SG Mönchengladbach bei der Deutschen Meisterschaft Gelingt Holt der Husarenritt?

Schwimmen · Die SG Mönchengladbach tritt in Berlin bei der Deutschen Meisterschaft im Schwimmen mit fünf Athletinnen und Athleten an. Nina Holt kann eine Olympianorm schaffen. Wie sind die Chancen der anderen?

 Nina Holt schwimmt in Berlin um die vorderen Plätze mit (Symbolbild).

Nina Holt schwimmt in Berlin um die vorderen Plätze mit (Symbolbild).

Foto: dpa/Christophe Gateau

Im gut gefüllten Terminkalender der Leistungsschwimmer bleibt kaum Zeit für Verschnaufpausen. So sind Cheftrainer Dieter Sofka von der SG Mönchengladbach und seine Top-Schwimmerinnen und -Schwimmer an diesem Wochenende in Berlin – in der Hauptstadt steht die Deutsche Meisterschaft an, bei der fünf SG-Akteure um Medaillen mitschwimmen.

Einmal mehr liegt der Fokus auf Spitzenschwimmerin und DSV-Olympiakader-Mitglied Nina Holt, die über 50 Meter, 100 Meter und 200 Meter Freistil der Frauen antritt und um vordere Platzierungen mitschwimmen kann. Am vergangenen Wochenende gelang ihr bei einem Schwimm-Meeting in Magdeburg eine Fabelzeit von 54,22 Sekunden über 100 Meter Freistil – das ist seit einigen Jahren die schnellste Zeit einer deutschen Schwimmerin in dieser Disziplin. Damit ist sie allerdings noch ein gutes Stück von der Olympia-Norm von 53,61 entfernt, die sie bei der anstehenden WM in Angriff nehmen will.

Neben Holt ist die SG mit Magdalena Benzmüller (Jahrgang 2005) vertreten, die ebenfalls im Freistil über 50 und 100 Meter antritt. Dazu kommt Julia Znachwochska (2005), die im 50- sowie 100 Meter Freistil sowie 50 Meter Schmetterling dabei ist. Bei den Männern geht Adrian Bierwitz (1999) im Rückenschwimmen über 50 Meter und 100 Meter sowie im 100 Meter Freistil an den Start. Aaron Schmidt (2000) probiert es in vier Disziplinen: im Schmetterling über 50, 100 und 200 Meter und zusätzlich über 100 Meter Freistil.

„Aaron will um eine Finalplatzierung mitschwimmen“, sagt Sofa über Schmidt, der mit Znachowska mittlerweile in Wuppertal trainiert. „Bei Adrian ist die Prognose schwieriger, da er jetzt erfolgreich seinen Meister in Elektrik-, Klima- und Kältetechnik gemacht hat. Er war fleißig und trainiert nebenher, musste aber natürlich ein wenig zurückstecken“, schätzt Sofka ein. Der ist aber positiv gestimmt: „Er wird gut schwimmen, weil er einfach Bock hat und unglaublich clever im Wasser ist.“

Bei Znachowska und Benzmüller gehe es eher nicht um den Finallauf, schätzt Sofka. Persönliche Bestzeiten zu schwimmen, könnte aber auch für sie möglich sein. Bei der Erkelenzerin Nina Holt, die zwar seit anderthalb Jahren in Magdeburg trainiert, aber noch für die SG antritt, sind die Erwartungen größer: „Ich denke, wenn Sie ihre Performance hinbringt, wird sie auch Deutsche Meisterin oder zumindest ein Wort um den Titel mitreden“, sagt Sofka.

Die 21-Jährige tritt in den drei Disziplinen an, in denen sie zurzeit am stärksten ist und so die besten Chancen für eine Olympia-Quali hat. „Die Einzelnormen sind aus meiner Sicht noch nicht in Reichweite. Vielleicht gelingt ihr aber ein Husarenritt, bei dem alles passt“, sagt der Trainer.

Auf der 50er-Distanz fehlen Holt noch knapp vier Zehntel bis zur Norm, bei den 100 Metern sind es sechs Zehntel, bei 200 sind es über zwei Sekunden. Bei letzterer Distanz sei sie aber noch nicht auf ihrem maximalen Leistungsstand gewesen, auch aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle in diesem Winter.

Wahrscheinlicher ist Holts Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Paris mit den Staffeln über vier Mal 100 Meter Lagen und vier Mal 200 Meter Freistil, in denen Deutschland schon für Olympia qualifiziert ist. Insbesondere im Kraulen ist Holt die Stärkste, die mannschaftliche Stärke sei insgesamt in den Staffeln aber nicht gegeben, die Chance aufs Olympiafinale daher gering. Ob Holt zumindest für die Staffeln nominiert wird, hängt jetzt vom Deutschen Olympischen Sportbund ab.

Die DM-Wettkämpfe starten am Donnerstag und enden Sonntag. Am Vormittag stehen jeweils die Vorläufe auf dem Programm, am Nachmittag die Finalläufe. „Ich freue mich total drauf, das ist immer ein besonderes Event in Berlin“, sagt Sofka.

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