Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking, Lars Stindl und Tony Jantschke sprechen von der Champions League

Nach Hecking-Aus im Sommer : Borussia ruft Champions League als Ziel aus

Nach der Bekanntgabe des Trainerwechsels im Sommer sprichen Borussen endlich offen über das Ziel Champions League. Das wollen sie auch für Dieter Heckings Abschluss erreichen.

Wochenlang haben sich die Borussen ferngehalten davon, die Champions League öffentlich als Ziel zu formulieren. Nach dem sehr schwachen Auftritt und der 1:3-Niederlage in Düsseldorf sowie der Bekanntgabe, dass Dieter Hecking in der kommenden Saison nicht mehr Trainer der Gladbacher sein wird, ist die Zurückhaltung gefallen. „Ich würde mich freuen, als Champions-League-Teilnehmer zu gehen“, hatte Hecking selbst am Mittwoch gesagt. Diesen Wunsch wollen ihm seine Spieler erfüllen.

„Die Champions League ist unser Ziel. Wir wollen in den letzten sieben Spielen möglichst viele Punkte holen und noch einen Platz in der Tabelle nach oben klettern“, sagt Lars Stindl. Auch Tony Jantschke spricht davon, dass „Maximum“ herauszuholen: „Und das bedeutet jetzt die Champions League.“

Die Alibis der Vorwochen sind beiseitegeschafft. Lange machten die Gladbacher den Eindruck, selbst nicht an den Einzug in die Königsklasse zu glauben und nicht vehement gegen den Verlust des vierten Platzes anzugehen. Fünf Punkte holten sie aus den vergangenen sieben Spielen nur. Jetzt, wo Heckings Abgang feststeht, greift Borussia wieder an. Weil der Trainer nichts mehr zu verlieren hat und die Attacke-Marschroute vorgibt. „Der Trainer hat hier zweieinhalb Jahre gute Arbeit geleistet, vielleicht ist das nun ein kleiner Motivationsschub, um noch ein Stück zusammenzurücken. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit ihm unser Ziel erreichen“, sagt Stindl. „Das hätten wir uns auch – trotz der vergangenen Wochen – in dieser Saison verdient.“

Einen Tag nach dem Düsseldorf-Desaster und bevor Hecking und die Mannschaft vom bevorstehenden Trainerwechsel – Marco Rose wird aller Voraussicht nach das Amt zur neuen Saison übernehmen – erfuhren, trafen sich die Borussen am Sonntag gemeinsam mit ihren Familien zum Brunch. „Das war schon länger geplant und hatte nichts mit dem Spiel in Düsseldorf zu tun. Aber das waren schöne Stunden, und der Trainer hat Worte an die Spieler und Familien gerichtet, die sehr gut gepasst haben“, sagt Stindl und ergänzt: „Wir haben auch intern in der Mannschaft das eine oder andere angesprochen. Der Auftritt in Düsseldorf war keiner, den man einfach so hinnehmen kann. Das hat uns allen zu denken gegeben. Das war eine ganz schwache Leistung von uns allen.“

Solche Auftritte dürfen sich die Borussen in den kommenden Wochen nicht mehr erlauben. Den Siegeswillen, den sie jetzt nach außen präsentieren, müssen sie aber auch auf den Platz bringen. Für die Gladbacher, die wochenlang betont haben, den erfolgreichen Weg aus der Hinrunde weitergehen zu wollen und damit scheiterten, gibt es nur noch eines: Erfolg. Egal wie. Und dafür werden Trainer und Spieler in den nächsten Tagen sicherlich alles machen. „Wir lassen jetzt erstmal die letzten Tage sacken.Das war alles sehr turbulent, und wir wurden von der Nachricht des Klubs auch überrascht. Aber dann konzentrieren wir uns auf das schwere Spiel gegen Bremen. Wir müssen wieder in die Spur kommen und angreifen, und damit wollen wir gleich am Sonntag anfangen“, sagt Stindl. „Wir haben jetzt unseren Job zu machen. Wir hauen alles raus“, gibt Jantschke kurz und knapp die Marschroute vor.

Dafür geht Borussia bereits einen neuen Weg. Am Mittwochvormittag stand die einzige öffentliche Trainingseinheit auf dem Plan. Den Rest der Woche ziehen sich die Gladbacher zurück und trainieren unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Um sich zu 100 Prozent darauf zu konzentrieren, wieder sportlich erfolgreich zu werden. Auch, um Hecking mit der Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb zu verabschieden. Klappt das nicht, hätte er zum dritten Mal mit Borussia Europa verpasst. Dann wäre er in Mönchengladbach gescheitert.

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