Virkus-Nachfolger offiziell bestätigt Sandmöller wird neuer Nachwuchsdirektor bei Borussia

Update | Mönchengladbach · Borussia Mönchengladbach hat einen neuen Nachwuchsdirektor gefunden. Auf Roland Virkus folgt Mirko Sandmöller, der ab sofort hauptverantwortlich für Borussias Jugendarbeit sein wird. Was Sandmöller bislang gemacht hat und welche Aufgaben nun auf ihn warten.

 Mirko Sandmöller leitet künftig den Nachwuchsbereich bei Borussia Mönchengladbach.

Mirko Sandmöller leitet künftig den Nachwuchsbereich bei Borussia Mönchengladbach.

Foto: Borussia Mönchengladbach/Christian Verheyen/Christian Verheyen

Bei Borussia Mönchengladbach dauerte die Suche nach einem Nachfolger von Max Eberl nur 18 Tage, dann wurde der bisherige Nachwuchsdirektor Roland Virkus zum Sportdirektor befördert. Wiederum drei Wochen später steht dessen Nachfolger im Jugendbereich fest. Was unsere Redaktion in der vergangenen Woche berichtete, hat der Verein am Dienstag offiziell bestätigt: Mirko Sandmöller, 38 Jahre alt, bisheriger Geschäftsführer des Nachwuchsleistungszentrums und seit 2008 im Klub, hat ab sofort das Sagen im Nachwuchsbereich.

 „Ich habe in den vergangenen Jahren eng mit Mirko zusammengearbeitet, und ich vertraue ihm. Er ist mein logischer Nachfolger. Er kennt unsere Philosophie, unsere Arbeitsweise, unsere Struktur und braucht keine Einweisung“, wird Virkus, der den Job in den vergangenen 13 Jahren ausgeübt hatte, in einer Mitteilung des Klubs zitiert.

„Ich traue mir zu, die Aufgabe zu meistern. Ich konnte in den vergangenen Jahren viele Einblicke und Erfahrungen sammeln. Die aktuelle Situation ist sicherlich herausfordernd. Wir haben aber einige Ideen und wollen neue Impulse setzen, damit wir am Ende möglichst viele junge Spieler ausbilden, die eine Chance haben, im Profibereich anzukommen“, sagt Sandmöller.

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Borussias Eigengewächse aus dem Fohlenstall

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Foto: AFP/UWE KRAFT

Auf ihn wartet in nächster Zeit vor allem die Herkules-Aufgabe, die Durchlässigkeit der Talente zu den Profis zu erhöhen. Zuletzt hatte der Klub große Probleme, junge Spieler aus den eigenen Reihen dauerhaft in der ersten Mannschaft zu integrieren. Seit dem Debüt von Jordan Beyer im August 2018 gaben in Rocco Reitz und Conor Noß nur zwei Eigengewächse ihr Debüt – alle drei konnten keinen Stammplatz ergattern. Bei Florian Mayer (Debüt 2018), Marcel Benger (2017) und Ba-Muaka Simakala (2017) blieb es bei nur einem Profi-Einsatz. Mahmoud Dahoud (2015) ist bis heute der letzte Spieler aus dem „Fohlenstall“, der sich nachhaltig in der Bundesliga etabliert hat. Jordan Beyer ist gerade dabei, ihm zu folgen.

„Wir haben eine große Zahl vielversprechender Spieler, viele werden aber erst in ein, zwei Jahren hochkommen. Aber schon in der neuen Saison könnten ein oder zwei interessant für oben werden“, sagte Virkus. Die Hoffnungen ruhen unter anderem auf dem 2005er-Jahrgang, der mit der U17 unter Trainer Eugen Polanski aktuell um die Meisterschaft der B-Junioren Bundesliga West mitspielt und dessen Kern aus zahlreichen Spielern aus der Region besteht.

In der U19 sind in Yvandro Borges Sanches (Jahrgang 2004), Moustafa Moustafa (2004), Kapitän Noah Andreas (2003) und Kushtrim Asallari (2003) zum Teil Spieler dabei, die sich im vergangenen Sommer erstmals unter Adi Hütter beweisen durften. Die Aufgabe, diese Spieler nach und nach ins Profi-Training zu integrieren und dafür zu sorgen, dass sie sich bestmöglich entwickeln können, wird Sandmöller zukünftig mit Virkus und Hütter bewältigen müssen.

Allein durch die Tatsache, dass die Corona-Pandemie den Transfermarkt wesentlich komplizierter gemacht hat, und durch das Verpassen der internationalen Wettbewerbe wird es in Zukunft für Borussia noch wichtiger sein, den eigenen Nachwuchs zu fördern. Darüber hinaus wird Sandmöller, der Borussia als Jugendtrainer, Co-Trainer der U23 und Internatsleiter aus verschiedenen Perspektiven kennengelernt hat, für die Kaderplanung der zweiten Mannschaft zuständig sein, die aktuell in der Regionalliga West strauchelt und nur drei der vergangenen 16 Spiele gewonnen hat.

Auch wenn ein Nachwuchsdirektor von der Qualität der Talente, den äußeren Umständen, dem Cheftrainer der ersten Mannschaft und zahlreichen weiteren Faktoren abhängig ist, wird er letztlich daran gemessen werden, wie viele Talente den Durchbruch im Verein schaffen. Diesbezüglich kann es bei Borussia nur besser werden.

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