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Donald Trump: Abbruch eines Interviews und fordert Ermittlungen gegen Biden

News zum US-Präsidenten : Donald Trump bricht Interview ab und wirft Biden Korruption vor

Der Wahlkampf wird zwei Wochen vor der Wahl härter. Trump brach ein Interview mit dem Sender CBS frühzeitig ab und behauptet in einem anderen Interview, dass Joe Biden wegen Korruption ins Gefängnis gehöre.

Donald Trump will weitere vier Jahre US-Präsident bleiben – und muss sich dafür gegen seinen Rivalen Joe Biden durchsetzen. In diesem Text sammeln wir aktuelle Nachrichten zu Donald Trump. Ein Porträt des US-Präsidenten lesen Sie hier. Aktuelle Nachrichten zur US-Wahl finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

+++ 21. Oktober 2020 +++

TV-Interview abgebrochen

Der Fernsehsender CBS am Dienstagabend (Ortszeit) mit, dass Donald Trump ein TV-Interview vorzeitig abgebrochen hat. Trump drohte auf Twitter damit, einen Mitschnitt noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am kommenden Sonntag selbst zu veröffentlichen. Er kritisierte das mit der renommierten Journalistin Lesley Stahl für die CBS-Sendung „60 Minutes“ geführte Gespräch als „Fake“ und „parteiisch“. Vor der Wahl sollte das Interview Teil einer „60 Minutes“-Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an diesem Sonntag sein.

Trump fordert Ermittlungen gegen Biden

In einem anderen Interview ruft er den Justizminister William Barr dazu auf, Ermittlungen gegen Joe Biden einzuleiten. In der Sendung „Fox & Friends“ am Dienstag sprach der Präsident von Korruption, die vor der Wahl bekannt werden müsse - ohne Beweise oder Details vorzulegen.

Trump ruft damit das Justizministerium auf, gegen seinen politischen Herausforderer vorzugehen und die traditionelle Zurückhaltung bei Angelegenheiten mit Bezug zu Wahlen aufzugeben. Trumps unbewiesene Anschuldigungen gegen Biden und seinen Sohn Hunter sind nicht neu, nehmen zwei Wochen vor der Wahl aber zu. Welches Verbrechen Biden begangenen haben soll, sagte der Präsident nicht. Er warnte Wähler trotzdem, dass Biden ins Gefängnis gehöre.

+++ 20. Oktober 2020 +++

TV-Duell: Mikrofone sollen stumm geschaltet werden

Am Donnerstag steht das letzte TV-Duell im Wahlkampf zwischen Trump und Biden an. Die erste Debatte Ende September war chaotisch verlaufen. Bei diesem Mal sollen die Mikrofone der Kandidaten deshalb nach Ablauf ihrer Redezeit abgeschaltet werden

Die für die Veranstaltung zuständige Kommission hoffe, „dass die Kandidaten auf diese Weise ihre jeweilige Redezeit respektieren, was eine zivilisierte Debatte befördern und so den Nutzen für die Zuschauer steigern wird“, hieß es in einer Erklärung. Jedem Kandidaten sollen zur Beantwortung einer Frage des Moderators zwei Minuten zur Verfügung stehen. Danach werde das Mikrofon stumm geschaltet. In der anschließenden offenen Diskussion bleiben die Mikrofone eingeschaltet.

+++ 19. Oktober 2020 +++

Donald Trump verhöhnt Wissenschaftler

Bei einer Telefonkonferenz mit Wahlhelfern hat der US-Präsident Donald Trump gehörig gegen Wissenschaftler - insbesondere gegen Virologen - ausgeteilt. Während er selbst sich inzwischen wieder sehr siegessicher zeigt, richtete er seine Worte vor allem gegen die Virologen, die seine Wahlkampfauftritte kritisieren. „Leute haben es satt, Fauci und all diese Idioten zu hören“, sagte Trump über den Immunologen und Berater Anthony Fauci. Dieser hatte ihm am Wochenende vorgeworfen, dass es äußerst gewagt sei, vor dicht gedrängten Menschenmassen aufzutreten, von denen kaum jemand Maske trage.

Trump sagte, seine Auftritte vor Tausenden Menschen könnten die Wahl in Staaten entscheiden, in denen der Ausgang knapp sei. „Ich habe eine Begabung, in diese Staaten zu gehen und aufzuholen.“ Sein Herausforderer Joe Biden habe keine Begabung. „Ich gehe zu einer Kundgebung, wo wir 25.000 Leute haben. - Er geht zu einer Kundgebung und hat vier Leute“, tönte Trump und machte sich darüber lustig, dass Biden den Rat von Forschern beherzigen wolle. „Er wird auf die Wissenschaftler hören. - Wenn ich völlig auf die Wissenschaftler gehört hätte, wären wir jetzt ein Land, das mitten in einer massiven Depression steckt“, sagte Trump.

