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Fußball: Fußball total verkehrt am Norfer Weg

Fußball : Fußball total verkehrt am Norfer Weg

Für den größten Ärger bei der 0:1-Pleite des SV Uedesheim sorgte das Verhalten des PSV Lackhausen vor dem Siegtreffer.

Das erste Saisonspiel war für die Oberliga-Fußballer des SV Uedesheim alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Fast genauso wie die 0:1-Pleite (Halbzeit 0:0) gegen den Neuling PSV Wesel-Lackhausen erhitzte die lange Zeit in allen Belangen überlegenen Gastgeber die Vorgeschichte zum einzigen und damit entscheidenden Treffer.

Das war geschehen: Zwei Minuten vor Schluss sank der im Zweikampf unglücklich am Fuß getroffene Moritz Schiermeister an der Seitenlinie mit einem Aufschrei zusammen. Der eher fürs Filigrane im Umgang mit dem runden Leder bekannte Uedesheimer Lukasz Koziatek stellte daraufhin den Spielbetrieb ein, um der medizinischen Abteilung der Gäste Gelegenheit zu geben, den ganz offensichtlich schwer angeschlagenen Akteur zu behandeln. Dummerweise schlug er den Ball vorher nicht ins Aus — und gab dem Lackhausener David Mittelstädt damit die Möglichkeit, die Partie fortzusetzen. Da der am Schicksal seines sich vor Schmerzen windenden Teamkollegen deutlich weniger Anteil nahm als die Uedesheimer, wusste er das Leder direkt gewinnbringend an den gegnerischen Strafraum zu schaufeln. Und weil kurz darauf Schiedsrichter Erkan Görgülü nach einer ebenso ungestümen wie überflüssigen Attacke von Keeper Dustin Gottlebe an der Torauslinie nicht anderes übrigblieb, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen, durfte Oliver Vos den Ball ungerührt in die Maschen setzen. In der Bewertung dieser Szene zeigte sich SV-Coach Ingmar Putz gewohnt offen. "Natürlich darfst du da nicht einfach weiterspielen, das ist unterste Schublade", sagt er angefressen, wollte aber auch seinen Torhüter nicht aus der Verantwortung nehmen: "So darfst du da nicht hingehen."

An der Leistung seiner Truppe gab für ihn ansonsten kaum etwas zu bemängeln. Und so kam er vollkommen zu Recht zum Fazit: "Heute hat die bessere Mannschaft verloren." Das freilich hatten sich die Hausherren selber zuzuschreiben. Wer mit Torchancen so fahrlässig umgeht wie Uedesheim gestern, darf sich am Ende nicht wundern, wenn er plötzlich mit leeren Händen dasteht — und das gegen einen Kontrahenten, der im spielerischen Bereich wenig bis gar nichts zu bieten hatte. In dieser Verfassung dürfte es der PSV schwerhaben, den Ligaverbleib unter Dach und Fach zu bringen — trotz des gestrigen Sieges.

Putz setzte gestern sieben der im Sommer verpflichteten Kicker ein, den besten Eindruck hinterließ dabei der bewegliche Bartosz Siedlarski, der die hölzern wirkende Abwehr um Oliver Vos des Öfteren in höchste Not brachte. Nach nervösem Beginn wusste sich im Mittelfeld auch der junge Lars Wyschanowski aus der eigenen Zweitvertretung zu steigern. Julius Steegmann spielte im Abwehrzentrum an der Seite von Alpay Kus einen soliden Part. Ruhig etwas mehr für die Offensive hätte auf der rechten Außenbahn Rijad Tafilovic tun können. Blass blieb Max Steegmann im Sturmzentrum.

(NGZ)