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Borussia Mönchengladbach: Marco Roses Team muss in den nächsten Gang schalten

Gladbach noch nicht in Roses Turbo-Modus : Borussia muss in den nächsten Gang schalten

Unter Marco Rose haben sich die Gladbacher zwar in Sachen Tempo gesteigert, doch es ist noch viel Luft nach oben. Die fußballerische Stärke gibt Borussia aber die Sicherheit, um sich in Ruhe entwickeln zu können.

In Marco Roses Auftrag gab es einen elementaren Punkt. Borussia sollte schneller und dynamischer werden. Der gepflegte Fußball, den die Gladbacher traditionell spielen können, sollte mehr Power bekommen. Dafür steht die Idee von Rose, der den RB-Stil für sich entdeckt hat und in Salzburg damit große Erfolge gefeiert hat. Deswegen hatte sich Max Eberl dazu entschlossen, ihn für Dieter Hecking auf die Trainerbank zu setzen. Und tatsächlich hat sich Borussia unter Rose deutlich gesteigert, was das Thema Tempo angeht – doch es ist nach wie vor viel Luft nach oben.

Entscheidend dafür, dass Borussia in der ersten Rose-Saison schon gute Fortschritte gemacht hat, sind die Verpflichtungen von Stefan Lainer, Breel Embolo, Marcus Thuram und Ramy Bensebaini gewesen. Thuram und Embolo gehören zu den Spielern, die mit der höchsten Geschwindigkeit in der Liga gemessen wurden, vor allem macht alle vier aber aus, dass sie immer wieder mit ganzer Wucht in ihre Aktionen gehen. Keiner der neuen Borussen steckt zurück, für sie gibt es nur das Motto „Mit voller Kraft nach vorn“.

Doch auf dem Level befinden sich noch längst nicht alle Borussen, wie der Blick in die Statistiken zeigt. Zwölf von 17 Teams in der Bundesliga sprinteten häufiger als die Borussen und verbuchten auch mehr intensive Läufe. Vor allem die Spitzenteams wie Bayern München und Bayer Leverkusen sind den Gladbachern da noch einen deutlichen Schritt voraus. So ganz ist der von Rose gewünschte Dauer-Druck noch nicht in der Borussia-DNA angekommen, es gibt noch zu selten Vollgas.

Auch deswegen will Borussia auf dem Transfermarkt nachlegen. Mit Hannes Wolf soll ein Spieler kommen, der zwei Jahre unter Rose erfolgreich in Salzburg gespielt hat. Er weiß genau, was der Trainer erwartet. Dazu soll noch mindestens ein weiterer Spieler kommen, der den Gladbachern mehr Tempo bringt.

Denn der Kader hat durchaus auch Bedarf, was die Geschwindigkeit angeht. Der Durchschnitt der Top-Speeds aller Spieler der vergangenen Saison lag lediglich bei 29,8 km/h, damit fand sich Borussia am Ende der Tabelle wieder, belegte Platz 15.

Diese Zahlen zeigen, wo Gladbach noch Nachholbedarf hat, um den Rose-Stil perfekt umzusetzen. Es ist nach wie vor Luft nach oben, darum machen die Borussen auch kein Geheimnis. Eine Art des Fußballs, wie Rose ihn sich vorstellt, bedarf auch etwas mehr Zeit, gerade weil Gladbach bislang vor allem über die fußballerische Schiene kam. Die Umstellung war groß, die Entwicklung in der ersten Saison aber auch sehr positiv.

Dennoch werden Rose und sein Team in der kommenden Spielzeit den nächsten Gang einlegen wollen. Das große Plus ist und bleibt aber die Fähigkeit der Borussen, gepflegten Fußball zu spielen. Gerade in der Rückrunde, als Lars Stindl und Jonas Hofmann wieder in starker Form waren, hat sich das bewährt. Diese Gewissheit macht es für Gladbach einfacher, den Rose-Stil weiter zu perfektionieren. Denn die fußballerische Klasse ist die Basis, die Erfolge sichert. Und in erfolgreichen Zeiten laufen Entwicklungen grundsätzlich besser.

In der ersten Saison kam Platz vier in der Bundesliga heraus, in den Pokal-Wettbewerben verlief die Spielzeit jedoch nicht erfolgreich. Im zweiten Rose-Jahr wird die Aufgabe sein, den nächsten Gang einzulegen. Das bedeutet nicht, dass Borussia noch erfolgreicher sein will oder muss, sondern sich auf dem Platz weiterentwickelt. Das Thema Geschwindigkeit ist da ein großer Ansatzpunkt. Roses Forderung wird also weiter sein: Gib Gas, Borussia!