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Borussia Mönchengladbach: Fans kündigen Schweigeminuten gegen RB Leipzig an

Fan-Aktionen müssen „im Rahmen bleiben“ : Gladbach-Fans wollen erneut gegen RB Leipzig protestieren

Nach den Vorkommnissen nach dem Derby gegen Köln haben die Borussen Gespräche mit der aktiven Fanszene geführt. Manager Roland Virkus ordnete den Sturm der Ultras zur Kabine als „nicht im Rahmen“ ein und berichtete von einer für das Leipzig-Spiel geplanten Aktion.

Borussia hat die Ereignisse nach der 1:3-Derby-Niederlage im Dialog mit der aktiven Fan-Szene aufgearbeitet. Rund 100 Ultras hatten beim bislang letzten Heimspiel vor zwei Wochen nach dem Spiel gegen den rheinischen Rivalen den Innenhof des Borussia-Parks gestürmt, dabei Ordner des Klubs verletzt und den Kölner Teambus beschädigt, bevor sich Spieler und Funktionäre der Gladbacher an der Treppe zum Spielertrakt zum Gespräch stellten.

„Natürlich hat es in verschiedenen Konstellationen eine Aufarbeitung der Vorfälle nach dem Köln-Spiel gegeben. Es ist das gute Recht der Fans, ihren Unmut zu äußern, solange das Ganze im Rahmen bleibt“, sagte Manager Roland Virkus am Samstag. „Der eigentliche Dialog mit ihnen war auch völlig in Ordnung. Dass zuvor Leute verletzt worden sind, ist aber nicht okay – das muss ich ganz klar sagen“, stellte Virkus allerdings klar.

„Grundsätzlich stehen wir aber immer im Austausch mit unseren Fans, das ist uns auch sehr wichtig“, findet der Manager. Auch das Spiel am Montag (20.30 Uhr, Dazn) gegen RB Leipzig war ein Thema bei den Gesprächen mit den Fans. Die Ultras planen 19 Schweigeminuten, in denen der Support für das eigene Team nicht stattfindet, um gegen das vom Red Bull-Konzern unterstützte Fußballprojekt aus Sachsen zu protestieren.

„Die Fans wollen wie schon in den letzten Jahren ihren Protest gegen RB ausdrücken“, berichtete Virkus. Die 19 Schweigeminuten beziehen sich auf Borussias Gründungsjahr 1900, um auf die Tradition des eigenen Klubs im Gegensatz zu RB zu verweisen.

In der Vergangenheit hatte es unter anderem Aktionen mit Trillerpfeifen, RB-kritische Choreografien in Leipzig, aber auch geschmacklose Plakate im Borussia-Park gegen den früheren RB- und jetzigen Nationaltrainer Österreichs, Ralf Rangnick, der als Vordenker des Red Bull-Systems gilt, gegeben. Ob am Montag über die angekündigten 19 Schweigeminuten hinaus Aktionen geplant sind, ist bislang nicht bekannt.

Dass die Fans das Gladbacher Team zu Beginn nicht unterstützen werden, will Virkus indes nicht falsch verstanden wissen. „Das sollte man bitte nicht in Verbindung damit bringen, was hier in den letzten Wochen passiert ist“, sagte der 55-Jährige.

Damit meinte er die Reaktionen der Fans auf die unbefriedigend verlaufene Saison der Borussen. So hatte es nach dem Derby den Innenhof-Sturm gegeben und in Freiburg ein Plakat der Fans, auf dem geschrieben stand: „Kein Kampf. Kein Wille. Kein Charakter. Ihr seid eine Schande für Stadt und Verein.“ Nach dem 3:3 im Breisgau verweigerten die Fans zudem den Torjubel und den Applaus für den Torschützen Lars Stindl. „Aber auch das war nur ein Teil der Fans, ein Teil hat auch gejubelt“, sagte Virkus.

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Gleichwohl ist die Kritik der Fans angekommen, auch das wurde im Dioalog mit der Fanszene geklärte. So geht es gerade gegen das ungeliebte RB auch darum, bei den eigenen Anhängern mit einer guten Leistung zu punkten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ultras stellen Borussen nach Derby-Debakel zur Rede