Ausgleich in der Nachspielzeit Stanisic rettet Leverkusens Serie in Dortmund

Dortmund · Die Tore fallen spät im Duell der beiden Europapokal-Halbfinalisten. Niclas Füllkrug bringt Dortmund in der Schlussphase in Führung, Josip Stansisic erzielt kurz vor dem Abpfiff den Ausgleich für die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso.

BVB - Bayer 04: die Werkself in der Einzelkritik
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Foto: dpa/Bernd Thissen

Bayer Leverkusens Serie hält auch im 45. Spiel der Saison. Im Duell der Europapokal-Halbfinalisten aus Nordrhein-Westfalen geht Borussia Dortmund spät durch Niclas Füllkrug in Führung, doch Josip Stanisic köpft in der siebten Minute der Nachspielzeit zum 1:1 (0:0)-Endstand ein, mit dem beide Seiten letztlich wohl leben können.

Im Vergleich zum 1:1 bei West Ham United baute Alonso seine Startelf auf fünf Positionen um. Lukas Hradecky kehrte für Matej Kovar in die Startelf zurück, Edmond Tapsoba, Robert Andrich, Jeremie Frimpong und Jonas Hofmann waren für Odilon Kossounou, Exequiel Palacios, Amine Adli und Florian Wirtz dabei. Bemerkenswert: In Patrik Schick und Victor Boniface ließ Bayers Meistercoach beide etatmäßige Mittelstürmer im Spieltagskader zunächst auf der Bank. Sein Pendant Edin Terzic wählte ein anderes Konzept und setzte nahezu komplett auf das Personal des 4:2-Triumphes gegen Atlético Madrid – mit einer Ausnahme: Jamie Bynoe-Gittens ersetzte den gesperrten Karim Adeyemi.

Es hat freilich schon brisantere Konstellationen vor dem West-Duell gegeben. Leverkusen steht bereits als Meister fest, während Dortmund auch auf Platz fünf dank der exzellenten Ausgangslage der Bundeslga in der Jahresrangliste der Uefa so gut wie sicher in der Champions League ist. Im Halbfinale der Königsklasse steht Schwarz-Gelb zudem, so wie Schwarz-Rot im Halbfinale der Europa League.

Am letzten Spieltag der Vorsaison mussten die Dortmunder Fans erleben, wie ihre Mannschaft im eigenen Stadion die sicher geglaubte Meisterschaft verspielte, nun kam Bayer Leverkusen mit dem Titel im Gepäck in den Fußballtempel – und die BVB-Anhänger nahmen die ausdauernden Jubelgesänge im Gästeblock zumindest anfangs ebenso mit gerümpfter Nase und genervtem Kopfschütteln zur Kenntnis, wie die stolz präsentierten Meisterschalen aus Pappe. Der Erfolg der Rheinländer nagte spürbar am Selbstverständnis der Westfalen.

Die Gastgeber gaben den ihn wohlgesonnenen Zuschauern zunächst wenig Anlass für positivere Stimmung. Die Werkself machte zunächst das Spiel. Jeremie Frimpong versuchte es aus spitzem Winkel (1.), dann per Kopfball (8.), beides war letztlich zu hoch angesetzt. Dann hielt Jonas Hofmann aus der Distanz drauf (14.) und zog etwas später noch eine Ecke direkt aufs Tor, doch Gregor Kobel boxte den Ball aus der Gefahrenzone (21.). Der BVB hatte dem einen verzogenen Distanzschuss von Julian Ryerson (16.) und solide Defensivarbeit entgegenzusetzen.

Alejandro Grimaldos Distanzschuss unterbrach die weitgehend plätschernde Phase vor der Halbzeit (36.), kurz danach setzte der Spanier noch einen Freistoß aus guter Position auf das Außennetz (39.). Ansonsten pendelte sich die Partie aber auf überschaubarem Unterhaltungswert ein – bis Ryerson sich auf der rechten Seite durchsetzte, in den Strafraum zu Marcel Sabitzer passte und der Österreicher einen kraftvollen Abschluss folgen ließ. Hradecky war aber auf seinem Posten und wehrte das Geschoss mit einer starken Parade ab (42.). Die Szene brachte neuen Schwung rein, auf dem Rasen und auf den Rängen, kurz danach ging es dennoch torlos in die Kabine.

Aus der kamen die Gastgeber einen Tick besser, es blieb aber vorerst bei Halb- bis Dreiviertelchancen. Dem setzte Grimaldo ein Ende, der erneut einen Freistoß gefährlich aufs Tor zog, diesmal von der rechten Seite, Kobel lenkte das tückische Geschoss gerade noch über den Querbalken (57.). Der Keeper stand auch im Weg, als Tella den Ball nach Vorlage von Hofmann aus kurzer Distanz über die Linie drücken wollte, was eine für den Leverkusener schmerzhafte Kollision zur Folge hatte (68.).

Die Schlussphase begann mit der Einwechslung von Wirtz für Tella (70.), hielt jedoch voerst keine entscheidenden Szenen bereit – bis Niclas Füllkrug genau richtig stand, um eine Flanke von Sabitzer im Leverkusener Kasten zu verstecken, zur Genugtuung der Südtribüne. Doch unmittelbar vor dem Abpfiff war Josip Stanisic mit dem Ausgleich zur Stelle – per Kopfball nach einer Ecke von Wirtz (90.+7).

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