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Borussia Mönchengladbach: „Dann reißen wir uns die Köpfe ab“ - Stimmen

„Dann reißen wir uns die Köpfe ab“ : Borussia wird gegen Bochum beinahe rückfällig

Im Anschluss an das 2:1 gegen Bochum gehen Borussias Spieler selbstkritisch mit der Leistung und besonders dem Verlauf der Partie um. Dieser Ansatz gefiel auch Trainer Adi Hütter, dem ansonsten gegen den Aufsteiger einiges nicht gepasst hat.

Die Zahl war zwischenzeitlich so präsent, dass es nicht verwundert hätte, wenn sie in die Lehrpläne an Mönchengladbach Schulen aufgenommen worden wäre: 29 Punkte verspielte Borussia vergangene Saison unter Trainer Marco Rose nach Führungen, das konnte fast jeder Borussia-Fan mitsprechen. In dieser Spielzeit läuft es unter Adi Hütter deutlich besser, eine Führung bedeutet in der Regel einen Sieg, nur am ersten Spieltag gegen den FC Bayern reichte ein 1:0 nicht.

Doch in keinem Spiel war Borussia so nah dran, mal wieder sicher geglaubte Punkte zu verdaddeln wie am Sonntagabend gegen den VfL Bochum beim 2:1-Erfolg. 82 von 94 Minuten inklusive Nachspielzeit lag Hütters Mannschaft vorne durch Tore von Alassane Plea und Jonas Hofmann, in der 93. war die Führung beinahe dahin – Yann Sommer parierte stark gegen Milos Pantovic. Und so überlagerte eine schwache Viertelstunde am Ende des Spiels in der Nachbetrachtung beinahe das Gute, was Borussia davor über weite Strecken auf den Rasen gebracht hatte.

„Wenn wir hinten raus den Ausgleich kriegen, reißen wir uns gegenseitig die Köpfe ab“, mutmaßte Jonas Hofmann, der frei vor Bochums Torwart Manuel Riemann die beste Chance zur Vorentscheidung liegen ließ. Gladbach- und Nationalmannschafts-Kollege Matthias Ginter verwies sogar auf die Horrorbilanz der Vorsaison: „Jeder weiß, dass wir schon genügend Punkte verschenkt haben. Heute wäre es fast wieder so weit gewesen. Am Ende haben wir auch das nötige Glück gehabt, aber zu oft sollte uns das nicht passieren.“

Somit bleibt es dabei, dass Borussia nach einer Führung nur einmal nicht gewonnen hat, während ein Rückstand bis auf das 1:1 gegen den VfB Stuttgart vor zwei Wochen stets eine Niederlage bedeutete. Weniger Comeback-Qualitäten hat neben dem FSV Mainz, Gladbachs nächstem Gegner am Freitag (20.30 Uhr), bislang nur eine Mannschaft gezeigt: der VfL Bochum. In der Schlussphase war der Aufsteiger indes drauf und dran, noch einen Punkt mitzunehmen. Danny Blum hatte in der 86. Minute per Freistoß für den Anschlusstreffer gesorgt.

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Fehlende Frische nach der „magischen Nacht“ gegen den FC Bayern, nach dem historischen 5:0 wollte kein Borusse als Ausrede gelten lassen. „Wir haben hervorragend ins Spiel gefunden und zur Halbzeit hochverdient geführt. In den ersten 45 Minuten haben wir meiner Meinung nach ein ähnliches Spiel gemacht wie am Mittwoch, das konnten wir später aber nicht mehr umsetzen. Wir waren nicht mehr so agil und spielfreudig, haben viele einfache Fehler gemacht“, resümierte Hofmann. Borussias Ballbesitzquote bis zur 77. Minute: 69 Prozent. Danach: 45 Prozent.

Kein Wunder, dass Trainer Hütter nicht nur bemängelte, dass sein Team nicht „den Sack zugemacht“ hatte. Die ausführliche Analyse will er seinen Spielern am Montagmorgen präsentieren, das erste Fazit fiel kritisch aus. „Natürlich dürfen wir nicht zufrieden sein mit dem, was wir phasenweise praktiziert haben: zu weit auseinander, zu wenig giftig, zu wenig griffig, zu wenige Torchancen herausgespielt und am Schluss noch welche zugelassen“, erklärte Hütter. „Das war nicht gut. Dass wir so ein Druckspiel trotzdem gewinnen, hat mir aber schon wieder gefallen.“

Mit 14 Punkten aus zehn Spielen ist Borussia jetzt Zehnter, mal wieder, denn diese Position belegte Hütters Mannschaft schon nach dem siebten und achten Spieltag. Allerdings befindet sich Gladbach in Schlagdistanz, ein Europa-League-Platz ist zwei Punkte entfernt, ein Champions-League-Platz auch nur drei. Gegen Mainz am Freitag wäre eine Führung den Erfolgsaussichten demnach sehr zuträglich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Bochum: die Fohlen in der Einzelkritik