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Tennis: Kampf nicht belohnt: Höchststrafe für Neuss

Tennis : Kampf nicht belohnt: Höchststrafe für Neuss

Die Rumpftruppe von Blau-Weiß Neuss verliert bei Meister Aachen trotz großer Gegenwehr 0:6. Nun warten zwei Abstiegs-Endspiele.

Es wird verdammt eng für den TC Blau-Weiß Neuss. Nach der befürchteten 0:6-Pleite einer keineswegs enttäuschenden Neusser Rumpftruppe bei Meister Kurhaus Aachen trennt den Liga-Rekordmeister nur noch ein mehr gewonnenes Match vom Bremerhavener TV auf dem ersten Abstiegsplatz. Wollen die Blau-Weißen nicht 20 Jahre nach dem letzten Meistertitel in der kommenden Saison zweitklassig spielen, dürfen sie sich in den letzten beiden Spielen keinen Ausrutscher mehr erlauben — schon im Derby gegen BW Krefeld am kommenden Sonntag (11 Uhr) geht es an der Jahnstraße um alles.

"Was wir heute abgeliefert haben, war trotz der Niederlage echt klasse", sagte Teamchef Dietmar Skaliks: "Die Ergebnisse der anderen Mannschaften machen uns das Leben aber jetzt nicht unbedingt einfacher." Gerade die beiden Nachbarn leisteten seiner Mannschaft gestern nicht die erhoffte Schützenhilfe — ganz im Gegenteil: Durch ein 4:2 beim Düsseldorfer Rochusclub zog GW Mannheim an Neuss vorbei. Und durch den 4:2-Erfolg in Krefeld ist auch Bremerhaven wieder dick im Geschäft — zu den Norddeutschen müssen die Neusser am letzten Spieltag. "Gegen Krefeld müssen wir jetzt volle Pulle spielen. Unser Vorteil ist, dass wir jetzt noch unsere beste Mannschaft aufbieten können", sagt Skaliks.

Vor rund 600 Zuschauern an der Monheimsallee, darunter rund 50 aus Neuss, lieferte der Außenseiter dem Tabellenführer vor allem in den Einzeln einen Kampf auf Messer Schneide. Lediglich im Spitzenduell musste sich der Spanier Gerard Granollers-Pujol bei seinem Saisondebüt dem fast 200 Weltranglistenplätze höher platzierten Davis-Cup-Spieler Florian Mayer (ATP 45) in zwei Sätzen (6:7, 3:6) beugen.

In allen anderen Duellen gewannen die Neusser gegen durchweg klar höher eingeschätzte Gegner den ersten Durchgang und zogen erst im Nervenspiel des Champion-Tiebreaks den Kürzeren. Vor allen Dingen die beiden BW-Spielertrainer wuchsen gegen die Vollprofis über sich hinaus: Kevin Deden hatte den Weltranglisten-164. Simon Greul beim 7:6 (7:5), 5:7, 8:10 am Rande einer Niederlage. Sascha Klör spielte beim 6:4, 2:6, 2: 10 gegen den kriselnden deutschen Hoffnungsträger Cedrick-Marcel Stebe (ATP 175) zumindest eine Stunde lange hervorragend mit.

An Nummer zwei fehlte es Stefan Seifert wie gegen Erfurts Marc Gicquel beim 6:4, 2:6, 3:10 gegen Andreas Beck an Kleinigkeiten. Ein 3:1 — und damit mindestens ein wertvolles Remis in der Endabrechnung — wäre für Neuss durchaus drin gewesen. Den Ehrenpunkt verpasste das Doppel Granollers/Seifert ebenfalls nach hartem Kampf. "Viermal im Champions-Tiebreak und viermal verloren — das ist schon bitter", meinte Skaliks.

(NGZ)