nicht das, womit sich die Borussen wohl fühlen. Nach nicht ganz 30 Minuten erging die Anweisung an die Spieler, sich neu zu formieren, fortan war es ein defensives 4-3-3 mit den Sechsern Hofmann und Zakaria. Mit mehr Breite in der ersten Angriffs- und somit Pressing-Reihe sollte nun das fröhliche Durchlaufen der Bayern unterbunden werden.

8:0 Torschüsse standen bis zur 31. Minute in der Statistik, und die Borussen konnten von Glück reden, dass sie nicht in Rückstand lagen. Vor allem in der 27. Minute, als Yann Sommer einen Schuss von Joshua Kimmich unter dem Körper durchrutschen ließ und sich dann den Ball noch griff – ein winziger Bruchteil der Kugel, das belegte nachher die Torlinie-Technik, tangierte hier noch den Kreidestrich zwischen den Pfosten.

Drumherum durften die Bayern in regelmäßigen Abständen das Gladbacher Tor anvisieren, indes: Sie taten es ebenso ungenau wie eine Woche zuvor beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen. Thomas Müller, Robert Lewandowski und Ivan Perisic, der für Corentin Tolisso früh ins Spiel gekommen war, hatten die besten Chancen, verfehlten aber das Tor. Einmal, gegen Müller, reagierte Sommer ganz stark.

Zusammengefasst war die erste Halbzeit eine Macht-Demonstration des Rekordmeisters, der im Borussia-Park in allen Belangen überlegen war. Rose hatte angekündigt, sein Team werde mutig spielen gegen die Bayern wie sonst auch, doch war diese Botschaft dieses Mal nicht angekommen. Tief standen die Borussen und ließen die Bayern gewähren, erst in der 41. Minute gab der schwache Plea den ersten Torschuss ab. Und kurz vor der Pause brachte Thuram den Ball bei einem Konter nicht rüber zum mitgelaufenen Lars Stindl, der sonst freie Schussbahn gehabt hätte.

Was den Borussen angesichts der Überlegenheit des Gegners nach 45 Minuten an Hoffnung blieb, war ersten das Ergebnis und zweitens die Erinnerung. 13:1 Torschüsse und 64 Prozent Ballbesitz zierten die Statistik der Bayern – ähnlich hatte es vor fast genau vier Jahren, am 5. Dezember 2015, ausgesehen, doch nach der Pause schossen die Gladbacher damals drei Tore in 14 Minuten und siegten 3:1.

„Auf geht’s, Gladbach, kämpfen und siegen!“ riefen die Fans zum Start der zweiten Halbzeit. Vor dem Anpfiff des Topspiels hatten sie Gladbachs früheren Meistertrainer, der am 5. Dezember 100 Jahre alt geworden wäre, gewürdigt: „Erst mit Hennes Weisweiler legte die Borussia so richtig los“, stand auf einem Spruchband. Zur zweiten Halbzeit bestand die Hoffnung, dass die aktuellen Borussen nun so richtig loslegen würden. Doch es blieb zunächst dabei: Die Bayern waren am Drücker. Und trafen: Ivan Perisic, in der ersten Halbzeit oft unglücklich, erzielte das 0:1. In der Szene konnten sich die Bayern recht ungehindert im Gladbacher Strafraum bewegen.

Nach dem Rückstand kamen die Borussen dann etwas besser ins Spiel. Nach 55 Minuten gab es die erste Ecke. Mit Breel Embolo, brachte Rose mehr Power in Spiel, er kam für den früh gelbverwarnten Laszlo Bénes. Sofort war ein Effekt zu spüren. Doch es war Abwehrspieler Ramy Bensebaini, der traf – per Kopf nach der zweiten Ecke der Gladbacher von Jonas Hofmann. Sollte es so kommen wie 2015? Plötzlich jedenfalls war das Spiel wieder offen. Und Gladbach glaubte spürbar wieder an sich und den Sieg. Zumal, als Patrick Herrmann ins Spiel kam. Das Feuer vom Freiburg-Spiel loderte wieder. Und die Bayern wankten plötzlich.

Es war ein Spiel das zum Zwischenstand passte, eines auf Augenhöhe, beide Team hatten noch Chancen zum Sieg. Und dann holte Marcus Thuram in der Nachspielzeit tatsächlich noch einen Elfmeter raus, den Bensebaini sicher verwandelte.

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