Borussias Nationalspieler Hofmann glänzt nun in etwas anderer Rolle

Mönchengladbach · In der Vorrunde war Jonas Hofmann in der Offensive zuweilen noch Alleinunterhalter. Nun ist er vor allem stark als Vorbereiter – die Tore schießen derweil andere. Welches persönliche Ziel Hofmann deswegen trotz guter Ausgangslage womöglich verfehlt.

Borussia Mönchengladbach: Scorerliste - Alassane Plea und Jonas Hofmann top
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Borussias Scorerliste 2021/22

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Wer weiß, vielleicht hat nur der rechte Arm Nicolas Höflers am vergangenen Samstag einen zweiten Scorerpunkt für Jonas Hofmann verhindert. Denn dessen Rückpass nach wenigen Sekunden im Spiel beim SC Freiburg kam womöglich nur aufgrund des Handspiels Höflers nicht zu Florian Neuhaus, der freistehend hätte abziehen können. So blieb Hofmann, der kurz darauf die Vorlage zu Breel Embolos zwischenzeitlichem 2:0 gab, beim ersten Tor – Ramy Bensebaini verwandelte den Handelfmeter – zumindest eine indirekte Torbeteiligung.

Indes passt die starke Anfangsphase ins Hofmanns 150. Bundesligaspiel für Gladbach zum Trend der Rückrunde. Der Nationalspieler glänzt derzeit eher als Vorbereiter, in seinen vergangenen neun Ligaeinsätzen kamen immerhin vier Assists zustande – bei einem eigenen Treffer. In der Hinserie hatte die Ausbeute Hofmanns noch ganz anders ausgesehen. Damals war der 29-Jährige in weiten Teilen fast ein Alleinunterhalter, wenn es um das Toreschießen ging.

Nach 13 Spieltagen hatte Hofmann bereits sieben Tore erzielt – und damit seinen persönlichen Saisonrekord schon übertroffen. In einer oftmals wankelmütig auftretenden Mannschaft war er der Feldspieler mit der besten Form, ein Leistungsträger, der mit Wort und Tat voranging. So lag es auch nicht an ihm, dass ihm in der Hinrunde keine einzige Torvorlage gelingen wollte, schließlich gehörte Hofmann da schon zu den Bundesligaspielern, die die meisten Torschussaktionen vorbereiteten.

Borussia Mönchengladbach: Aufstellung gegen den FSV Mainz 05
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So könnte Borussias Startelf in Mainz aussehen

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Foto: dpa/Marius Becker

Das Spiel bei RB Leipzig, dem kommenden Gegner der Borussen, war ein Einschnitt in der Spielzeit Hofmanns, mit einer Knieverletzung fiel er mehrere Spiele aus. Seit seinem Comeback Ende Januar musste Hofmann vergangenen Monat aufgrund eines Muskelfaserrisses eine weitere Pause einlegen, die ihn nochmals drei Pflichtspieleinsätze kostete. Seit mehreren Monaten stockt also ein wenig die zuvor so vorzügliche Saison des Offensiv-Allrounders, sein Wert für die Mannschaft blieb aber unverändert hoch.

Indes ist ihm die Last des einzigen Hoffnungsträgers in der Offensive mittlerweile abgenommen worden: Zuerst fand Alassane Plea (fünf Rückrundentore) ab Februar zu alter Form, wenig später begann der lange enttäuschende Marcus Thuram (drei) mit dem Toreschießen. Und zuletzt war vor allem Breel Embolo (fünf) erfolgreich, jüngst zweimal in Folge auf Vorlage Hofmanns. So fällt weniger ins Gewicht, dass der Nationalspieler erst einen Rückrundentreffer zustande gebracht hat und das Ziel, erstmals zweistellig in einer Saison zu treffen, womöglich trotz der guten Ausgangslage nicht erreicht.

Borussia Mönchengladbach - Jonas Hofmann glänzt jetzt als Vorbereiter
Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Die Chance dazu besteht allerdings noch. Und seine Abschlussqualitäten könnten im Saisonfinale noch gefragt sein, da Thuram und Plea derzeit angeschlagen sind. Dass Hofmann auch aus einer etwas defensiveren Position heraus torgefährlich werden kann, bewies er mit zwar wenigen, aber stets gefährlichen Vorstößen in Freiburg. Und wenn dabei derzeit eben „nur“ Torvorlagen herauskommen, ist auch kein Borusse böse.

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