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Tennis: TC BW Neuss reist ohne Illusionen zum Meister

Tennis : TC BW Neuss reist ohne Illusionen zum Meister

Beim TK Kurhaus Aachen, ungeschlagener Tabellenführer der Tennis-Bundesliga, ist Blau-Weiß am Sonntag ohne Chance. Das Trainertrio spielt.

Eigentlich benötigt der TC BW Neuss im engen Abstiegskampf der Tennis-Bundesliga ja dringend jeden Punkt. Doch weil sich der Tabellensiebte im Duell mit Spitzenreiter TK Kurhaus Lambertz Aachen ohne wirkliche Siegchance sieht, reist er am Sonntag — wie auf diesem Niveau in solchen Fällen üblich — nicht in Bestbesetzung an.

Ein Vorgehen, das natürlich auch dem Neusser Teamchef Dietmar Skaliks komplett gegen den Strich geht, doch ihm seien die Hände gebunden, sagt er entschuldigend: "Wir versuchen, das Beste draus zu machen, aber uns bleibt einfach keine andere Möglichkeit." Und mit Blick auf die 0:6-Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen Erfurt fügt er an: "Hätten wir 50 000 Euro mehr, könnten wir auch gegen Erfurt und Aachen Vollgas geben — und verlieren trotzdem. Das muss man ganz realistisch sehen: Wir können da nicht gewinnen." Also laufen Sonntag ab 11 Uhr beim Deutschen Meister, der bislang alle Spiele gewonnen hat (12:0 Punkte), neben dem Spanier Gerard Granollers-Pujol (gibt sein Saisondebüt für Blau-Weiss) und Stefan Seifert, der gegen RW Erfurt im Duell mit Marc Gicquel immerhin an einem Punkt geschnuppert hatte (3:6, 7:6, 9:11), das Trainertrio Kevin Deden, Sascha Klör und Marius Zay auf.

Eine Mannschaft, mit der in der Tat wenig Staat zu machen ist gegen einen personell erstklassig besetzten Konkurrenten, der in den Davis-Cup-erprobten Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner sowie Julian Reister gleich drei ehemalige Neusser beschäftigt. Weil sich die Hausherren im Zweikampf um den Titel mit dem punktgleichen TC BW Halle keine Schwachheiten erlauben dürfen, geht Aachens Teammanager Alexander Legsding auch gegen das Kellerkind in die Vollen. Kurhaus wird nahezu in Bestbesetzung antreten: Der an Nummer zwei geführte Florian Mayer hat für das Match zugesagt, soll dabei von Andreas Beck, Julian Reister und Simon Greul unterstützt werden. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz Kohlschreibers. Wahrscheinlich schlägt die Nummer eins des Lambertz-Teams gegen Neuss aber ebenfalls auf.

Angesichts dieser kaum zu toppenden Güteklasse richtet Skaliks den Blick schon jetzt auf die beiden abschließenden Partien daheim gegen BW Krefeld (4. August) und beim Bremerhavener TV (11. August). "In diesen Spielen werden wir alle nur erdenklichen Kräfte mobilisieren — und vielleicht noch darüber hinaus —, um den Abstieg zu vermeiden. Schaffen wir tatsächlich den Klassenerhalt, wäre das ein gigantischer Erfolg!" Er geht im Übrigen davon aus, dass dazu "sechs Punkte und ein vernünftiges Matchverhältnis reichen". Das Wunschszenario: Morgen setzte sich BW Krefeld (vier Punkte) gegen den Vorletzten Bremerhavener TV (2) durch. Da das Schlusslicht TC Bruckmühl-Feldkirchen aufgrund des strammen Restprogramms bei zwei Punkten bleiben dürfte, könnten sich die Neusser (4) dann womöglich schon am vorletzten Spieltag retten.

(NGZ)