300. Geburtstag Was uns Immanuel Kant heute noch zu sagen hat

Königsberg · Vor 300 Jahren kam im preußischen Königsberg ein Mensch zur Welt, der schon zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten Köpfe der abendländischen Philosophie galt: Immanuel Kant. Vor allem mit seinem Hauptwerk „Kritik der reinen Vernunft“ schuf er Maßstäbe, die bis heute Bestand haben.

 Immanuel Kant auf einem Gemälde von Gottlieb Dobler.

Immanuel Kant auf einem Gemälde von Gottlieb Dobler.

Foto: Christoph Reichwein (crei)/Reichwein, Christoph (crei)

Immanuel Kant (1724-1804) wird in diesem Jahr selbst in seiner unter dem Namen Kaliningrad zu Russland zählenden Heimat Königsberg gefeiert. Präsident Putin hat den Reigen der Veranstaltungen rund um den 300. Geburtstag am 22. April zur Chefsache erklärt und beruft sich darauf, dass Kant einst im Siebenjährigen Krieg fünf Jahre lang Untertan des Russischen Reiches war. Im Mittelpunkt wird ein internationaler Kongress stehen. Darin soll, wie verlautet, Kant als der wirkliche Bewahrer abendländischer Werte geehrt werden, in Abgrenzung zum politisch-kulturellen Feind. Da kommt dem Präsidenten Kaliningrad als Schauplatz gerade recht, jene russische Exklave, die eingekeilt zwischen Litauen und Polen liegt und damit unmittelbar an der Grenze zum Gebiet der Nato, auf dem die Werte des Westens gelten.