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Unwetter NRW: Schwere Gewitter sorgen für überschwemmte Straßen

Autobahn 43 überflutet : Viele Feuerwehreinsätze nach starken Gewittern in NRW

Starke Gewitter mit viel Regen und Wind sind am Dienstag quer durch NRW gezogen. Teile der A43 und A52 standen teilweise unter Wasser. Die Feuerwehr musste Keller leerpumpen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zogen die Gewitter vom Sauerland durch das südliche Ruhrgebiet und weiter Richtung Niederrhein. Mancherorts gab es bis in die Nacht heftige Gewitter mit reichlich Regen und starkem Wind. Und auch am Mittwoch kann es erneut Unwetter in NRW geben. 

In Düsseldorf sorgte das Unwetter vor allem in den linksrheinischen Stadtteilen Heerdt und Oberkassel für Einsätze der Feuerwehr. 32 Mal mussten die Retter insgesamt ausrücken. Vor allem vollgelaufene Keller sowie teilweise lose Äste und ein umgestürzter Baum beschäftigten die Einsatzkräfte bis Mitternacht, berichtete die Feuerwehr am Mittwochmorgen. Unter anderem war auf der Ardennenstraße die Tiefgarage unter einem Wohngebäude in Teilen mit Wasser vollgelaufen. Ein umgestürzter Baum hatte auf der Oberkasseler Straße ein geparktes Auto beschädigt, die Rettungskräfte rückten mit der Motorsäge an. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es keine Verletzten im Zusammenhang mit dem Unwetter. Mehr dazu gibt es hier.

Die Feuerwehr Neuss musste zu insgesamt 63 Einsätzen ausrücken Bei sechs Feuermeldung unterschiedlichster Art waren zum Teil mehrere Löschzüge gefordert, berichten die Rettungskräfte. Ein Großteil der Einsätze waren Wasserschäden durch vollgelaufene Keller und Souterrain-Wohnungen. Zwischen 21.33 Uhr und kurz nach Mitternacht sind insgesamt 51 Wassereinsätze gemeldet und abgearbeitet worden. Diese beschränkten sich fast ausschließlich auf den Bereich der nördlichen Furth.

Radar-Bilder des DWD zeigten in Bochum Regenmengen von stellenweise mehr als 40 Litern pro Quadratmeter, wie Meteorologin Ines Wiegand sagte. Die Feuerwehr Bochum zählte in der Folge 30 Einsätze. An vielen Stellen stürzten Bäume auf Straßen, teilweise wurden dabei auch Fahrzeuge beschädigt. Der Starkregen überflutete Keller und Wohnräume. Auch in Aachen gab es ein heftiges Hitzegewitter. Die Feuerwehr zählte laut einem Bericht der „Aachener Zeitung“ bis zum Nachmittag 35 Einsätze. In Moers meldete die Feuerwehr ebenfalls überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume. Am späten Nachmittag zog ein Gewittersturm über den südlichen Teil des Kreises Kleve. Er wurde von Hagelschauern begleitet.

Das „WDR Verkehrstudio“ vermeldete bei Twitter überflutete Fahrbahnen auf der A43 zwischen Sprockhövel und Bochum und eine überflutete Fahrbahn auf der A52 zwischen Büderich und Kaarst-Nord. Die B58 bei Alpen wurde wegen Sturmschäden gesperrt. Teile einer Baumkrone waren abgebrochen und blockierten die Bundesstraße. Auch in Dortmund waren mehrere Bäume auf Straßen gefallen, sodass Straßen teilweise überschwemmt wurden. Köln ist hingegen verschont geblieben, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwochmorgen sagte.

Die tatsächlichen Höchsttemperaturen lagen am Dienstagnachmittag am Niederrhein bei 36 Grad oder mehr. Spitzenreiter in NRW war bis zum Nachmittag einmal mehr Tönisvorst, wo 36,7 Grad gemessen wurden.

Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) warnte am Dienstag mit eindringlichen Worten vor der Gefahr von Waldbränden. „Eine kleine Unachtsamkeit kann zu einer Katastrophe führen“, erklärte sie in Düsseldorf. Es sei wichtig, dass sich „wirklich alle“ Waldbesucher an die Regeln hielten. Die allermeisten Waldbrände hätten menschliche Ursachen. „Daher ist jetzt wichtig: Kein Rauchen und keine offenen Feuer im Wald. Bitte halten Sie zudem Waldzufahrten unbedingt für Rettungsfahrzeuge frei“, sagte der Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, Andreas Wiebe.

Die Anzahl der Tage mit hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr habe sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt, so das Ministerium weiter. „In der Periode 1961-1990 gab es durchschnittlich zehn Tage pro Jahr mit hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr. 1990-2019 waren es 20.“ Im laufenden Jahr seien 39 Brände mit einer Fläche von rund 43 Hektar registriert worden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte die Waldbrandstatistik für NRW 94 Waldbrände erfasst, bei denen insgesamt 27,3 Hektar Wald zerstört wurden.

Laut Umweltbundesamt sind vor allem Menschen ab 65 Jahren und pflegebedürftige Menschen bei Hitze stark gefährdet. „Die Gefahr steigt mit zunehmendem Alter, weil die Fähigkeit des Körpers zur Selbstkühlung durch Schwitzen abnimmt“, heißt es in der Broschüre „Hitzeknigge“. Die Experten raten, nicht erst bei Durst zu trinken, sondern stündlich ein Glas Wasser. Empfohlen werden etwa Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter Kräutertee oder Tee. Eiskalte Getränke sowie Kaffee, stark gezuckerte und alkoholische Getränke sollten gemieden werden.

Schwülheiße Luft lässt die Menschen in Nordrhein-Westfalen auch in den kommenden Tagen schwitzen - trotz kurzzeitiger Abkühlung durch teilweise heftige Gewitter. Der DWD verlängerte am Dienstag seine Warnung vor extremer Hitze im westlichen Landesteil bis Mittwochabend. Das bedeutet, dass die sogenannte gefühlte Temperatur dort tagsüber weiterhin über 38 Grad liegen kann. Im Westen könnten ab Mittag einzelne kräftige Gewitter auftreten, teilweise bestehe sogar Unwettergefahr. Der DWD geht dabei von einer sehr hohen gesundheitlichen Gefährdung aus. Es war das erste Mal in diesem Sommer, dass solch eine Hitzewarnung der höchsten Stufe in NRW ausgegeben wurde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unwetter durch Hitzewelle in NRW

(ahar/felt/ham/top/dpa )