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Ostern: Wann ist 2021 Ostern und warum gibt es an Ostern einen Osterhasen?

Ostern : Wann ist Ostern 2021? Datum und Bedeutung von Ostern

Ostern 2021 wird wahrscheinlich zu einem großen Teil wieder digital stattfinden. Trotzdem wird natürlich gefeiert. Wir verraten, warum, und was es mit dem Osterhasen auf sich hat.

Im April 2021 feiern wir das zweite Mal Ostern unter Pandemiebedingungen. Gerade in diesen Zeiten ist die Bedeutung des Festes für Anhänger christlichen Glaubens wichtiger denn je: Sie feiern an Ostern den Sieg des Lebens über den Tod. Doch was ist an Ostern genau passiert und was hat der Hase damit zu tun?

Wann ist Ostern 2021?

In diesem Jahr fällt der Ostersonntag auf den 4. April. Für Ostern gibt es keine festen und wiederkehrenden Daten im Kalender. Das hat damit zu tun, dass Ostern sich an dem jüdischen Fest Pessach orientiert. Der biblischen Überlieferung nach fielen das Leiden und der Tod Jesu in die Pessachwoche. Das jüdische Fest wiederum hat ebenfalls kein festes Datum, sondern ist vom Mondkalender abhängig. So kommt es, dass der Ostersonntag immer auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling fällt. Das Osterfest wird frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert.

Ostern fällt jedes Jahr auf ein anderes Wochenende. Das hat zur Folge, dass auch Karneval, Palmsonntag und Pfingsten, die terminlich mit dem hohen kirchlichen Fest zusammenhängen, immer andere Daten im Kalender bekommen.

Der Mathematiker Carl Friedrich Gauß, der früher auf dem 10-DM-Schein abgebildet war, hat im Jahr 1800 eigens für die Ostertage eine Formel entwickelt, mit der man den Termin genau bestimmen kann. Dieser Algorithmus, die Modulo-Rechnung, wird auch heute von zur Berechnung des Termins eingesetzt.

Sind Ostersonntag und Ostermontag gesetzliche Feiertage in Deutschland?

Der Ostermontag ist bundesweit ein gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag gilt grundsätzlich ein Beschäftigungsverbot. Ausnahmen gibt es nur für Not- und Rettungsdienste, Krankenhäuser, Feuerwehr und Gaststätten. Der Ostersonntag dagegen wird nur in Brandenburg als gesetzlicher Feiertag gewertet.

An gesetzlichen Feiertagen ist grundsätzlich alles das verboten, was öffentlich bemerkt werden kann und die Ruhe des Tages stört. Öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel sind nicht gestattet, ebenso keine Umzüge. Besondere Regeln gelten für die sogenannten stillen Feiertage, zu denen auch der Karfreitag zählt. An diesen Feiertagen ist es beispielsweise untersagt, laute Musik in Gaststätten oder Clubs abzuspielen. An Karfreitag gibt es zudem ein striktes Tanzverbot.

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Was ist an Ostern passiert?

An Ostern ist Jesus nach seinem Tod am Kreuz von den Toten wiederauferstanden. Im Matthäus-Evangelium ist überliefert, dass ein Engel den Stein auf dem Grab Jesu wegschob und seine Jünger ein leeres Grab vorfanden. So verkündete der Engel, dass Jesus wiederauferstanden sei. 40 Tage lang soll Jesus seinen Jüngern immer wieder erschienen sein, bis er dann schließlich in den Himmel aufgestiegen ist. Daran wird am Feiertag Christi Himmelfahrt erinnert. Ostern ist das wichtigste Fest der christlichen Kirchen. Es begründet den Glauben an ein Leben nach dem Tod.

Gläubige Christen bereiten sich ab Aschermittwoch auf das Osterfest vor. Die sogenannte Passionszeit wird dafür genutzt, zu fasten und über den Glauben und das Leben nachzudenken. Ein Teil der 40-tägigen Passionszeit sind der Palmsonntag, Gründonnerstag und Karfreitag.

