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Gladbach: Patrick Herrmann ist jetzt als Joker auf Rekordjagd

Spezielle Erinnerung an Bochum : Gladbachs Herrmann jagt jetzt als Joker Rekorde

Eine Bundesliga-Bestmarke hält Patrick Herrmann bereits. In einer komplett anderen Rangliste hat er sich ebenfalls weit nach oben gearbeitet. Das Heimspiel gegen den VfL Bochum könnte für ihn einige Parallelen aufweisen zum Debüt im Jahr 2010.

Patrick Herrmann hat sich vor zwei Jahren einen Bundesliga-Rekord gesichert, die Grundlage dafür hatte er allerdings weit vorher geschaffen: Keiner ist häufiger ausgewechselt worden, 156-mal war früher Feierabend für Herrmann. Ein Teil-Rekord gehört ihm ebenso: 2013/14 wurde er innerhalb einer Saison 29-mal ausgewechselt.

Zu jener Zeit stand Herrmann in jedem der 34 Saisonspiele für Borussia Mönchengladbach in der Startelf. Inzwischen kommt das nur noch selten vor, aber der 30-Jährige hat eine Nische gefunden, in der er schon wieder auf Rekordjagd ist. 114-mal kam er bislang als Joker ins Spiel, nur noch sechs Bundesligaprofis wurden in der Historie häufiger eingewechselt. Kommt er auch am Sonntag gegen den VfL Bochum wieder rein, zieht Herrmann mit Andreas Neuendorf, früher Hertha BSC und Bayer Leverkusen, gleich.

Wer so lange im Geschäft ist wie Borussias Rechtsaußen, für den schließt sich öfter mal ein Kreis. Gegen Bochum wäre das als Joker der Fall, denn in dieser Rolle feierte Herrmann am 16. Januar 2010 sein Bundesliga-Debüt. Unvergessen: Bevor er die Kapitänsbinde von Filip Daems weiterreichen konnte, bereitete er eben den Anschlusstreffer seines Kumpels Fabian Bäcker vor, der ebenfalls eingewechselt worden war. Gladbach verlor trotzdem 1:2 und Bochum kommt nun erstmals seit jenem Tag wieder als Bundesligist in den Borussia-Park.

Dass Tony Jantschke verletzt ausfällt, verschafft Herrmann ein Alleinstellungsmerkmal: Er wird als einziger Borusse schon in der Relegation gegen Bochum im Kader gestanden haben. Allerdings war das nur beim Rückspiel der Fall, zum Einsatz kam Herrmann gar nicht. So richtig ging sein Stern erst beim Sturm in den Europapokal 2011/12 auf. Ab jener Saison war er Stammspieler, was sich erst änderte, als ihn das Verletzungspech im Herbst 2015 ereilte und jahrelang nicht mehr von ihm ließ. Seit 2017 wird Herrmann stets öfter ein- als ausgewechselt, die grüne Nummer 7 hat die rote auf der Tafel am Spielfeldrand abgelöst.

Den Vereinsrekord in beiden Kategorien hält Herrmann längst, mit einigem Abstand. Als Joker ist im Bundesliga-Gesamtvergleich zumindest Platz zwei realistisch erreichbar. Den teilen sich Mehmet Scholl und der noch aktive Adam Szalai aus Mainz mit 123 Einwechslungen. Rekordhalter ist Claudio Pizarro mit 169 Einsätzen als Joker. Fünf Wechsel sollen weiterhin möglich sein, das macht die Sache noch leichter.

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Dass Herrmanns auslaufender Vertrag noch mal verlängert wird, gilt als sicher. Trainer Adi Hütter schätzt ihn als „Publikumsspieler“, kaum ein Borusse hat unter den Geisterspielen so gelitten wie Herrmann. In dieser Saison wurde er in sieben von elf Pflichtspielen eingewechselt, zuletzt auch am Mittwoch beim historischen 5:0 gegen den FC Bayern. Und wenn man ehrlich ist: Auch gegen Bochum ist das wieder das wahrscheinlichste Szenario. Nicht der Kantersieg, sondern Herrmanns Einsatz als Joker. Nur in 48 seiner 373 Pflichtspiele für Borussia hat durchgespielt.

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