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Gladbach: Ex-Torwart Marc-André ter Stegen feiert 30. Geburtstag

Borussias Ex-Torwart wird 30 : Was Geburtstagskind ter Stegen mit seinen Gladbacher Kollegen verbindet

Runder Geburtstag in sportlich tristen Zeiten: Marc-André ter Stegen wird am Samstag 30 Jahre alt. Der gebürtige Mönchengladbacher hat beim FC Barcelona große Erfolge gefeiert, doch der Glanz der Vorjahre ist verblasst – nicht die einzige Parallele zwischen dem Weltklub und der Borussia.

Marc-André ter Stegen wird am Samstag etwas zu feiern haben – selbst wenn Real Madrid am Nachmittag im Heimspiel gegen Espanyol Barcelona punktet und damit die spanische Meisterschaft endgültig für sich entscheidet. Dass der große Rivale den nationalen Titel gewinnt, ist indes sowieso nur eine Frage der Zeit bei 15 Punkten Vorsprung und nur noch fünf Spieltagen. Ter Stegen wird deswegen nicht mit großer Spannung auf die Partie schauen, sondern sich auf das Spiel seines FC Barcelona am Sonntag gegen RCD Mallorca vorbereiten – und wohl auch ein wenig seinen 30. Geburtstag feiern können.

Indes fällt der runde Ehrentag in keine sportlich zufriedenstellende Zeit für den Mönchengladbacher, dessen Weggang von seiner Borussia nun bereits acht Jahre zurückliegt. Mit Barca wird er eine titellose Saison bald beenden, wenigstens sollte die Qualifikation für die Champions League als Vizemeister gelingen. Doch insgesamt wirkt die sportliche Situation des so stolzen Klubs ähnlich trist wie jene in seiner alten Heimat.

Der Frust über den Niedergang nach vielen erfolgreichen Jahren vereint ter Stegen also mit seinen ehemaligen Teamkameraden bei der Borussia, die er 2014 als 22-Jähriger verließ. Nach 108 Bundesligaspielen, die er für die Gladbacher bestritt, war er zu diesem Zeitpunkt vom Talent längst zum etablierten Spitzentorwart gereift, dem eine Weltkarriere zugetraut wurde. Diese machte der Ur-Borusse auch, sein ehemalige Mitspieler und heutiger Trainer Xavi adelte ihn jüngst noch als „einer der besten der Welt“.

Dass ter Stegen, der auch den jetzigen Gladbacher Sportdirektor Roland Virkus zu seinen Jugendtrainern zählen durfte, besondere Fähigkeiten hatte, war schon bei seinem Bundesligadebüt als 18-Jähriger 2011 im Abstiegskampf gegen den 1. FC Köln zu sehen. Gladbach gewann 5:1, rettete sich über die Relegation und hatte einen neuen Stammtorwart gefunden. Letzteres musste der Klub drei Jahre später wieder tun, als das Eigengewächs nach Spanien wechselte, und es gehört zu Max Eberls besten Transfers, dass er Yann Sommer für Gladbach gewinnen konnte: Der Schweizer ist seit acht Jahren die unangefochtene Nummer eins am Niederrhein.

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Neu-Manager Virkus hofft nun, dass er in den kommenden Monaten nicht darüber nachdenken muss, wer künftig erster Torwart in Gladbach ist. Er will mit Sommer, dessen Vertrag 2023 endet, verlängern. Der Schweizer Nationalkeeper soll auch nach dem anstehenden Umbruch eine Säule des Kaders sein. Eine Rolle, die sein Vorgänger im Gladbacher Tor nun auch in Barcelona übernehmen soll.

Denn auch Barca muss sich personell neu aufstellen, der zweite Tabellenplatz täuscht darüber hinweg, dass der Klub derzeit nicht konkurrenzfähig ist, um vor allem international um die großen Titel mitzuspielen. Der Glanz früherer Tage ist verblasst, zuletzt stellte das Team gar einen Negativrekord auf, als es dreimal in Folge zuhause verlor – zunächst gegen Eintracht Frankfurt in der Europa League und dann in der Liga gegen Kellerkind FC Cadiz und Aufsteiger Rayo Vallecano.

Ein Neuaufbau ist also vonnöten, und niemand weiß, wie lange es dauern wird, bis frühere Ziele wieder in Angriff genommen werden können – noch eine Parallele zur Situation bei Borussia. Ter Stegen wird die Herausforderung in seiner Wahlheimat annehmen, er ist mit 30 Jahren jetzt einer der Routiniers. Die Zeiten, da er als Youngster im Tor der Gladbacher für Furore sorgte, sind lange vorbei. Es brechen neue Zeiten an – bei Barca und bei Borussia.

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