Handball : DHB-Team: Von Neuss aus nach Österreich

Vor der WM in Ägypten wohnen die deutschen Handballer in Neuss und bereiten sich in Düsseldorf vor. Während des Traininingslagers stehen zwei EM-Qualifikationsspiele gegen die Alpenrepublik an.

Unter Bundestrainer Alfred Gislason entwickelt sich die Stadt Neuss offenbar zu einer beliebten Heimstätte für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Nachdem der DHB-Tross bereits Anfang November vor den EM-Qualifikationsspielen gegen Bosnien-Herzegowina und Estland seine Zelte in der Quirinusstadt aufgeschlagen hatte, so hat er das auch für seinen Vorbereitungslehrgang vor dem WM in Ägypten (13. bis 31. Januar) getan.

Seit vergangenen Sonntag logieren die deutschen Handballer wieder im Crowne-Plaza-Hotel, von wo aus sie sich am Dienstag auch auf den Weg nach Graz zu einem weiteren EM-Qualifikationsspiel gemacht haben. Am heutigen Mittwoch geht’s in Graz erstmals gegen Österreich, die zweite Partie gegen das Nationalteam der Alpenrepublik steht dann am kommenden Sonntag in Köln auf dem Programm. Wobei der DHB Neuss und das Hotel am Rhein mit seiner günstigen Lage direkt an der Kardinal-Frings-Brücke wie schon im November nur als Basis nutzt, von wo aus es dann täglich nach Düsseldorf geht. Dort hat die Landeshauptstadt das Castello für die Trainingseinheiten zur Verfügung gestellt. 

Bei einigen Handballern stößt es offenbar auf Unverständnis, dass der DHB nicht besonders offensiv mit dem Aufenthalt in Neuss umgegangen ist. „Da ist die Nationalmannschaft in unserer Quirinus-Stadt und der DHB informiert nicht einmal die ansässigen Vereine. Soviel zum Thema DHB und Basiskontakt“, veröffentlichte der Neusser HV auf seiner Facebook-Seite. In den Kommentaren dazu wird allerdings Verständnis für den DHB gezeigt: „Was hätte der Neusser Handballverein denn mit dieser Information anfangen wollen? Keine Jugendmannschaft oder Ähnliches hätte dort beim Training zu Gast sein können beziehungsweise vor der Halle um Autogramme bitten können“, heißt es beispielsweise dort. In der Tat hatte ein Sprecher des DHB schon bei der Ankündigung des Trainingslagers in Neuss/Düsseldorf verkündet, dass wegen der Corona-Pandemie Fan-Kontakte keine Option seien. „Aber auch wir wünschen uns, dass das möglichst bald wieder möglich sein wird“, erklärte er im Dezember auf Anfrage der NGZ.

So müssen die deutschen Handballer wohl oder übel zunächst die EM-Qualifikation und dann die WM ohne den persönlich vermittelten Beistand ihrer Anhänger angehen. Für Bundestrainer Alfred Gislason sind die Vergleiche mit Österreich willkommene Gelegenheiten, die neue Formation der deutschen Handball-Nationalmannschaft zu entwickeln und zu festigen: „Wir wollen das Beste daraus machen – also mit Blick auf die EM 2022 gewinnen und den Spagat wagen, das eine oder andere in der Vorbereitung auf Ägypten zu testen.“ Zum österreichischen Kader gehört in Antonio Juric auch ein Spieler des Zweitligisten TSV Bayer Dormagen. Für den Debütanten wird sich in den beiden Partien gegen Deutschland entscheiden, ob er mit zur WM fährt. Am Kreis wird es allerdings schwer für ihn, denn dort haben die Österreicher in Tobias Wagner und Abwehrchef Lukas Herburger zwei bewährte Kräfte.