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Patrick und Ian Hüter von Bayer Dormagen in WM-Vorbereitung gestartet

Handball : WM-Abenteuer hat für zwei Dormagener begonnen

Die Büder Patrick und Ian Hüter vom TSV Bayer Dormagen sind feste Größen in der Nationalmannschaft der USA. Aktuell bereiten sie sich mit dem Team in Dänemark vor, am 13. Januar geht’s dann zu ihrer ersten Weltmeisterschaft.

Als Anfang November die Nachricht kam, dass die USA vom Handball-Weltverband IHF eine Wildcard für die Weltmeisterschaft vom 13. bis 31. Januar in Ägypten erhalten, konnten Patrick Hüter und sein jüngerer Bruder Ian ihr Glück kaum fassen. Denn das bedeutete, dass für die Eigengewächse des TSV Bayer Dormagen, die durch ihre Mutter auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen, ein Traum in Erfüllung geht. Beide feiern ihr Debüt beim neben Olympia bedeutendsten Handballturnier. Dementsprechend kribbelte es, als sie sich am Montagmorgen von ihrer Heimatstadt Neuss auf den Weg zum Treffpunkt der US-amerikanischen Nationalmannschaft am Frankfurter Flughafen machten, von wo aus es dann zum Vorbereitungslehrgang nach Dänemark ging.

„Es war schon etwas komisch, sich für rund einen Monat von zu Hause zu verabschieden. Aber wir haben uns natürlich gefreut, dass es endlich losging“, erklärt der 25-jährige Patrick Hüter. Besonders erleichtert sind er und sein Bruder (23) darüber, dass sie bei dem kräftezehrenden Programm der Dormagener in der 2. Bundesliga zum Jahresausklang ohne Verletzungen davongekommen sind. „Wir sind fit. Da haben wir sicher auch von der guten Saisonvorbereitung bei uns im Verein profitiert“, sagt Patrick Hüter. Nach dem starken Auftritt beim Remis (24:24) gegen Gummersbach im letzten Match vor der WM-Pause am 30. Dezember packten die Hüters zwar keinen Ball mehr an, nutzten aber die freien Tage, um mit TSV-Athletiktrainer Nico Brandt weiter an der Physis zu arbeiten.

Als sie am Montag in einem großen Sporthotel im dänischen Vejen ankamen, stand wenig später schon die erste Trainingseinheit auf dem Programm. Wobei es in den anderthalb Stunde eher darum ging, sich kennenzulernen. Schließlich war die US-amerikanische Nationalmannschaft schon lange nicht mehr beisammen, weil die WM-Qualifikation in Mexiko wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Dass es letztlich die USA waren, die ohne sportliche Qualifikation eine Wildcard bekamen, hatte übrigens auch damit zu tun, dass der Weltverband den Handballsport in einer Nation mit großem wirtschaftlichen Potenzial fördern möchte – auch mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Bis dahin liegt noch jede Menge Arbeit vor den Amerikanern. Denn weil die USA angesichts der Dominanz von American Football, Basketball, Eishockey und Baseball ein Handball-Entwicklungsland sind, kommt das Gros der Spieler aus anderen Nationen und verfügt wie die Hüters auch über einen US-amerikanischen Pass. Beim ersten gemeinsamen Training in Dänemark waren 24 Handballer aus aller Herren Länder dabei, es reisen aber noch weitere an. Der ehemalige schwedische Weltklassespieler Robert Hedin, der im Sommer 2018 das Amt des US-Nationalcoaches antrat, hat dann am Ende des Vorbereitungslehrgangs die Aufgabe, aus über 30 Akteuren, den Kader zusammenzustellen, der den Weg nach Ägypten antritt und versucht, in der schweren Vorrundengruppe E gegen Norwegen, Frankreich und Österreich zu bestehen.

Dass die beiden Hüters dabei sind, ist sehr wahrscheinlich. Schließlich gehörten Kreisläufer Patrick und Mittelmann Ian schon zu den Leistungsträgern, als die USA bei den Panamerikanischen Spielen 2019 in Peru den sechsten Platz belegten, wobei Ian Hüter sogar als Kapitän der Mannschaft Verantwortung übernahm. „Ich hoffe und glaube nicht, dass wir aussortiert werden“, gibt sich Patrick Hüter zuversichtlich. So ist wahrscheinlich nur noch das Corona-Virus, dass den beiden TSV-Spielern in Sachen WM-Abenteuer einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Die beiden haben aber das Gefühl, dass im US-amerikanischen Team alles dafür getan wird, um unerwünschte Infektionen zu vermeiden. Abgesehen davon, dass vor der Einreise nach Dänemark ein negativer Corona-Test vorgewiesen werden musste, der nicht älter als 48 Stunden sein durfte, wird strickt darauf geachtet, dass sich alle an die entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln halten. „Wenn wir zum Beispiel Wasser brauchen, verlassen wir unser Zimmer nicht. Das erledigt jemand vom Staff“, erklärt Ian Hüter, „zudem ziehen wir quasi nur beim Essen und beim Training unsere Masken aus. Es wäre einfach zu bitter, sich kurz vor dem Turnier noch etwas einzufangen.“ Bis zur Abreise nach Ägypten am 13. Januar stehen neben den Trainingseinheiten auch noch drei Testspiele gegen dänische Mannschaften auf dem Programm.