+++ 18. Oktober 2020 +++

Tausende protestieren gegen Donald Trump und für Frauenrechte

Am Samstag haben sich in den USA Tausende an Protesten gegen US-Präsident Donald Trump und für Frauenrechte beteiligt. In Washington und anderen Städten versammelten sich vor allem Frauen, um gegen eine mögliche Wiederwahl Trumps und seine Kandidatin für den Obersten Gerichtshof, Amy Coney Barrett, zu protestieren. In der US-Hauptstadt starteten die Teilnehmer ihren Protestmarsch nahe dem Weißen Haus. Weitere Märsche gab es den Organisatoren zufolge in allen Bundesstaaten.

Nach Angaben der Veranstalter nahmen im ganzen Land mehr als 100.000 Menschen an rund 430 Kundgebungen und Demonstrationen teil.

Die Proteste waren inspiriert von dem erstem Women's March nach Trumps Amtseinführung 2017. Damals hatten mehr als drei Millionen Menschen teilgenommen. Diesmal kamen wegen der Corona-Pandemie aber deutlich weniger Menschen.

Auch am Samstag trugen viele Teilnehmerinnen wieder das Symbol der Protestaktion Women's March, den sogenannten Pussy Hat, in Anspielung auf Trumps Äußerung, dank seiner Berühmtheit könne er Frauen jederzeit in den Schritt fassen. Viele trugen auch wie ihr Vorbild, die verstorbene linksliberale Oberste Richterin Ruth Bader Ginsburg, einen weißen Kragen. Trump will Ginsburg noch vor der Präsidentenwahl am 3. November am Supreme Court durch die erzkonservative Barrett ersetzen.

In New York kamen rund 300 Menschen bei einer von fünf Demonstrationen in der Stadt auf dem Washington-Platz zusammen. „Es ist wirklich wichtig hier zu sein und die Leute zu ermutigen, Trump und seine frauenfeindliche Politik abzuwählen“, sagte Yvonne Shackleton, eine 47-Jährige aus Albany, etwa drei Autostunden von New York.

Im Stadtteil Brooklyn, dem Geburtsort von Ginsburg, kamen ebenfalls rund 300 Demonstranten zusammen. Einer hielt ein Schild mit der Aufschrift „Ruth hat uns geschickt“ in die Höhe.

Teilnehmer, die sich wegen der Corona-Pandemie nicht physisch an den Protesten beteiligen wollten, konnten sich an der Verschickung von Nachrichten beteiligen, die Menschen zum Wählen motivieren sollten.

Donald Trump macht Stimmung gegen Michigans Gouverneurin Gretchen Withmer

Bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Michigan hat Präsident Donald Trump Stimmung gegen die dortige Gouverneurin Gretchen Whitmer gemacht. „Ihr müsst eure Gouverneurin dazu bringen, euren Staat zu öffnen“, rief Trump am Samstag (Ortszeit) seinen Anhängern in Muskegon zu und spielte damit auf Corona-Eindämmungsmaßnahmen an. Daraufhin skandierten seine Anhänger: „Sperrt sie ein!“ Trumps sagte: „Sperrt sie alle ein.“

Vergangene Woche hatten Ermittlungen der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums in Michigan zur Festnahme von mehr als einem Dutzend Verdächtigen geführt, die unter anderem die Entführung von Gouverneurin Whitmer und den Sturm auf das Parlament in Lansing geplant haben sollen. „Ich glaube, sie sagten, sie wurde bedroht“, sagte Trump, als die Rufe erneut aufbrandeten. „Und sie hat mir die Schuld gegeben!“

Whitmer hatte Trump vorgeworfen, in der Corona-Pandemie Wut angefacht zu haben. Trump hatte im Frühjahr Proteste gegen Whitmers Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus angeheizt und etwa auf Twitter „Befreit Michigan!“ geschrieben. Am Samstag meldete sich Whitmer auf Trumps Äußerungen zu Wort. „Das ist genau die Rhetorik, die das Leben von mir, meiner Familie und anderer Regierungsbeamter in Gefahr gebracht hat. Es muss aufhören“, schrieb sie auf Twitter.

Weniger als drei Wochen vor der Wahl hält Trump ungeachtet der anhaltenden Pandemie in besonders umkämpften Bundesstaaten Auftritte ab. Michigan erlebt derzeit einen dramatischen Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen. Am Freitag waren nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums mehr als 2000 nachgewiesen – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Mit der Parole „Sperrt sie ein!“ hatten Trump-Unterstützer im Wahlkampf vor vier Jahren dessen Herausforderin Hillary Clinton bedacht.

+++ 17. Oktober 2020 +++

Donald Trump nennt Familie von Joe Biden kriminell

US-Präsident Donald Trump setzt unter dem Druck absackender Umfragewerte auf schärfere Verbalattacken auf die Familie seines Rivalen Joe Biden. Am Freitag bezeichnete Trump die Bidens bei einem Auftritt in Florida als „eine Familie des organisierten Verbrechens“. Dabei verwies der Amtsinhaber auf Geschäftsbeziehungen von Hunter Biden – dem Sohn seines Gegners – in die Ukraine und nach China.