Nach dem christlichen Glauben nahm Jesus im Kreuztod freiwillig die Erbsünde und die Schuld aller Menschen auf sich. So steht es in der Bibel. Ostern hat daher eine große Bedeutung als Fest der Sündenvergebung und der Errettung aus dem Tod. Erst diese Bürde, die Jesus auf sich nimmt, macht den Glauben an das ewige Leben möglich.

Seit wann wird das Osterfest gefeiert?

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest des Christentums. Schon die ersten Anhänger Jesu haben vor 2000 Jahren eine Art Osterfest gefeiert und sich an diesen Tagen intensiv mit ihrem Glauben auseinandergesetzt. Im vierten Jahrhundert, beim Konzil von Nizäa im Jahr 325, wurde das christliche Fest dann offiziell auf den Frühling festgelegt: auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.

Die christlichen Kirchen schreiben Ostern bis zum heutigen Tage eine hohe Bedeutung zu. „Die Auferstehung Christi wird nicht nur am Ostersonntag und auch nicht nur bis zum gesetzlichen Feiertag am Ostermontag gefeiert, sondern eine ganze Woche lang“, betont Sarah Meisenberg, Sprecherin des Erzbistums Köln. „Die Frohe Botschaft von der Auferstehung ist sicherlich besonders in Pandemie-Zeiten ein umso größeres Zeichen der Hoffnung und des Trostes für die Menschen.“

Die Corona-Krise wird auch in diesem Jahr einen großen Einfluss auf die Festlichkeiten haben. 2020 musste Ostern im Lockdown gefeiert werden. Die Kirchen blieben bundesweit geschlossen. „In diesem Jahr können im Erzbistum Köln glücklicherweise momentan unter den vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen Gottesdienste in den Gemeinden stattfinden“, sagt Sarah Meisenberg. „So gehen wir derzeit davon aus, dass an Ostern Gottesdienste gefeiert werden können.“

Die Corona-Krise machte die Kirchen im Jahr 2020 erfinderisch. Um keinen Gläubigen am Kirchentor abweisen zu müssen, hat sich beispielsweise die katholische Kirche zu Weihnachten damit beholfen, mehrere Gottesdienste zu verschiedenen Zeiten anzubieten, damit die Abstandsregeln stets eingehalten werden konnten. Auch Online-Gottesdienste wurden genutzt, die sicherlich auch zu Ostern 2021 eine gute Alternative für die Gemeinden sein können.

Auf gute Hygienekonzepte und dem Angebot des Livestreamings setzt auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). „Wie schon 2020 werden wir Ostern in diesem Jahr anders feiern, als wir es gewohnt sind“, teilt eine EKD-Sprecherin mit. „Aber die Osterbotschaft lässt sich nicht aufhalten. Wir brauchen sie in diesem Jahr ganz besonders dringend.“ Ostern sei schon immer der Höhepunkt des Kirchenjahres. Wie kein anderes Fest führt es in das innerste Geheimnis des christlichen Glaubens: die Erlösung und die Neuschöpfungen, die Gott in Jesus Christus vollbracht hat.

Woher stammt der Name Ostern genau?

Der Ursprung des Namens Ostern ist nicht genau und zweifelsfrei geklärt. Es gibt mehrere Theorien, die sich mit dieser Frage befassen. Möglicherweise geht der Name zurück auf ein germanisches Fest zu Ehren der Göttin der Morgenröte. Eine andere Theorie besagt, dass es mit der Himmelsrichtung zu tun hat, aus der die Sonne aufgeht. Laut Neuem Testament soll das leere Grab Jesu Christi früh am Morgen entdeckt worden sein, als sich gerade die Sonne zeigte. Seitdem soll die Morgenröte auch ein Symbol für die Auferstehung und des Neubeginns sein. Deswegen lassen sich viele Christen weltweit auch heute noch im Gottesdienst am Ostermorgen taufen.

Im germanischen Sprachbereich gibt es nur noch das englische Wort Easter, das dem deutschen Ostern ähnlich klingt. In anderen Sprachen ist der Ursprung des Namens für dieses hohe Fest eindeutiger. Im Niederländischen beispielsweise heißt Ostern Pasen, im Französischen Paques. Damit ist der sprachliche Bezug zum kirchenlateinischen Wort Pascha und somit wiederum zum jüdischen Pessachfest leicht herzustellen.

