„Fridays for future“ 15.03.2019: Schüler aus Xanten demonstrieren für Klimaschutz

Schüler demonstrieren für Klimaschutz : „Fridays for future“ kommt in Xanten an

Schuleschwänzen fürs Klima: Xantener Schüler beteiligten sich erstmals an den weltweiten Demonstrationen „Fridays for Future“ und zogen durch die Innenstadt. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, skandierten sie.

Mit Plakaten, Rasseln und Pfeifen haben am Freitag rund 20 Schüler der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck für den Klimaschutz demonstriert. Anlass war der globale Aktionstag „Fridays for Future“. Seit Wochen gehen Schüler in vielen Städten für eine bessere Klimapolitik auf die Straße. Am Freitag machten zum ersten Mal auch Xantener Schüler mit. Die versäumten Stunden werden ihnen als Fehlstunde eingetragen. Das hielt sie aber nicht ab. „Das Klima ist wichtiger“, sagten sie.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, riefen die Gesamtschüler, während sie durch die Innenstadt zogen. Trotz Wind und Regen waren die Siebtklässler und Sechstklässler voller Enthusiasmus unterwegs. „Ich will für die Umwelt demonstrieren, irgendwann können wir hier nicht mehr leben“, sagte Julius. Seine Mitschülerin Matilda hatte am Donnerstag von der weltweiten Aktion „Fridays for Future“ im Unterricht erzählt. Nach Schulschluss trafen sich die Kinder dann, um Plakate und Schilder zu basteln. Die Eltern wüssten Bescheid, sagten die Schüler. „Die unterstützen das.“

Zirka 20 Schüler der Gesamtschule gingen am Freitag auf die Straße, um für den Umweltschutz zu demonstrieren. RP-Foto: a. Harnischmacher. Foto: Anne Harnischmacher

Für Freitag war zum ersten Mal zu einer weltweiten Demo aufgerufen worden, zu der sich auch viele kleine Städte angemeldet hatten. 2052 Ortschaften aus 123 Ländern auf allen Kontinenten, ausgenommen der Antarktis, waren an der Aktion beteiligt, schrieb die junge Aktivistin Greta Thunberg am Freitag auf ihrer Instagramseite. Die 16-jährige Schwedin setzt sich seit 2018 für den Klimaschutz ein. Für die Schüler der Gesamtschule ist sie ein Vorbild. Und die Jugendlichen wissen genau, warum sie demonstrieren und dafür die Schule schwänzen. „Die Polkappen schmelzen, Tiere sterben aus wegen des Klimawandels“, sagte ein Junge aus der sechsten Klasse. „Politiker sagen, dass sie etwas machen wollen, aber das stimmt nicht“, meinte eine 12-Jährige. Sie und die anderen Jugendlichen forderten, dass die Menschen mehr Fahrrad und weniger Auto fahren und dass weniger Kohle und Erdöl abgebaut werden. „Wir haben keine zweite Welt“, sagte ein Schüler. Er und die anderen Jugendlichen wollen eine Umwelt-AG gründen, Müll sammeln und überlegen auch, wie sich der Alltag an der Schule nachhaltiger gestalten lässt.

Ursprünglich war für den Freitagnachmittag eine offizielle Demonstration vorgesehen gewesen, also nach dem Schulunterricht. Aber dieser Protestzug sei nicht rechtzeitig angemeldet worden und habe deshalb nicht stattfinden dürfen, teilte die Polizei mit. Die Anmeldung sei erst am Freitagmorgen, hätte aber mindestens 48 Stunden vorher eingehen müssen, erklärte ein Sprecher. Es habe keine Notwendigkeit für eine spontane Demonstration vorgelegen, der Termin für die Fridays-for-Future-Demos sei den Schülern schon seit Wochen bekannt gewesen. Da die Jugendlichen sich nicht davon abhalten ließen und spontan trotzdem auf die Straße gingen, prüft die Polizei, ob strafbare Handlungen vorliegen. Kinder sind aber erst ab 14 Jahren strafmündig.

Xanten / spontane Demo Friday for Future / etwa 20 Schüler der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck sind am Freitag, 15. März 2019, ab 10 Uhr durch die Innenstadt gezogen und haben für den Klimaschutz demonstriert. Sie haben dafür den Unterricht geschwänzt. Die Demo war nicht angemeldet. Foto: RP/Markus Werning

Unter den Lehrern gibt es nach Informationen unserer Redaktion Sympathien für die Proteste der Schüler. Dafür aber die Schule zu schwänzen, wurde ihnen auch am Freitag noch einmal verboten, wie Schulleiter Frank Pieper berichtete. „Die Stunden werden den Schülern als unentschuldigtes Fehlen aufgeschrieben.“ Weitere Konsequenzen drohten – erst einmal – nicht. Pieper rechnet damit, dass die Schüler am nächsten Freitag wieder für den Klimaschutz demonstrieren wollen. Deshalb forderte er sie auf, ihre Aktionen auf den Nachmittag zu legen, wenn der Unterricht vorbei ist.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Xantener Schüler schwänzen für Klimaschutz die Schule

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