Marienschule Xanten: Klimaschutz im Schulalltag

Fridays for Future : Klimaschutz im Schulalltag

Die Marienschülerinnen haben sich vorgenommen, dass sie selbst etwas für die Umwelt tun wollen. Auf eine beliebte Mahlzeit verzichten sie nun. Andere Gewohnheiten ändern sich dagegen nur langsam, wie es scheint.

Die Fertigsuppen waren beliebt. Viele Schüler brachten die Plastikbecher von zuhause mit und machten sich den Inhalt in der Pause warm. Jetzt nicht mehr: An der Marienschule sind die Fertig­suppen verboten. Es gibt in der Mensa auch kein heißes Wasser mehr, um sie warm zu machen. Das ist eine Konsequenz der Demo im April.

Vor sieben Wochen protestierten die Marienschülerinnen für den Klimaschutz. Sie kritisierten aber nicht nur die Politik, sondern kündigten auch an, dass sie selbst etwas tun wollen. „Klimaschutz fängt bei jedem Einzelnen an“, riefen die Schülerinnen damals. „Nur wenn jeder Einzelne etwas tut, können wir etwas bewegen.“

Es war nicht nur so dahergesagt, wie das Verbot der Fertigsuppen zeigt. „Wir wollten direkt etwas bewirken“, sagt Schulleiter Michael Lemkens. Nun falle deutlich weniger Plastikmüll an. Vorher seien allein durch die mitgebrachten Kunststoffschüsseln bis zu drei gelbe Säcke am Tag zusammengekommen. Jetzt sei es kein einziger mehr mit Plastikschüsseln. Hungern müsse deshalb niemand: Die Mensa habe täglich ein vegetarisches und ein nicht-vegetarisches Essen im Angebot.

Deshalb ist die Marienschule zwar noch nicht plastikfrei. Aber Lehrer und Schülerinnen arbeiten daran. Einige Pädagogen äßen in der Mittagspause gern einen Salat, dieser sei bisher in einer Plastikschale geliefert worden, berichtet Lemkens. Die Schulleitung habe mit dem Caterer gesprochen. Er schicke den Salat nun in Mehrwegschalen. Und in der Pausenhalle sei vor einiger Zeit ein Wasserspender aufgestellt worden, damit die Schüler Mehrwegflaschen auffüllen könnten und auf Einweg-Behälter verzichteten.

Auf der Klimaschutz-To-Do-Liste der Schülerinnen stehen aber noch mehr Punkte. Zum Beispiel sollen sich Insekten und Vögel im Schulgarten wohlfühlen können. Deshalb wächst dort nun eine naturnahe Hecke anstelle einer akkurat geschnittenen, und ein Teil der Rasenfläche soll noch durch eine Blumenwiese ersetzt werden. Weiterer Punkt: Die Heizung ist von 20 auf 19 Grad heruntergedreht worden. Dadurch verbraucht die Schule weniger Energie, trotzdem muss niemand frieren. Schließlich noch das Licht: In einigen Klassenzimmern sind Bewegungsmelder installiert worden, damit die Lampen nur noch leuchten, wenn auch jemand im Raum ist. Außerdem wurde die Sporthalle mit Geld vom Bundesumweltministerium modernisiert: Die Lüftungs- und Heizungsanlage, die Fenster und die Beleuchtung wurden erneuert, dadurch sinkt ebenfalls der Energieverbrauch.

Andere Verhaltensänderungen brauchen Zeit. Zum Beispiel das Thema Eltern-Taxi. Die Schülerinnen hätten ihm berichtet, dass sich weniger Jugendliche von ihren Müttern oder Vätern zur Schule bringen ließen. Er selbst sehe morgens aber immer noch viele Autos vor der Schule, sagt Lemkens. Manchmal sei es sicherlich notwendig, dass Eltern ihre Kinder bringen, aber wahrscheinlich nicht immer. Und auch der Papierverbrauch lasse sich noch senken. Drucker und Kopierer spuckten jede Woche Tausende Seiten aus, und oft müssten Arbeitsblätter für den Unterricht kopiert werden. Aber sie prüften, wie sie den Verbrauch senken könnten. Einige Schülerinnen achten sehr genau darauf: Neulich habe er im Religionsunterricht Arbeitsblätter verteilt, berichtet Lemkens. Ein Mädchen habe die Kopie genommen und gefragt: „Muss das denn sein?“

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