Pleite gegen Mannheim Eine Niederlage mit Zuversicht für den Gladbacher HTC

Hockey · Der Gladbacher HTC schließt die reguläre Saison mit einer 1:2-Heimpleite gegen den Mannheimer HC, einem Titelanwärter, ab. Der Siegtreffer fällt in der letzten Minute. Der Auftritt macht Trainer André Schiefer Mut für die Abstieg-Endspiele.

Gegen den Mannheimer HC gestaltete der Gladbacher HTC das Spiel lange auf Augenhöhe.

Gegen den Mannheimer HC gestaltete der Gladbacher HTC das Spiel lange auf Augenhöhe.

Foto: Susanne Breithaupt

Im letzten Spiel der Gruppenphase schien auf dem Papier schon vor dem Anpfiff alles klar zu sein, schließlich empfing Schlusslicht Gladbacher HTC den Tabellenführer und Mitfavoriten auf den Titel, den Mannheimer HC. Doch Gladbach, angespornt von den guten Ergebnissen des zurückliegenden Doppelspieltags, an dem man die ersten beiden Saisonsiege holte, agierte vor allem in der Defensive hochkonzentriert und mit viel Einsatz. Damit machte es der GHTC den Edeltechnikern vom MHC sichtbar schwierig, ihr Spiel aufzuziehen.

Auf der anderen Seite initiierte das Team von André Schiefer mutig eigene Angriffe, blieb aber zunächst zu harmlos. Im eigenen Kreis rettete Jimmy Schiefer auf der Linie für den bereits überspielten Torhüter Jens Blüthner, der kurz vor der Pause eine Strafecke von Standardspezialist Gonzalo Peillat parierte. Das torlose Remis zur Pause war einerseits überraschend, anderseits aber auch verdient, da Gladbach sich nur bedingt von der größeren individuellen Qualität des MHC beeindrucken ließ. Zudem hatte der GHTC auch das nötige Glück auf seiner Seite.

Nach dem Wechsel belohnte dies der erst 17-jährige Schiefer, der über die linke Grundlinie bis zum Tor dribbelte und anstatt des erwarteten Abspiels MHC-Torhüter Adrian Rafi überraschend umspielte und zum vielumjubelten 1:0 in der 33. Minute einschob. Auch im Anschluss stellten sich die Gladbacher keineswegs hinten rein, sondern spielten weiter konstruktiv und offensiv mit. Mannheim nutzte derweil immer wieder seine Routine und Klasse aus und kam zur nächsten Strafecke, die jedoch nicht von Erfolg gekrönt war. Gegen Ende des dritten Spielabschnitts fand ein Anspiel aus dem Halbfeld MHC-Stürmer Justus Weigand, der mit cleverem Lupfer ins lange Ecke dem herausstürmenden Jens Blüthner keine Chance ließ und das 1:1 erzielte (41.). Im Summe war Blüther aber erneut ein ebenso sicherer wie vielbeschäftigter Rückhalt.

Auch im letzten Spielabschnitt entwickelte sich ein intensives Spiel mit Torszenen auf beiden Seiten, sodass durchaus mehr für den GHTC drin war. Vom deutlichen Unterschied in der Tabelle war nur wenig zu sehen, auch wenn der MHC insgesamt abgeklärter agierte als die teils junge Gladbacher Mannschaft. In den Schlussminuten erhöhte Mannheim, das sich nicht mit dem Remis zufriedengeben wollten, den Druck und erarbeitete sich gleich drei Strafecken. Die erste parierte Jens Blüthner stark, beim zweiten Versuch vereitelte seine Eckenabwehr den Schuss bereits im Ansatz und beim dritten Mal parierte Linienmann Wei Adams sicher. Gonzalo Peillat, einer der besten Eckenschützen der Welt, ging entsprechend in dieser Partie leer aus.

Für die letzten beiden Minuten nahm MHC-Trainer Andreu Enrich den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Platz. Nach einer langen Ecke brachte Mannheim einen letzten langen Ball Richtung GHTC-Kreis. Dieser rutschte an Freund und Feind vorbei und landete bei Justus Weigand, der auch in dieser Situation cool blieb und zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff sicher ins lange Eck zum 2:1-Siegtreffer einschob.

Die Stimmung von GHTC-Coach André Schiefer konnte die späte Niederlage jedoch nur beding trüben: „Natürlich ist es sehr schade, in allerletzter Sekunden das entscheidende Gegentor zu bekommen, da rutscht der Ball irgendwie durch, das haben wir nicht optimal verteidigt. Dennoch bin ich super zufrieden und stolz auf die Leistung der Mannschaft gegen einen der Meisterschaftsfavoriten.“ Seine Mannschaft habe die Trainingsinhalte sehr gut umgesetzt und das Spiel lange offen gehalten. „Nach dem Ausgleich haben wir weiter nach vorne gespielt und waren teils näher dran am 2:1. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sind bereit für die Play-downs gegen Frankfurt und gehen mit viel Selbstbewusstsein in die Partien. Dennoch wissen wir, dass dies ganz eigene Spiele werden, bei denen es vor allem darum geht, über die volle Distanz die nötige Energie und Konzentration auf den Platz zu bringen“, so Schiefer. In den Play-downs am 27. April treffen die Gladbacher auf den SC Frankfurt.

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