Borussia Mönchengladbach unterliegt Hertha BSC 2:4

Niederlage bei Hertha BSC : 2:4! Borussia verliert nach miserabler Defensivleistung

Borussia hat die erste Saison-Niederlage kassiert. Bei Hertha BSC gab es ein 2:4. Die Tore von Thorgan Hazard und Alassane Plea waren zu wenig, um gegen eine gute eingestellte „alte Dame“ etwas mitzubringen. Borussia fehlte die nötige defensive Seriosität, was Hertha geschickt ausnutzte.

Borussias Trainer Dieter Hecking entschied sich für das Motto: „Never change an winning Team“, er schickte also eben die elf Spieler auf den Rasen, die schon beim 2:1 gegen Schalke angefangen hatten. Der Schweizer Michael Lang, über dessen Kader- oder gar Startelf-Debüt spekuliert werden durfte, war mit in Berlin, aber nur als 19. Mann – um schon mal das Dabeisein zu erleben. Vermutlich wird er am Mittwoch, wenn es im Borussia-Park gegen Eintracht Frankfurt geht, den nächsten Schritt machen.

In Berlin sah er zunächst mal einen imposanten Auftakt. Jonas Hofmann, der wieder mit Denis Zakaria die Doppel-Acht bildete, eroberte den Ball, spielte nach vorn zu Alassane Plea, der ablegte auf Zakaria, der dann Thorgan Hazard schichte. Der Belgier zog in die Mitte, schoss dann gegen den Lauf von Hertha-Torwart Rune Jarstein, jedoch auch am Tor vorbei (2.). Fast im Gegenzug verlor Hofmann den Ball, doch die folgende Flanke bugsierte Ondrej Duda den Ball aus drei Metern über das Tor (4.). Drei Minuten später schickte Hofmann Elvedi, dessen Hereingabe Fabian Johnson durchließ zu Plea, dessen Schussversuch aber abgeblockt wurde.

Danach beruhigte sich die Geschichte. Hatte es in der Vorsaison nach 20 Minuten schon 3:0 für Gladbach gestanden, so fehlte dem Spiel nun jedes Tor. Fast hätte Salomon Kalou nach 22 Minuten das erste erzielt, doch auch er verpasste den Ball nach einer Ecke kurz vor der Linie. Kurz darauf fand er Vedad Ibisevic in der Tiefe, doch der scheiterte an Yann Sommer, der blitzschnell unten war. Der Schütze stand im Abseits, doch Sommers Parade war sehenswert.

Hofmann und Zakaria versuchten ins Pressing zu kommen, doch Hertha ließ sich nicht locken. Die Berliner hingegen kamen zu oft über die Flügel zu gefährlichen Aktionen, da hatte vor allem Elvedi große Probleme. Die Berliner, wie Gladbach mit sieben Punkten gestartet, wirkten griffiger und kamen vor allem auf den Flügeln immer wieder durch.

Zunächst aber jubelte Borussia. Tobias Strobl, der defensiv viel Mühe hatte, schickte Fabian Johnson, der im Strafraum umgerissen wurde. Hazard, der im ersten Spiel gegen Leverkusen noch vergeben hatte, verwandelte den Elfmeter sicher (29.). Es war das siebte Tor des Belgiers im neunten Spiel gegen die Berliner und im vierten Spiel der vierte Elfmeter gegen Hertha BSC.

Doch die Freude über die Führung währte nicht lange. Binnen vier Minuten drehte Hertha das Spiel. Zweimal kam die Flanke von links, erst von Marvin Plattenhardt, dann vom sehr agilen Javairo Dilrosun, und jeweils kam ein Herthaner viel zu frei zum Kopfball. Erst traf Ibisevic (30.), dann Valentina Lazaro (34.). Nochmal drei Minuten später hätte Marco Grujic nach Kalous geschickter Vorarbeit fast das 3:1 erzielt, doch Sommer lenkte dann Ball ganz stark am Tor vorbei.

Als nach dem anschließenden Eckball der nächste Berliner zum Abschluss kam, gab es vom Schweizer Torwart einen lautstarken Rüffel für seine Vorderleute. Borussias Arbeit gegen den Ball war tatsächlich schon weit seriöser, insbesondere Elvedi kam gegen Dilrosun überhaupt nicht klar. Nach vorn fehlte die letzte Präzision bei den Borussen.

Hecking reagierte in der Pause, er wollte hinten mehr Stabilität und Esprit nach vorn. Tony Jantschke und Johnson blieben in der Kabine, dafür kamen Florian Neuhaus und Patrick Herrmann. Strobl rückte in die Innenverteidigung, Zakaria auf die Sechs, Neuhaus spielte neben Hofmann und Herrmann, der gegen Schalke als Joker traf, auf dem rechten Flügel. Elvedi indes blieb auf dem Platz und hatte offenbar den Auftrag, das, was vor der Pause schief gelaufen war, selbst wieder gut zu machen.

Elvedi tat sich aber weiter schwer, und auch das Team. Es fehlten die innovativen Ideen, um die gut gestaffelte Hertha zu gefährden. Plea kam nach 54 Minuten mal durch, doch er spitzelte den Ball am Tor vorbei. Nach 61 Minuten versuchte es Neuhaus aus der Distanz, doch auch er verfehlte das Ziel. Hertha zog sich nun zurück und stellte sich somit noch massiver auf und wartete auf den entscheidenden Konter.

Der gelang in der 63. Minute. Duda und Hofmann gingen ins Laufduell, Hofmann ging zu Boden, Hertha machte das Spiel schnell. Kalou setzte sich gegen den wenig geschickt angreifenden Strobl durch, rannte dann ungehindert bis in den Strafraum. Seine Hereingabe schob Ibisevic über die Linie, Elvedi war zu weit weg. Kompakt und effektiv hatte Hecking Hertha vorab beschrieben, so spielte sie nun auch.

Doch Borussia blieb dran. Plea nutzte seine zweite Chance nach der Pause zum Anschlusstreffer, das zweite Tor des Franzosen ließ die Borussen wieder auf den zweiten Auswärtspunkt hoffen. Borussias Fans, 6000 waren im Olympiastadion, waren sogleich wieder da und feuerten ihr Team an. Doch es nutzte nichts. Duda traf aus 18 Metern zum 4:2, das Spiel war entschieden. Daran änderten auf die Umformatierung auf eine Dreierkette und die Einwechslung des Kreativlings Michael Cuisance nichts. Wie in der vergangenen Saison gab es ein 4:2 zwischen Hertha und Gladbach, nur dieses Mal zu Ungunsten der Gladbacher. Verdient indes.

Statistik:

Hertha BSC: Jarstein - Lazaro, N. Stark, Lustenberger, Plattenhardt - Grujic (72. Skjelbred), Maier - Kalou, Duda (87. Luckassen), Dilrosun - Ibisevic (76. Selke).

Borussia: Sommer - Elvedi (77. Cuisance), Ginter, Jantschke (46. P. Herrmann), Wendt - Zakaria, Strobl, Hofmann - Johnson (46. Neuhaus), T. Hazard - Pléa.

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart).

Zuschauer: 51.852.

Tore: 0:1 T. Hazard (29./Foulelfmeter), 1:1 Ibisevic (31.), 2:1 Lazaro (34.), 3:1 Ibisevic (63.), 3:2 Pléa (67.), 4:2 Duda (73.).

Gelbe Karten: Duda (1), N. Stark (1) / Zakaria (1), P. Herrmann (1).

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