Am Sonntag gegen Bochum Gladbach sucht den Nachfolger von Andrzej Juskowiak

Mönchengladbach · Noch ist der Pole Andrzej Juskowiak Borussias letzter Siegtorschütze in der Bundesliga gegen Bochum. Seitdem sind 24 Jahre und 15 Erstligaspiele gegen den VfL vergangen. Ein Ereignis lässt diese Negativserie jedoch etwas verblassen.

Borussia Mönchengladbach: Aufstellung gegen den VfL Bochum
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So könnte Borussias Startelf gegen Bochum aussehen

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Foto: dpa/Marius Becker

Am 13. September 1997 war der Film „Men in Black“ gerade in den Kinos angelaufen, die Welt trauerte um die kurz zuvor verstorbene Prinzessin Diana, und Helmut Kohl sollte noch ein Jahr Bundeskanzler bleiben. Borussia spielte an jenem Samstag – noch mit Hannes Bongartz auf der Trainerbank – am Bökelberg gegen den VfL Bochum und drehte in der Schlussphase durch Stefan Effenberg und Andrzej Juskowiak einen 0:1-Rückstand noch in ein 2:1.

24 Jahre später ist der polnische Stürmer damit immer noch Borussias letzter Siegtorschütze gegen Bochum in der Bundesliga. Der Klub von der Castroper Straße war zwar zwischendurch mehr als ein ganzes Jahrzehnt nicht in der Bundesliga dabei, aber immerhin sind es seitdem bereits 15 Bundesligaspiele am Stück, die Borussia gegen Bochum nicht gewinnen konnte. Gegen keinen aktuellen Bundesligisten wartet Gladbach so lange auf einen Sieg. Es geht für das aktuelle Borussenteam am Sonntag (17.30 Uhr) auch darum, daheim gegen den VfL eine Negativserie zu beenden. Andersherum sind 15 Spiele ohne Niederlage gegen einen anderen Verein für die Bochumer die beste Serie ihrer Bundesliga-Historie.

Dabei lag die Siegquote in der Bundesliga gegen Bochum bis zum September 1997 bei knapp 50 Prozent. So wurde ein Team, das über viele Jahre als „Graue Maus“ bezeichnet wurde, zu einem Angstgegner der Gladbacher, die Ende der Neunzigerjahre selbst in immer tristere Zeiten abdrifteten. Bochum schwang sich zum Gegner auf Augenhöhe auf – und überflügelte Borussia zeitweise sogar.

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Borussias Zwischenzeugnis unter Adi Hütter

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Foto: AP/Martin Meissner

Am letzten Spieltag 2006/07, als Gladbach bereits abgeschlagen als Absteiger feststand, sicherte sich Bochum durch einen 2:0-Erfolg im Borussia-Park als Aufsteiger den achten Tabellenplatz – einen Rang vor Borussia Dortmund – und feierte seinen Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas. Drei Jahre später standen sich beide Vereine vorerst ein letztes Mal in der Bundesliga gegenüber – Bochum gewann im Januar 2010 in Gladbach 2:1 und stieg trotzdem am Ende der Saison ab.

Dass die Negativserie gegen den Ruhrpott-Klub nicht so präsent ist, liegt daran, dass es seit Bochums Abstieg ja doch schon einen Gladbacher Sieg gab – und das war nicht irgendeiner. In der Relegation 2011 setzte sich Borussia mit einem 1:0-Heimsieg und einem 1:1 in Bochum durch. „Für uns war das ein elementares Spiel in der jüngeren Vereinsgeschichte und der Startschuss in die Dekade, die wir seitdem erlebt haben“, sagte Max Eberl über den Hinspielerfolg, den Igor de Camargo in letzter Minute sicherstellte.

Bochum dagegen scheiterte damals nur ganz knapp am Wiederaufstieg und hatte in der Folge daran noch lange zu knabbern. „Jetzt ist Bochum aber wieder auf einem fantastischen Weg, der VfL hat sich vom damaligen Knockout erholt und spielt nun auch wieder in der Bundesliga eine gute Rolle“, lobte Eberl, den Klub, für den er zwischen 1994 und 1997 – auch zusammen mit den jetzigen Bochum-Trainer Thomas Reis – gespielt hat.

Zehn Jahre nach der denkwürdigen Relegation und 24 Jahre nach dem letzten Bundesligasieg peilt Borussia am Sonntag einen Dreier gegen den Aufsteiger an – um den Abstand von einem Punkt, den die beiden Teams derzeit in der Tabellen voneinander trennt, wieder größer werden zu lassen. Dafür braucht es einen neuen Siegtorschützen – wie es zuletzt Juskowiak einer war.

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