Was haben Eier mit Ostern zu tun?

Kaum ist das Weihnachtsfest vorbei, werden die Weihnachtsmänner und Nikoläuse schnell durch Schokohasen und Eier in allen Variationen im Supermarktregal ausgetauscht. Ob aus Plastik, Kerzenwachs, Schokolade oder in echt: Vor allem Eier sind im Frühjahr allgegenwärtig. Das hat eine lange Tradition. Schon im alten Ägypten wurden Eier als Ursprung der Welt verehrt. Vielerorts war es üblich, Verstorbenen Eier als Grabbeigabe bei der Beisetzung mitzugeben. Das Ei steht für Fruchtbarkeit, neues Leben und Wiedergeburt.

Das Christentum hat sich diese besondere Bedeutung zu eigen gemacht. Farbe kam erst später ins Spiel - und zwar im Mittelalter. Damals wurden gekochte Hühnereier rot gefärbt, um an das vergossene Blut Jesu Christi zu erinnern. Erst viel später wurden die ovalen Lebensmittel auch in anderen Farben verziert.

Im Mittelalter wurde die Fastenzeit deutlich strenger praktiziert, als es heute der Fall ist. Eier galten als Fleisch und durften daher in der Fastenzeit nicht gegessen werden. Die Hühner störte das Verhalten der Menschen wenig. Sie legten weiterhin fleißig ihre Eier. Damit man sie aufbewahren und haltbar machen konnte, wurden sie gekocht. Um die gekochten Eier nicht mit den frischen zu verwechseln, wurden sie kurzerhand gefärbt. Bis heute hat sich die Tradition des Eierfärbens gehalten und macht vor allem Kindern jede Menge Spaß. Heute ist der Vorteil des Färbens natürlich, dass man die bunten Ostereier beim Ostereiersuchen im Garten viel besser wiederfinden kann.

Wieso gibt es an Ostern einen Osterhasen?

Der Osterhase ist keine Erfindung der Werbeindustrie. Das Tier ist als Symbol bereits seit rund 300 Jahren mit dem Osterfest verbunden. Auch hier ist der Ursprung des Osterhasen nicht ganz eindeutig zu klären. Im Gegenteil: Er ist nach wie vor umstritten. Eine Theorie besagt, dass früher Hasen wie Osterlämmer als Opfer dargebracht wurden. Eine andere, weitverbreitete These lautet, dass der Hase als Symbolik ausgewählt wurde, weil er für Fortpflanzung und damit für neues Leben steht. Ostern ist in der Liturgie das Fest für das Leben, das Gott den Menschen geschenkt hat.

Der Osterhase ist hierzulande vor allem in Schokolade gegossen sehr beliebt. Bereits kurz vor Weihnachten beginnt die Produktion der süßen Langohren. In Deutschland werden jährlich rund 220 Millionen Schokohasen hergestellt. Davon sind etwa 114 Millionen Osterhasen für das Inland bestimmt. Der Rest wird exportiert.

Aber nicht überall hat der Osterhase einen guten Ruf. In Australien gilt der Hase als eine wahre Plage. Vor über 150 Jahren haben europäische Siedler Kaninchen auf dem Kontinent ausgesetzt. Seitdem vermehren sich die Tiere, die in Australien so gut wie keine natürlichen Feinde haben, rasant. Statistisch gesehen kommen auf jeden australischen Bürger 16 Kaninchen. Einheimische Tiere werden durch diese riesige Population verdrängt, weil die Kaninchen alles Grüne kahl fressen. Verständlicherweise will in Australien auch niemand den Osterhasen haben. Daher hat man kurzerhand den Osterbilby erfunden. Ein Bilby ist ein Nasenbeutler, ein heimisches Tier, das dem europäischen Hasen sehr ähnlich sieht.

Wann ist Karfreitag?

