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Bayer 04 Leverkusen: Leon Bailey stößt erst am Freitag zur Werkself

Komplette Vorbereitung verpasst : Immer Ärger mit Leon Bailey

Der Jamaikaner wird nach einer halben Weltreise am Freitag zurück in Leverkusen erwartet. Für den Bundesligastart in Wolfsburg spielt er keine Rolle. Sportdirektor Simon Rolfes erhöht derweil den Druck auf die jungen Spieler.

Als Odyssee wird eine lange Irrfahrt voller Abenteuer und Hindernisse bezeichnet. Der Ausdruck stammt aus dem Epos des altgriechischen Dichters Homer aus dem 8. Jahrhundert, in dem es um eine solch bemerkenswerte Reise von Odysseus geht. Ganz so episch ist Leon Baileys jüngste Eskapade zwar nicht, aber sie ist die Fortsetzung eines Theaters, das unter dem Bayer-Kreuz nur noch sehr bedingt für Amüsement sorgen dürfte.

Der 23-Jährige hatte am 21. August während seines Urlaubs auf der Geburtstagsparty des Sprintstars Usain Bolt einen Corona-Kontakt und musste in seinem Heimatland in Quarantäne. Der obligatorische Test fiel anschließend negativ aus und Trainer Peter Bosz erwartete seinen Flügelspieler eigentlich bereits Anfang der Woche zurück in Leverkusen.

Doch die Rückreise gestaltet sich kompliziert. Die Flugverbindung von Jamaika nach Deutschland war nur über die Zwischenstationen USA und England möglich – unter den Corona-Vorschriften des jeweiligen Landes. Sollte er am Freitag mit vermutlich epischem Jetlag endlich in Leverkusen ankommen, stehen zunächst Tests auf das Virus an. Erst bei zweimalig negativem Befund ist für Bailey wieder an Mannschaftstraining zu denken. Der Jamaikaner hat die gesamte Vorbereitung verpasst.

Natürlich ist ihm nur bedingt ein Vorwurf daraus zu machen, dass er seinen Urlaub in seiner Heimat verbringen wollte. Aber die Frage, ob es im Jahr einer globalen Pandemie mit stetig steigenden Fallzahlen eine gute Idee ist, an einer großen Party teilzunehmen, muss erlaubt sein – zumal es nicht das erste Mal ist, dass der 23-Jährige unangenehm auffällt. Wenige Tage vor dem wichtigen Europa-League-Viertelfinale gegen Inter Mailand feierte er ausgiebig seinen Geburtstag, was den Verantwortlichen des Werksklubs wohl ebenfalls nicht gefallen haben dürfte. Professionelles Verhalten sieht anders aus.

Zudem sind seine beiden Platzverweise nach Tätlichkeiten in der vergangenen Saison noch in lebhafter Erinnerung. Das gilt auch für seine regelmäßig grenzwertige Selbstinszenierung auf Instagram oder die von seinem bisweilen irrlichternden Stiefvater und Berater Craig Butler medienwirksam gestreuten Wechselgerüchte. Gut möglich, dass sich Bayer bei einem passenden Angebot zügig von dem notorischen Unruhestifter trennt.

Sportdirektor Simon Rolfes schloss nach den Abgängen von Kevin Volland und Kai Havertz weitere Veränderungen im Kader nicht aus. Er betonte aber auch, dass das nicht zwingend auf der Zugangsseite sein müsse – auch, wenn der Klub nach der Verpflichtung von Patrik Schick weiterhin auf der Suche nach Verstärkungen sei. Bayer habe aber auch jetzt schon eine offensiv flexible, gut besetzte Mannschaft.

„Zudem erwarten wir von einigen Spielern, dass sie ihren nächsten Entwicklungsschritt machen. Wenn erfahrene Spieler gehen, ist es immer eine Chance für andere, in Rollen hineinzuwachsen.“ Damit gemeint sind unter anderem wohl Nadiem Amiri, Kerem Demirbay, Florian Wirtz und Exequiel Palacios, aber wohl auch Bailey. „Ich glaube, wir haben einige junge Spieler mit Potenzial, denen ich zutraue, dass sie einen Schritt nach vorne machen.“