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In Neuss wurde am Wochenende ein "Hansefest light" gefeiert

Hanse-Wochenende in Neuss : Eine „Hansefest light“ in Corona-Zeiten

In Corona-Zeiten ist vieles etwas anders. Erstmals planten die Zukunftsinitiative Neuss und Neuss Marketing gemeinsam das Hansefest.

Dem Virus ist es zu verdanken, dass es kein Mittelalterdorf gab und etliche andere Attraktionen. Steffi Lorbeer von Neuss Marketing war mit der Resonanz zufrieden: „Wir hatten zum ersten Mal Angst, dass zu viele Besucher kommen. Um keine falschen Erwartungen zu wecken, haben wir die Veranstaltung diesmal nicht Hansefest, sondern Hanse-Wochenende genannt.“ Die Besucherströme waren befriedigend. Dass es kein Gedränge gab, war beabsichtigt.

Auch die Schmalspur-Variante des Hansefestes hatte seine Reize. Neben Neuss präsentierten sich die Hanse-Städte Wesel, Kalkar, Emmerich, Brilon und Salzwedel. Salzwedel ist nicht nur Hanse-, sondern auch Baumkuchenstadt. Dass dieses Wahrzeichen zur Verkostung bereit stand, war Bäckermeister Jens Krüger zu verdanken. Alexey Radloff arbeitet bei der Stadt Salzwedel in Sachsen-Anhalt in der EDV-Abteilung. Am Wochenende schwitzte er auf dem Neusser Marktplatz in der mittelalterlichen Tracht eines Stadtwächters.

Sinn des Festes ist es, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Dominik Andreas vom westfälischen Brilon rührte die Werbetrommel für die zwei Autostunden entfernte Hansestadt: „Brilon ist eine historische Kleinstadt mit sehr vielen Fachwerkhäusern und einem der ältesten Rathäuser Deutschlands“, schwärmte er. Und nicht zu vergessen die vielen Rad- und Wanderwege in wunderschöner Natur. Birgit Simon und Bärbel van Holt von der Emmericher Tourist-Info wissen, dass die tolle Rheinpromenade für ihre Stadt spricht. Die muss man sich nicht schön trinken. Trotzdem hatten sie eine lokale Spezial-Spirituose mitgebracht: „Elf Ührchen“ heißt der Kräuterlikör aus Emmerich. Reiner Gärtner warb für die Stadt Kalkar, die nicht nur wegen des „Wunderlandes“ einen Besuch wert ist.

Hanse hat mit Handel zu tun – mit fairem Handel. Deshalb war auch der Fairtrade-Botschafter Manfred Holz mit von der Partie. Seine Botschaften: „Neuss war nach Saarbrücken die zweite Fairtrade-Stadt in Deutschland und die erste in Nordrhein-Westfalen. Am Stand der Hansestadt Neuss hielt Lena Wittig von Neuss Marketing für die Besucher Fahrradsattelschoner bereit in dem Design, mit dem schon jetzt für den Internationalen Hansetag in Neuss Ende Mai 2022 geworben wird. Ulla von Nollendorf von der Hanse-Gesellschaft Neuss kam mit folgender Mission: „Ich möchte, dass die Leute mehr erfahren über die Hanse.“ Die fasziniert auch junge Menschen: Seit einem Jahr gehört die Neusser Jugendhanse unter der Leitung von Rachid Hamdaoui der Rheinischen Jugendhanse an.