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Letzte Chance aufs Olympia-Ticket für Laura Mertens vom AC Ückerath

Laura Mertens vom AC Ückerath : Die letzte Chance aufs Olympia-Ticket

Am Mittwoch macht sich Laura Mertens vom AC Ückerath mit der Delegation des Deutschen Ringer-Bundes auf den Weg nach Sofia. Ihr Auftrag: In der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm einen Tokio-Startplatz für Deutschland holen. So stehen die Chancen.

Langsam, aber sicher dürfte bei den Ringerinnen ohne Olympia-Ticket die Aufregung steigen. Denn nach der Europa-Qualifikation Ende März in Ungarn steht ab Freitag im bulgarischen Sofia die Welt-Qualifikation an und damit die letzte Chance, einen Tokio-Startplatz für die eigene Nation und dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für sich selbst zu ergattern. Zu der Delegation des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), die sich am Mittwoch auf den Weg in die bulgarische Hauptstadt macht, gehört auch Laura Mertens vom AC Ückerath. Sie möchte gerne in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm ihre erste Olympia-Teilnahme auf den Weg bringen.

Bislang hat der DRB bei den Frauen nur zwei Startplätze für das olympische Turnier sicher. Damit einer oder mehr hinzukommen, muss schon viel zusammenpassen. Denn in Sofia kommen die Ringerinnen aus der ganzen Welt zusammen, die es bislang aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht geschafft haben, ihre Olympia-Ambitionen in ein Ticket umzumünzen. Dass das nicht gegen ihre sportliche Qualifikation sprechen muss, zeigt beispielsweise ein Blick auf das Starterfeld der Gewichtsklasse von Laura Mertens. So ist unter den 19 Starterinnen etwa auch die Norwegerin Grace Bullen, die trotz ihrer erst 24 Jahre schon zweimal (2017, 2020) bei den Frauen den Europameistertitel holte. Hinzu kommen in der Arena Armeec Sport Hall in Sofia starke Konkurrentinnen aus Europa, Südamerika, Kanada, Asien und Afrika. Für den Verlauf des Turniers am Freitag und Samstag wird auch viel von der Auslosung der K.o.-Runde am Mittwochabend abhängen. Feststeht: Nur die beiden Finalistinnen jeder Gewichtsklasse dürfen sich am Ende über das Olympia-Ticket freuen.

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Von der extrem starken Konkurrenz lässt sich Laura Mertens aber nicht in Bockshorn jagen. „Ich weiß, wenn ich einen guten Tag habe, dann kann ich jede Gegnerin schlagen und habe vor, in Sofia ins Finale einzuziehen. Jedenfalls werde ich alles geben.“ Theoretisch könnte sie in Sofia auch wieder auf die Schwedin Sara Lindborg treffen, gegen die sie in Ungarn in der zweiten Runde ausschied. „Den Kampf haben wir ausführlich nachbereitet. Da habe ich einen technisch-taktischen Fehler gemacht, der mir so nicht wieder passiert“, betont Mertens.

Sie hat sich also gut vorbereitet, unter anderem in einem Trainingslager in Heidelberg und zuletzt am Bundesstützpunkt in Dormagen vor allem mit Jennifer und Lena Rösler, aber auch mit einem Ringer aus Witten. Vor Ort kümmerten sich Sevket Karapinar, Trainer am Olympiastützpunkt, und Landesverbandstrainer Cengiz Cakici um die Ringerin des AC Ückerath. „Die Trainingssituation stimmt, ich bin sportlich und privat sehr zufrieden“, sagt Mertens. Dabei haben ihr die Förderung durch die Sportstiftung Nordrhein-Westfalen und die Partner für Sport und Bildung im Rhein-Kreis Neuss sowie die Unterstützung durch ihren Arbeitgeber medicoreha sehr geholfen.

In Sachen Verletzung hatte Laura Mertens mehr Glück als ihre Vereinskameradin Nina Hemmer. Denn während sie eine Verletzung an der Schulter dank der Arbeit von Physiotherapeuten und Ärzten gut in den Griff bekam, waren Blessuren an Ellenbogen und Knie wichtige Gründe dafür, wieso Bundestrainer Patrick Loes sich in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm gegen Hemmer und für Annika Wendle (ASV Altenheim) entschied. Während Hemmer sich gleich nach der Hiobsbotschaft dazu bekannte, bis Paris weitermachen zu wollen, lässt die 28-jährige Mertens ihre Zukunft noch offen: „Ich beschäftige mich erst nach dem Quali-Turnier mit der Frage, wie sich 2024 anfühlt. Wenn ich weitermache, dann stehe ich allerdings voll und kompromisslos dahinter.“