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US-Wahlen: Republikaner verteidigen wohl ihre Mehrheit im Senat

Senatswahlen in den USA : Republikaner verteidigen wohl ihre Mehrheit im Senat

Enttäuschung für die Demokraten: Die Mehrheit im US-Senat bleibt wohl in republikanischer Hand. Mindestens ein Mandat wird in einer Stichwahl im Januar entschieden.

Bei der zusammen mit der US-Präsidentenwahl abgehaltenen Wahl von 35 der 100 Mitglieder des Senats haben sich demokratische Hoffnungen auf entscheidende Zugewinne vorerst nicht erfüllt. Etliche Wahlkreise, in denen ein Wechsel für möglich gehalten wurden, gingen erneut an republikanische Amtsinhaber. Ob deren Mehrheit von 53 der 100 Sitze halten wird, war am Mittwochmorgen aber noch nicht entschieden. Aus Alaska, Michigan, North Carolina und Maine lagen da noch keine Endergebnisse vor.

Die Republikaner verteidigten in einer ganzen Reihe von Staaten ihre Sitze: In South Carolina setzte sich Amtsinhaber Lindsey Graham gegen den Demokraten Janie Harrison durch und auch der bisherige Mehrheitsführer Mitch McConnell aus Kentucky wurde wiedergewählt. Weitere Erfolge erzielten sie in Texas, Iowa, Montana und Kansas. McConnell blieb vorsichtig: „Wir wissen nicht, welche Partei den Senat kontrollieren wird“, sagte er in Louisville.

In Colorado setzte sich der demokratsche Kandidat John Hickenlooper gegen den republikanischen Amtsinhaber durch. Doch in Alabama ging der bislang demokratische Sitz an den Republikaner Tommy Tuberville, einem früheren Football-Trainer. In Arizona gewann der frühere Astronaut Mark Kelly für die Demokraten den Senatssitz, den einst der 2018 verstorbene Republikaner John McCain gehalten hatte. Kelly setzte sich gegen Martha McSally durch, die nach McCains Tod zu dessen Nachfolgerin erklärt worden war.

Über einen bisher von den Republikanern gehaltener Senatssitz in Georgia wird erst in einer Stichwahl im Januar entschieden. Amtsinhaberin Kelly Loeffler verfehlte ebenso wie ihr demokratischer Herausforderer Raphael Warnock die in der ersten Runde für einen Sieg erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen. Loeffler hatte in dem großen Kandidatenfeld auch innerparteiliche Konkurrenz: Der Republikaner Doug Collins schied in der ersten Runde aus. Warnock ist Pastor an der Kirche in Atlanta, in der einst Martin Luther King predigte. Er will der erste schwarze Senator Georgias werden.

Ob seine Partei den Senat kontrolliert, ist entscheidend für die Macht des Präsidenten. Bisher stand das Verhältnis bei 53 zu 47 für die Republikaner, die damit die Entscheidungsmehrheit für den ebenfalls republikanischen Präsidenten Donald Trump sicherten. Wandern nun vier Sitze zu den Demokraten, wäre dieser Rückhalt im Falle eines neuen Wahlsiegs von Trump gebrochen.

Sollte Trumps Herausforderer Joe Biden ins Weiße Haus einziehen, würden dem sogar schon drei weitere Senatssitze zur Mehrheit reichen, denn im Falle eines Patts zählt das Votum des Vizepräsidenten. Etwa ein Drittel der Senatssitze steht alle zwei Jahre zur Abstimmung, also auch an diesem Dienstag.

Insgesamt sind aus jedem der 50 US-Staaten zwei Senatoren oder Senatorinnen in den Kongress entsandt. Der Senat muss nicht nur wichtigen Gesetzesvorhaben zustimmen, sondern auch Personalien bestätigen, wie etwa von Richtern am Obersten Gericht oder von ranghohen Beamten - zuletzt setzte Trump so die konservative Richterin Amy Coney Barrett durch.

Turnusmäßig standen 33 Senatssitze plus Nachwahlen in Arizona für den Sitz McCains und in Georgia für den zurückgetretenen John Isaksson zur Entscheidung.

(sed/dpa)