Borussia Mönchengladbach: Marco Rose ist ein Typ wie Jürgen Klopp

Borussias Wunsch-Trainer : Marco Rose ist ein Typ wie Jürgen Klopp

Marco Rose wird wohl neuer Trainer von Borussia Mönchengladbach. Was zeichnet den ehemaligen Mainzer aus? Wir erklären, wie der 42-Jährige tickt.

Marco Rose ist nominiert. Bei der Leonidas-Sportlerwahl der „Salzburger Nachrichten“ werden die besten Sportler und Trainer im Rahmen einer Gala gekürt. Rose, 42, Trainer des Fußballvereins RB Salzburg, hat gute Chancen, wie 2018 die Wahl zu gewinnen. Einer, der Meister-Trainer ist und mit seinem Team bis ins Halbfinale der Europa League vorgestoßen ist, hat einen Stellenwert in einer Stadt, die nicht nur „narrisch“ ist auf Mozart, ihren großen Sohn, sondern auch auf Fußball.

Rose, der gebürtige Leipziger, wird jedoch nicht nur auf seine Verdienste um den Klub des Getränkekonzerns Red Bull angesprochen werden an diesem Abend. Sondern auch auf seine Zukunft. Die wird nicht in Salzburg, sondern am Niederrhein bei Borussia Mönchengladbach liegen. Dort wird Rose in der neuen Saison Trainer sein, so die Information unserer Redaktion. Offiziell bestätigt hat das indes noch niemand. Schon gar nicht Rose. Er hat in der Zukunftsfrage eine Mauer des Schweigens aufgebaut in den vergangenen Monaten, als er zunächst mit 1899 Hoffenheim, dann mit dem FC Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht wurde. Rose hat immerhin zugegeben, dass ihn das große Interesse aus der Bundesliga ehre. Nun hat Borussia das Rennen gemacht um den Coach. Zeitnah dürfte die Vollzugsmeldung folgen, womöglich schon Anfang nächster Woche, wenn die Salzburger am Sonntag das Topspiel der österreichischen Bundesliga gegen den Linzer ASK absolviert haben.

Menschen, die Rose kennen, sagen: Er ist eine Art Menschenfänger. Er kann begeistern und motivieren, er nimmt die Spieler mit, auch die aus der zweiten Reihe, er kann überzeugen, deswegen vertrauen ihm seine Spieler. „Sie hängen an seinen Lippen. Er ist fußballverrückt, beschäftigt sich Tag und Nacht mit dem Spiel. Er ist ein Typ wie Jürgen Klopp“, sagt Alexander Bischof, der für die „Salzburger Nachrichten“ über RB Salzburg berichtet.

Mit Klopp, dem Liverpool-Trainer, ist Rose befreundet. Klopp, aber auch Thomas Tuchel, die beide in Mainz seine Trainer waren, haben Rose beeinflusst und auch Ralf Rangnick, unter dem er in Hannover spielte. Als Spieler war Rose einer vom Typ Anführer, einer, der kein Blatt vor den Mund nahm. Dazu gibt es eine Geschichte: Als es mal eine Aussprache mit dem damaligen Trainer Jörn Andersen gab, war es Rose, der aufstand und dem Norweger die Meinung sagte. Mainz stieg auf. 2009 machte ihn Manager Christian Heidel zum Co-Trainer, er sah schon damals das Trainertalent Roses. Dieser war zwei Jahre der „Co“ von Martin Schmidt in Mainz, 2012 wurde er Cheftrainer bei Lok Leipzig.

2013 wechselte er in die RB-Akademie in Salzburg. 2017 führte er das Nachwuchsteam des Klubs zum Sieg in der UEFA Youth League. Das brachte ihn erstmals in den Fokus vieler Klubs, seither gilt Rose als einer der angesagten jungen deutschen Trainer. Im September 2016 übernahm er das Profiteam.

103 Pflichtspiele hat er hinter sich, 73 wurden gewonnen, 241 Tore erzielte sein Team. Für Aufsehen sorgte RB Salzburg in der Europa-League-Saison 2017/18, als es im Achtelfinle Borussia Dortmund eliminierte und bis ins Halbfinale kam. In der folgenden Saison gab es in der Europa-League-Gruppe den „Bruderkampf“ mit RB Leipzig, den die Salzburger für sich entschieden.

Rose-Fußball ist „aggressiver Powerfußball“, sagt Bischof: Roses Stil ist nicht so wild wie der von Roger Schmidt in Salzburg, aber „wahnsinnig laufintensiv, seine Spieler sind extrem fit. Es gibt kein Pressing um jeden Preis, aber jeder Spieler muss ständig bereit sein, nach vorn gehen“. Weiter, immer weiter ist das Motto, das bekam Austria Wien zuletzt zu spüren: Nach 80 Minuten stand es 3:1, am Ende 5:1. Derart waren die Borussen im ersten Saisonteil unterwegs, dieser Hunger ist abhanden gekommen. Ob das aktuelle 4-3-3-System eine Zukunft hat, wird sich zeigen. Rose formiert sein Team am liebsten in einem 4-3-1-2-System mit einer Raute im Mittelfeld.

Als Spieler in Mainz war Rose Publikumsliebling. In Salzburg hat er als Trainer die Fans überzeugt. Ab Sommer will er das in Gladbach tun. Die Bundesliga ist eine neue Herausforderung für ihn. Als Spieler kam Rose mit Borussia gut klar. Sechs Spiele machte er gegen seinen künftigen Arbeitgeber, drei Siege gab es und drei Remis. Was für ein Omen das für seinen anstehenden Trainerjob ist, wird sich erweisen.

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