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Corona-Krise in NRW: Schul-Start 2020 mit Maskenpflicht in Klassenzimmer

Regelunterricht trotz Corona-Pandemie : Erster Tag mit Maske - so lief der Schulbeginn in NRW

Deutschland schaut auf NRW: Die Schule ging am Morgen wieder los, grundsätzlich als Präsenzunterricht trotz Corona-Krise. Ab Klasse 5 müssen die Kinder auch in der Klasse Maske tragen. Klappt das?

Die Sommerferien sind vorbei, und in Nordrhein-Westfalen hat wieder die Schule angefangen. Für rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche an 5500 Schulen beginnt wieder der Regelunterricht. Die Einschulungsfeiern für Erstklässler sind größtenteils am Donnerstag.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist jedoch vieles anders als gewohnt: Als einziges Bundesland gilt in Nordrhein-Westfalen eine Maskenpflicht im Unterricht. Zum Schutz vor Corona-Infektionen muss ein Mund-Nasen-Schutz von allen Schülern der weiterführenden und berufsbildenden Schulen auch in der Klasse am Platz getragen werden. Ausgenommen sind nur die Grund- und Förderschüler der Primarstufe. Für alle gilt aber eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände und auf den Fluren.

So auch in der neunten Klasse der Waldorfschule in Düsseldorf-Gerresheim: 37 Schüler sitzen in dem Klassenzimmer, alle tragen einen Mund-Nasen-Schutz – auch die Lehrkräfte. Die Vorgabe klappt gut, nur selten nimmt ein Schüler die Maske ab, um zu trinken oder Luft zu schnappen. „Die Maske kennt man ja jetzt schon“, sagt Luis (14). „Es ist echt nicht toll, aber es geht schon.“ Luna (15) ist froh, wieder mit ihren Freunden in der Schule zu sein. „Mit der Maske ist es sicher anstrengend, man bekommt einfach nicht so gut Luft. Aber Meckern bringt nichts, das ist jetzt eben unser Alltag. Und je mehr man sich an die Regeln hält, desto schneller geht die Pandemie hoffentlich vorbei.“

Auch an der Hubertus-Grundschule in Neuss haben sich die Kinder mit den Änderungen zum neuen Schuljahr arrangiert. Wie der Unterricht in Corona-Zeiten abläuft, und welche Probleme es bei der Einhaltung der Hygiene-Regeln gibt, lesen Sie in unserer Reportage.

In der Düsseldorfer Waldorfschule ist es wegen des Sommerwetters bereits nach wenigen Minuten sehr warm im Raum, ein Ventilator sorgt für etwas Abkühlung. Kleiner Trost für die Klasse: Für die ganze Schule gilt ab 12 Uhr Hitzefrei, von Mittwoch bis Freitag. Wegen des heißen Sommerwetters und der Maskenpflicht hat das Ministerium die Hitzefrei-Regelung auf die Schüler der Sekundarstufe II ausgeweitet. Wenn die Temperaturen in den Räumen auf mehr als 27 Grad steigen, können damit auch Oberstufenschüler hitzefrei bekommen. Schulen können die Stunden verkürzen oder die fünfte und sechste Stunde ausfallen lassen.

In Dorsten musste eine Schule den Start verschieben: Eine Lehrerin ist positiv auf Corona getestet worden, der Unterricht fiel aus. Mittlerweile sind bereits weitere Fälle an anderen NRW-Schulen bekannt.

Wegen der Corona-Krise hatte NRW in den letzten Wochen vor den Sommerferien zunächst schrittweise wieder Präsenzunterricht eingeführt. Ansonsten wurden Schülerinnen und Schüler digital und auf Distanz unterrichtet. Die Wiederaufnahme des Regelunterrichts wird daher bundesweit mit Spannung verfolgt: In dem dichtbesiedelten Bundesland könnte sich besonders deutlich zeigen, wie die Schutzkonzepte an den Schulen funktionieren. Die Infektionszahlen im Land waren in den vergangenen Wochen wieder gestiegen.

Unterrichtet werden soll „jahrgangsbezogen in Klassen, in Kursen oder festen Lerngruppen“, so das Schulministerium in seinem Konzept. Grundsätzlich sind Schülerinnen und Schüler verpflichtet, am Präsenzunterricht teilzunehmen - es sei denn, sie haben zum Beispiel Vorerkrankungen. Alle Lehrer können sich bis zum 9. Oktober alle 14 Tage kostenlos auf Corona testen lassen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verteidigte die Maskenpflicht im Unterricht. Gerade in der jetzigen Phase, in der viele Menschen von Reisen zurückkehrten, müsse man vorsichtig sein. „Die Pandemie ist längst noch nicht vorbei“, sagte Laschet. „Wenn sich das Geschehen normalisiert, dann können wir auch schnell wieder von dieser Pflicht Abstand nehmen.“ Die Maskenpflicht im Unterricht ist zunächst bis zum 31. August begrenzt. In anderen Bundesländern müssen die Schüler nur auf Gängen oder im Pausenhof Masken tragen.

Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in NRW, so wie sie in Bussen oder Bahnen drohen, gibt es in Schulen nicht. Die Schulleitungen könnten laut dem zuständigen Staatssekretär Mathias Richter aber „erzieherische Maßnahmen“ bei Schülern ergreifen, die sich bewusst oder sogar provokativ nicht an die Vorgaben des Infektionsschutzes hielten. „Letztlich kann es dazu führen, dass es nach Hause geht“, so Richter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So läuft der Schulstart in NRW mit Maskenpflicht

(mba/kess/dpa)