Karfreitag ist immer der Freitag vor Ostersonntag. Dieses Mal fällt Karfreitag auf den 2. April 2021. Dieser Tag ist ein gesetzlicher Feiertag, an dem an das Leid und das Sterben Jesu Christi gedacht wird.

Was feiert man an Karfreitag?

Feiern ist nicht das richtige Wort, um Karfreitag zu beschreiben. Das kleine Wort Kar steht für Klage, Elend und Trauer. An diesem Tag wurde der biblischen Überlieferung nach Jesus dem römischen Statthalter Pontius Pilatus in Judäa vorgeführt, der ihn mit anderen Mitgefangenen zum Tode verurteilte. Auf dem Hügel Golgatha wurde Jesus ans Kreuz genagelt. Das war damals eine gängige Hinrichtungsmethode und sollte die Bevölkerung einschüchtern. Die 15. Stunde des Tages gilt als die Todesstunde. Daher werden auch heute noch immer um 15 Uhr Gottesdienste abgehalten, um an dieses traurige Ereignis zu erinnern. Zu den Gottesdiensten sind aber weder die Glocken noch die Orgel zu hören.

Der darauf folgende Tag, der Karsamstag, gilt als der Tag der Grabesruhe. Es finden keine Gottesdienste statt. Zudem sind die Altäre nicht geschmückt. Der Karsamstag soll ein ruhiger Tag der Trauer sein.

Darf man an Karfreitag tatsächlich kein Fleisch essen?

Karfreitag ist im christlichen Glauben ein Abstinenztag, genau wie Aschermittwoch. An diesem Feiertag sollen die Gläubigen ihr Mitleid ausdrücken, indem sie den Verzicht üben. Seit dem zweiten Jahrhundert wird zu Ehren Jesu Christi an Karfreitag auf den Verzehr von Fleisch der Tiere der Erde und des Himmels verzichtet. Fische wurden also von dieser Regelung ausgenommen. Es verwundert daher nicht, dass in der Karwoche mehr Fische als zu jeder anderen Zeit im Jahr verkauft werden.

Streng gläubige Christen nehmen an Karfreitag lediglich eine sättigende Mahlzeit und zwei kleine Stärkungen zu sich. In den orthodoxen Kirchen sind neben Fleisch auch weitere tierische Produkte wie Milch und Eier verboten, während Katholiken lediglich Fleisch vermeiden. In vielen Religionen ist das Fasten als Vorbereitung auf wichtige Feste bekannt. Im Zustand des Verzichtes soll man sich Gott näher fühlen. Im Protestantismus werden die Essensverbote an Karfreitag nicht praktiziert. Hier ist man der Überzeugung, dass mehr dazu nötig ist, ein gottwohlgefälliger Mensch zu sehen, als lediglich kein Fleisch zu essen.

Warum isst man an Karfreitag Fisch?

Früher war der Fisch ein Symbol, mit dem sich Christen während der Christenverfolgung einander zu erkennen gegeben haben. Das griechische Wort für Fisch lautet Ichthys. Das sind die Anfangsbuchstaben von „Iesus Christos Theos Yios Soter“, was auf Deutsch so viel heißt wie „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“. Mit dem Symbol des Fisches drückten die Christen damals also aus, dass sie sich zu Jesus als den Messias und Gottes Sohn bekennen.

Was ist der Gründonnerstag?

Auch der Gründonnerstag, der Tag vor Karfreitag, ist ein wichtiger Tag in der Passionszeit. Der Name könnte von dem Wort grunen abgeleitet sein, was so viel heißt wie wehklagen und weinen. An Gründonnerstag erinnern die Kirchen an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen zwölf Jüngern. Auf dieses Ereignis geht das kirchliche Ritual des Abendmahls zurück.

An diesem Tag soll Jesu zudem seinen Jüngern die Füße gewaschen haben, um ihnen zu zeigen, dass er ihnen diene. Umso schwerer wiegt der Verrat, der kurz darauf begangen wurde: Sein Jünger Judas hatte Jesus für 30 Silberlinge an seine Verfolger verraten, was wenig später zu der Verurteilung und Hinrichtung führte. Judas bereute seine Tat und erhängte sich.

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