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Korschenbroich: Neue Gedenktafeln für Glehner Ehrenmal

Korschenbroich : Neue Gedenktafeln für Glehner Ehrenmal

Noch vor dem Schützenfest will der Schützenverein Glehn am Kriegerdenkmal zwei neue Bronzeplatten aufstellen. Gedacht werden soll künftig aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, wie Präsident Hubert Tokloth sagt.

In den 1920er Jahren errichtet, wird das von dem Kölner Bildhauer Willy Meller geschaffene Kriegerdenkmal seinem Namen nun wirklich gerecht: Ein auf dem Sockel kniender Soldat mit Mantel und Stahlhelm hat sein Gewehr seitlich auf den Boden gestützt. Die Kritik, das Denkmal sei womöglich zu martialisch, ist vor Ort nicht unbekannt. Gegen Bestrebungen, es ganz zu ersetzen oder zumindest durchgreifend zu erneuern, gibt es in der Bevölkerung deutliche Vorbehalte, wie sich schon bei der bis dato letzten Umgestaltung zeigte, die der Schützenverein 2001 unternommen hatte. Dennoch wird es jetzt eine Änderung geben, die Präsident Hubert Tokloth ankündigte.

Hubert Tokloth (l.), Präsident des Schützenvereins Glehn, und Theo Esser haben sich Gedanken über eine Umgestaltung des Kriegerdenkmals vor der St.-Pankratius-Kirche gemacht. Foto: Lothar Berns

Noch vor dem am 31. August beginnenden Glehner Schützenfest soll das Denkmal durch zwei Bronzetafeln ergänzt werden. Mit diesen will der Schützenverein den Kreis derjenigen erweitern, derer auf dem Kriegerdenkmal gedacht wird. Neben den in den Weltkriegen gefallenen Soldaten sollen ausdrücklich "alle Toten der Kriege und der Gewaltherrschaft" genannt werden, wie Hubert Tokloth sagt. Sinngemäß lautet so etwa auch die offiziöse Formulierung, die bei Gedenkfeiern zum Volkstrauertag verwendet wird. Rechts von dem knienden Soldaten will der Schützenverein seine Tafel anbringen, zur Linken ist eine der katholischen Pfarrgemeinde vorgesehen.

Auf der traditionellen Wallfahrt nach Neuenhoven hat Hubert Tokloth dafür in Theo Esser aus Steinforth-Rubbelrath einen bestens qualifizierten Mitstreiter gefunden. Nicht nur für die Wallfahrt stellt Esser seit Jahren biblische und andere liturgische Texte zusammen, sondern auch für Andachten und andere Gottesdienste. "Zuerst habe ich daran gedacht, einen Text von Pfarrer Wiesebrock zu nehmen", sagt Theo Esser, der bei dem einige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs verstorbenen Glehner Pfarrer zur Erstkommunion ging. Eduard Wiesebrock galt als kompromissloser Nazi-Gegner, der die braunen Machthaber mit pointierten Äußerungen wiederholt in Rage gebracht hatte. Entschieden hat sich Theo Esser letztlich aber für einen auch für die Wallfahrt verwendeten Text. In dem Paulus-Brief an die Epheser werden in wenigen Sätzen etliche christliche Grundbegriffe wie Friedfertigkeit, Liebe und Frieden thematisiert.

Änderungen soll es laut Hubert Tokloth auch rund um das Denkmal geben: Eine 40 Zentimeter hohe Hecke ist unter anderem geplant, aber auch zwei amerikanische Eichen sollen in Regie des Schützenvereins gepflanzt werden. Beim Oberstehrenabend bedankte sich Hubert Tokloth jetzt beim Jägerzug "Frischlinge" unter der Leitung von Jürgen Esser. Die "Frischlinge" kümmern sich seit vergangenem Jahr um die Pflege des Denkmals und haben sich auch bei der geplanten Umgestaltung engagiert.

(NGZ)