Dieter Hecking: Trainerentlassung bei Borussia Mönchengladbach - Reaktionen

Trainerentlassung in Mönchengladbach : Hecking muss gehen – die Reaktionen

Die Anhänger von Borussia wurden von der Nachricht überrascht, dass für Cheftrainer Dieter Hecking im Sommer Schluss ist. In den sozialen Netzwerken gab es tausende Kommentare. Unsere Redaktion fragte bei prominenten Fans nach.

Es war gegen 15.11 Uhr am Dienstagnachmittag, als für Borussia-Fans kurzzeitig alles andere zur Nebensache wurde. Zu dem Zeitpunkt verkündete Borussia, dass Dieter Hecking im Sommer als Cheftrainer gehen muss. Im Fraktionssaal der SPD im Bundestag vibrierte das Handy der Mönchengladbacher Abgeordneten Gülistan Yüksel. „Ich war erstmal richtig geschockt, als ich von der Trennung las“, sagte Yüksel, die auch Vorsitzende des Fanclubs „Fohlen des Bundestags“ ist. „Ich finde es sehr schade, dass es dazu kommen musste.“ Die letzten Spiele seien zwar nicht mehr gut gewesen. „Aber ob das immer am Trainer hängt? Ich glaube, auch an der Einstellung der Spieler muss sich dringend etwas ändern.“

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners war ebenfalls überrascht: „Solche Nachrichten in der Saison lösen natürlich immer etwas aus. Ich halte es aber taktisch nicht für unklug. Wenn man das offen kommuniziert, vermeidet man, dass Unruhe aufkommt. Denn Hecking muss ab sofort ein hohes Interesse haben, die Saison und seine Zeit bei Borussia so gut wie möglich zu Ende zu bringen. Und die Mannschaft darf nicht gegen den Trainer spielen. Als Nachfolger fände ich einen der jungen Trainer faszinierend, Typus Nagelsmann, weil sie die Sprache der Spieler sprechen.“ Bestseller-Autorin Rebecca Gablé befand: „Ein großes Dankeschön an Dieter Hecking für die geleistete Arbeit, deren Erfolge lange Zeit für sich sprachen. Aber spätestens nach dem Debakel in Düsseldorf war wohl offensichtlich, dass eine Veränderung notwendig ist, und darum ist diese Entscheidung richtig.“ Auch Hans-Peter Ulepic, Vorstand der Gladbacher Bank, fand die vergangenen Spiele „bestürzend. Aber ich bin trotzdem überrascht, weil ich dachte, Hecking sitzt fest im Sattel.“

Pfarrer Klaus Hurtz hofft auf die Champions League. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Susanne Titz, Direktorin des Museums Abteiberg, sagte: „Schade, ich bin immer erschrocken, wenn jemand gehen muss. Und trotz der letzten Spiele steht die Mannschaft ja nicht so schlecht da. Außerdem ist die Frage, ob es am Trainer liegt. Der nächste sollte der Mannschaft Mut machen: Offensive, wer nichts wagt, der nicht gewinnt.“ Auch der Rheydter Pfarrer Klaus Hurtz findet: „Vielleicht braucht Borussia einen Trainer, der wieder mehr Schwung und Mut auf den Platz bringt. Ich hoffe, dass jetzt alle Beteiligten für die besten Voraussetzungen für die kommende Saison sorgen. Ich hoffe noch auf die Champions League.“

Norbert Bude meint: „Das nimmt Druck raus.“. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Michael Grosse hatte als Theater-Intendant zuletzt viel mit Borussia zu tun wegen der erfolgreichen Revue. Er findet: „Ich bedaure diese Entscheidung und halte sie auch nicht für richtig.“ Diese Entscheidung aber gemeinsam zu präsentieren, das habe Stil und unterscheide Borussia von anderen Vereinen. „Dies wird verhindern, dass Dieter Hecking zur ,lame duck’ für die letzten Spiele wird“, sagte Grosse. Norbert Bude, Chef der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach: „Es jetzt bekannt zu geben, nimmt Druck raus. Der ist ja in den vergangenen Wochen gewachsen.“

Susanne Titz wünscht sich mehr Offensive. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Wolfgang Kemmerling, Frontmann der Plexiphones, überraschte hingegen der Zeitpunkt: „Konsequenter wäre gewesen, direkt den Wechsel zu vollziehen. Denn die letzten Spiele hatten ja etwas Albtraumhaftes. Hecking gehört zu den guten Typen alten Schlags, er ist ein Ehrenmann und wird die Saison sicherlich gut zu Ende bringen.“

OB Hans-Wilhelm Reiners: Junger Nachfolger wäre gut. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Auch im Netz sorgte die Nachricht für Aufsehen und viele Kommentare. Unter dem Facebook-Post, in dem der Verein das Ende der Zusammenarbeit mit Hecking erklärt, schwanken die Emotionen zwischen Bedauern und Erleichterung. Viele schreiben „endlich“ oder „das wurde auch Zeit“. Unverständnis gibt es, weil Hecking erst zum Saisonende gehen soll, einige Fans hätten sich einen früheren Abgang des Cheftrainers gewünscht, „um zumindest die internationalen Plätze nicht aus den Augen zu verlieren“, wie einer schreibt.

Gülistan Yüksel war „richtig geschockt“. Foto: Ilgner Detlef (ilg)/Ilgner,Detlef (ilg)

Doch es gibt auch Bedauern: „Menschlich schade“, schreibt ein Nutzer. Und bei Twitter schreibt ein anderer: „Ich war ja von Anfang an kein Fan von Hecking. Trotzdem möchte ich Dieter Hecking danken für seine immer ehrliche Art. Glaube er hat sich zu 100 Prozent mit Borussia identifiziert und das gibt es nicht oft.“ Viele sehen nicht alle Fehler bei ihm: „Die letzten Leistungen zeigten eher ein kollektives Versagen als das eines Einzelnen.“ Ein anderer: „Ich habe da aber eher eine Arbeitsverweigerung der meisten Spieler gesehen! Wenn diese Spieler meinen, gegen den Trainer spielen zu müssen, sollten sie lieber gleich gehen!“

Auch Nachfolger-Vorschläge seitens der Fans gibt es bereits: „Schubert zurückholen“, fordert einer, ein anderer schreibt „Korkut wäre frei.“ Ein weiterer würde lieber den Trainer von SC Freiburg nach Mönchengladbach holen: „Christian Streich. Der beste Trainer überhaupt“, schreibt er. „Marco Rose wäre cool“, findet ein anderer. Der Name des Salzburger Trainers ist unter den Fans im Netz einer der Favoriten.