Mit Blick auf die Corona-Krise wandte sich Trump zudem direkt an die in Florida stark vertretenen Senioren, unter denen sich laut Umfragen zunehmend Unmut über dessen Umgang mit der Pandemie breit macht. Er setzte „Himmel und Erde“ in Bewegung, um „unsere Senioren vor dem China-Virus zu bewahren“, erklärte der Präsident. Obwohl die Zahl der Neuinfektionen in ganz Amerika steigt, gab er ein zuversichtliches Lagebild ab. „Wir obsiegen“, erklärte Trump. An die Senioren würden die ersten Impfdosen gegen das Virus gehen, sobald sie fertig seien.

+++ 16. Oktober 2020 +++

Trump und Biden liefern sich TV-Fernduell

Ursprünglich sollten sich US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden in der Nacht zum Freitag in einem weiteren Fernseh-Duell gegenüberstehen. Doch nach Trumps Corona-Infektion wurde diese durch zwei parallel stattfindende TV-Auftritte ersetzt. Bei den von rivalisierenden Sendern übertragenen Town-Hall-Meetings traten erneut die Gegensätze zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten zutage: Während der Demokrat Biden einfühlsam, ruhig und sachlich auf Wählerfragen antwortete, hielt Trump eine wütende Rede zur Verteidigung seiner Amtsführung. Trump musste sich Fragen zu seinen Finanzen stellen - und gab bizarre Antworten als er nach einer Verschwörungstheorie gefragt wurde.

+++ 15. Oktober 2020 +++

Donald Trump greift dubiose Ukraine-Geschichte um Joe Biden auf

Um seinen Rivalen Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl zu untergraben, hat das Team von US-Präsident Donald Trump einen Bericht in einer Boulevardzeitung aufgegriffen, der eine bizarre Wendung eines bekannten Themas beinhaltet: Bidens Beziehung zur Ukraine. Biden wehrt sich, der Kurznachrichtendienst Twitter blockierte den Artikel – und sorgte so für neuen Ärger mit Trump.

+++ 14. Oktober 2020 +++

Donald Trump setzt TV-Fragestunde auf gleiche Zeit wie Joe Biden

Donald Trump und Herausforderer Joe Biden werden statt ihrer zweiten TV-Debatte mit konkurrierenden Fragestunden gegeneinander antreten. Der Fernsehsender NBC kündigte eine Zusammenkunft von Trump mit Wählern am Donnerstagabend, 15. Oktober, um 20.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MESZ am Freitag, 16. Oktober) in Miami an. Lesen Sie hier mehr dazu. Exakt für diese Zeit ist bereits seit vergangener Woche eine ähnliche Veranstaltung Bidens in Philadelphia vereinbart, die beim Sender ABC übertragen wird.

Trump verbreitet Unwahrheiten über Bidens angebliche Fracking-Pläne

US-Präsident Donald Trump verbreitet weiterhin den Mythos, sein demokratischer Rivale bei der Präsidentschaftswahl Joe Biden wolle Fracking verbieten. „Joe Biden hat wiederholt versprochen, Fracking abzuschaffen“, behauptete Trump am Dienstag fälschlicherweise bei seinem Wahlkampfauftritt in Pennsylvania. In dem Bundesstaat wird Fracking betrieben.

Biden will Fracking nicht verbieten. Seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, wiederholte dies zuletzt mehrfach bei der Debatte der Vizepräsidenten mit Mike Pence. Trump behauptet es trotzdem weiterhin.

Fracking oder Hydraulic Fracturing hat Teilen des Südwestens, den High Plains und dem Nordosten der USA einen Öl- und Gasboom beschert. Während der Regierung von Präsident Barack Obama wurde die Technik vermehrt eingesetzt. Biden war Vizepräsident unter Obama.

+++ 13. Oktober 2020 +++

Donald Trump kehrt nach Covid-19-Erkrankung auf Wahlkampfbühne zurück

US-Präsident Donald Trump hat sich bei der Rückkehr auf die Wahlkampfbühne nach seiner Covid-19-Erkrankung von Anhängern in Florida feiern lassen. „Ich fühle mich so stark“, sagte Trump während des einstündigen Auftritts in Sanford bei Orlando am Montagabend (Ortszeit). Lesen Sie hier mehr zu seinem Auftritt. Der 74-Jährige sagte wie schon am Wochenende, er sei nun immun. „Ich werde jeden in diesem Publikum küssen. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (...). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben.“

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Hier geht es zur Bilderstrecke: Donald Trump - vom Immobilien-Milliardär zum US-Präsidenten

(june/ahar/hebu/ap/dpa/AFP)