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Beeck schlägt sich vor rund 10.000 Zuschauern gegen die Profis der Borussia im Borussia-Park prima.

Fußball : Ein Resultat, mit dem alle leben können

Beeck schlägt sich vor rund 10.000 Zuschauern im Borussia-Park gegen die Profis prima, liegt zur Pause nur 0:1 zurück. Norman Post vergibt die ganz große Chance zum Ausgleich. Am Ende gewinnt der Erstligist 5:1. Hasani trifft.

Das Drumherum unmittelbar vor dem Anpfiff des als „Trainingsspiel“ titulierten Saisoneröffnungsspiels zwischen Erstligist Borussia Mönchengladbach und Mittelrheinligist FC Wegberg-Beeck im Borussia-Park war fast genauso wie bei einem Bundesligaheimspiel der Fohlen. „Borussia-Park, bist Du bereit?“, rief der Stadionsprecher, und aus rund 10.000 Kehlen, größtenteils von der Osttribüne, der Rest von der Nordkurve, schallte ein langgezogenes „Jaaaaaaaaaaaa“ zurück. Und ebenfalls wie bei einem Bundesligaspiel ertönte dann die „Elf vom Niederrhein“ aus den Stadionboxen – einfach ein unverzichtbares Ritual bei einem Heimspiel. Und schon 20 Minuten vor dem Anpfiff hatte der Stadionsprecher Beecks Mannschaftsaufstellung durchgegeben. Die prangte dann auch ganz groß auf der Anzeigentafel – samt Beecker Vereinswappen.

Im Spiel selbst war dann vom beträchtlichen Vierklassen-Unterschied, der die beiden Teams de facto trennt, lange Zeit nicht viel zu sehen, hielt Beeck gegen die Profis prima mit. Bei der Borussia kamen vor allem die Spieler zum Einsatz, die tags zuvor beim 1:3 gegen Espanyol Barcelona im Beecker Waldstadion nicht oder nur wenig gespielt hatten – allen voran Thorgan Hazard. Auf Borussias neuen Stoßstürmer müssen die Fans dagegen weiterhin noch ein wenig warten: Alassane Plea fiel für beide Partien mit einer Muskelverhärtung aus. „Da gehen wir kein Risiko ein“, bekräftigte Gladbachs Coach Dieter Hecking.

Der sah zwar eine von Anpfiff weg natürlich überlegene Heimmannschaft, doch Beeck versteckte sich keineswegs, schlug die Bälle nicht einfach nur von hinten raus, sondern war durchweg um konstruktives Aufbauspiel bemüht – das klappte auch ganz ordentlich. Und ganz hinten war auf Keeper Stefan Zabel Verlass: Den Schuss Hazards aus kurzer Distanz parierte er großartig (7.), und auch beim nicht ungefährlichen Distanzschuss Jonas Hofmanns zeigte er sich auf dem Posten (11.).

Danach passierte vor Beecks Gehäuse erst mal nicht viel. „Ich habe ja nix Besonderes erwartet, aber dass das so zäh wird, hätte ich nicht gedacht“, merkte nach exakt 20 Minuten ein Zuschauer auf der Osttribüne an. Was irgendwie bei Josip Drmic angekommen sein muss: Kurz darauf köpfte er eine präzise Flanke Oscar Wendts zum 1:0 ein (21.). Das sichere 2:0 vergaben dann bei einer Dreifachchance Florian Neuhaus, Drmic und final Hazard, der die Plastikkugel aus wenigen Metern über den Querbalken jagte (26.). Das hätte sich quasi im direkten Gegenzug fast gerächt: Nachdem ein Gladbacher ausgerutscht war, lief Norman Post plötzlich mutterseelenallein auf Torhüter Tobias Sippel zu, schob den Ball dann aber ganz knapp am langen Eck vorbei (27.). Mike Feigenspan, eine Anleihe aus Borussias U 23, drosch den Ball im letzten Aufreger vor dem Seitenwechsel an den Außenpfosten (44.).

Zur Pause wechselte Beecks Coach Friedel Henßen doppelt, brachte unter anderem den zweiten Torhüter Niklas Aretz. Der zeichnete sich gleich gegen Hofmann aus (49.). Von den nächsten vier Chancen nutzten die Profis dann aber drei auch zu Toren, jeweils nach schnellem Spiel in die Spitze. Nach einer Wendt-Flanke traf Drmic den Pfosten, Hofmann staubte zum 2:0 ab (55.). Wendt war auch Wegbereiter des dritten Tors: Seine scharfe Hereingabe drosch der agile Mandela Egbo unter die Latte (62.). Eine Minute zuvor hatte Aretz einen Freistoß Michael Cuisances entschärft. Per sehenswertem Schlenzer stellte Borussias Zugang Torben Müsel auf 4:0 (71.), ehe Beeck unter dem Beifall der Zuschauer das mehr als verdiente Ehrentor gelang: Der eingewechselte Sakae Iohara bewies unter Druck Stehvermögen und Ruhe, sein Zuspiel drückte Shpend Hasani über die Linie (77.). Erneut Müsel köpfte dann noch eine Egbo-Flanke zum 5:1 ein (85.). Das halbe Dutzend verpasste danach Drmic bei gleich zwei Großchancen noch doppelt.

 Beecks Vizekapitän Danny Fäuster ist hier schneller als Borussias Thorgan Hazard.
Beecks Vizekapitän Danny Fäuster ist hier schneller als Borussias Thorgan Hazard. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Da war dann auch Henßen erleichtert: „Ich hatte Danny Fäuster kurz vorher noch zugerufen, dass es bei den fünf Gegentoren auch bleiben sollte. Da hat er also gut zugehört“, merkte der Coach schmunzelnd an. „In der Kabine herrschte nachher bei uns so auch richtig gute Stimmung.“ Dazu trugen auch Eistonne und Entmüdungsbecken bei, die dort vorhanden waren. Die wurden rege genutzt. Nur die Sauna nicht – aber kein Wunder bei den ohnehin hohen Temperaturen.

Beeck: Zabel (46. Aretz) – Passage (59. Zayton), Fäuster, Hühne (79. Jankowski), Tobor – Wilms, Drevina (65. Iohara) – Lambertz (72. Geiser), Post (46. Leersmacher) – Hasani (88.Fujiyoshi), Blättler (59. Thelen)

Borussia: Sippel – Egbo, Hanraths (46. Cuisance), Mayer, Wendt – Strobl – Neuhaus, Hofmann – Feigenspan (46. Müsel), Drmic, Hazard (46. Pazurek)