Fridays for Future am 24. Mai 2019 in Xanten: Schulterschluss gegen den Klimawandel

Fridays for Future in Xanten : Schulterschluss gegen den Klimawandel

In Xanten sind am Freitag mehrere Hundert Schüler auf die Straßen gegangen und haben für den Klimaschutz demonstriert. Mit viel Fantasie und markigen Sprüchen forderten sie ein Umdenken in der Politik.

Mit dieser Resonanz hatten die Veranstalter der Demonstration „Fridays for Future“ wohl nicht gerechnet, als sie die Veranstaltung in der Innenstadt angemeldet hatten. Rund 50 bis 100 Teilnehmer hatten sie angegeben. Doch an diesem Freitag strömten Heerscharen von Schülern und Jugendlichen zum Marktplatz, manche in kleinen Gruppen, die Gesamtschüler schon fast in Größe eines eigenen Demonstrationszugs. Es ging um den Klimawandel und seine Folgen. Das Thema mobilisiert überall in der Welt die Menschen. Auch in Xanten: Am Ende marschierten mehrere hundert Kinder und Jugendliche aus Xanten, Rheinberg, Alpen und Sonsbeck durch die Straßen, um ihrem Ärger über die Politik und Plastikmüll kundzutun und rasche Veränderungen im privaten Konsum und bei der Energieerzeugung einzufordern.

Zahlreiche Schüler hatten Plakate mitgebracht, zu Hause den Verpackungskarton auseinander geschnitten und mit markigen Botschaften beschriftet oder Stofftransparente ausgerollt. Andere hatten improvisiert, mehrere Din A4-Seiten zusammengeklebt und hoch gehalten. Heraus kamen plakative Sprüche wie „Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten noch Zeit“ oder „Make earth cool again“. Kurz, knackig, auf den Punkt gebracht. Die Europawahl müsse zur Klimawahl werden, erklärte Jenny, eine der Rednerinnen, auf der Bühne. „Darum brauchen wir Politiker, die auch handeln, statt Demonstrationen in Frage zu stellen.“ Doch die Parteien, die mit ihren Plakaten den Marktplatz säumten, hatten zu dem Thema keine konkreten politischen Aussagen zu verkünden. Sie beschränkten sich auf allgemeine Floskeln. „Thema verfehlt“, zumindest für diese Demo.

Schon eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn hatte sich abgezeichnet, dass diesmal deutlich mehr Protestierende kommen würden als zu den ersten beiden Malen, als sich nur eine Handvoll Jugendliche getroffen hatten. Die Sonne am Himmel an einem der bislang wärmsten Tage des Jahres passte, denn, so erinnerte Pagne in ihrer Rede, durch den Klimawandel gebe es am Niederrhein bald kaum noch Regen. „In wenigen Jahren kann man die Hitze nicht mehr stoppen.“

Es muss etwas passieren, schlug Felix Alarm und zeigte auf, auf welche vielfältige Art sich die fossilen Brennstoffe durch alternative Energien ersetzen ließen. „Wir müssen uns beeilen. Aber warum laufen Kohle-Kraftwerke, und Windräder werden abgeschaltet?“, fragte er. Seine Forderung an die Stadt und die Politik: Xanten soll bis 2030 eine klimaneutrale Stadt werden.

Bei ihrem Protest erhielten die Jugendlichen Unterstützung durch so manchen Erwachsenen. Großeltern, Eltern und Lehrer waren gekommen und hörten zu. Lehrerin Kirsten Schwarz kann zwar das eigenmächtige Fernbleiben von Schülern vom Unterricht nicht gutheißen. Aber sie hat grundsätzlich Verständnis für das Anliegen der Schüler. „Das ist auch eine Art von politischer Bildung“, erklärte sie.

Der evangelische Pfarrer Wolfgang Willnauer-Rosseck gab den Jugendlichen von der Bühne herunter Rückendeckung für ihren Einsatz. „Danke für euren Mut, für euren Einsatz und eure Kreativität“, erklärte er. Es sei Aufgabe der Menschen, die Welt liebevoll und mit Sorgfalt zu bewahren. Zugleich lobte er jene Schulen, die den Freitag frei gehalten haben von Klassenarbeiten, damit Schüler an der Demonstration teilnehmen können. Er rief dazu auf, auch in Zukunft kritisch zu sein, alles zu hinterfragen, sich zu informieren, aber auch mit kleinen Veränderungen im eigenen Verhalten anzufangen.

Fridays for Future Xanten / Demo Klimaschutz Schulen / Schüler. Foto: RP/Markus Werning
Fridays for Future Xanten / Demo Klimaschutz Schulen / Schüler. Foto: RP/Markus Werning
Fridays for Future Xanten / Demo Klimaschutz Schulen / Schüler. Foto: RP/Markus Werning
Fridays for Future Xanten / Demo Klimaschutz Schulen / Schüler. Foto: RP/Markus Werning

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Beitrages hatten wir berichtet, dass es in Xanten die größte Demonstration seit 2003 war. Das ist falsch. 2015 demonstrierten mehr als 600 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit. Wir danken für den Hinweis und haben den Text korrigiert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Klimaschutz-Demo in Xanten - Hunderte Schüler ziehen durch die Innenstadt

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