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Borussia Mönchengladbach will schwer ausrechenbar sein

Flexibel, auch ohne Raffael und Stindl : „Wir wollen für jeden Gegner schwer ausrechenbar sein“

Wohl ohne Raffael, aber mit viel Flexibilität geht Borussia ins Spiel am Samstag bei Hertha BSC. Trainer Dieter Hecking will sich nicht in die Karten schauen lassen - auch wenn wich einige Personalien bereits abzeichnen.

Raffael hatte gehofft, und offiziell ist er immer noch nur „fraglich“. Doch realistisch betrachtet, wird er nicht dabei sein, wenn Borussia am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker bei RP-Online) bei seinem Ex-Verein Hertha BSC Berlin antritt. Wie gegen Schalke wird es die schmerzende Wade sein, die den Einsatz des 33-Jährigen wohl verhindert. Also wird es Spiel zwei in Folge ohne Raffael werden, damit verpasst der Brasilianer beide Treffen mit seinen Ex-Klubs zumindest in der Hinrunde.

Auch für Lars Stindl, der wieder an Teilen des Teamtrainings teilnimmt, kommt Berlin zu früh. Michael Lang, der Schweizer Routinier, könnte hingegen am Samstag in der Hauptstadt erstmals im Kader der Borussen sein. Der Rechtsverteidiger hat die Woche über trainiert und fühlt sich bereit. Entscheiden, ob Lang dabei ist, wird das Cheftrainer Dieter Hecking und zwar am Freitag nach dem letzten Training vor der Reise in den Osten der Republik. Dort wartet eine Hertha, die wie Borussia sieben Punkte und 5:2 Tore beisammen hat und sich vor allem durch eine „sehr gute defensive Stabilität“ (Hecking) auszeichnet.

Mit dieser haben die Berliner auswärts vier Punkte geholt und daheim den Aufsteiger 1. FC Nürnberg besiegt. Nun wollen die Borussen Hertha die erste Saisonniederlage zufügen. Dreimal schafften sie das in den letzten vier Spielen in Berlin. „Aber für die Vergangenheit können wir uns nichts kaufen“, stellte Hecking klar. „Es wird ein neues Spiel, und wir werden versuchen, unsere Spielidee durchzubringen. Bestenfalls holen wir drei Punkte.“

Welche personellen Ideen er hat für Berlin, dazu sagte Hecking wie gewöhnlich nichts. Dass der gegen Schalke starke Alassane Plea wieder Raffael im Angriffszentrum ersetzen wird, ist anzunehmen. Auch Thorgan Hazard, der beim 4:2-Sieg in der Vorsaison einen Elfmeter verwandelte, dürfte spielen. Offen ist vielleicht, wer der dritte Mann im Angriff sein wird. Fabian Johnson war es bisher, aber Patrick Herrmann hat sich mit seinem Tor empfohlen. Auch der Ex-Berliner Ibrahima Traoré ist nach seiner Verletzungspause bereit für sein erstes Spiel.

Im zentralen defensiven Mittelfeld hat sich Tobias Strobl festgespielt und Christoph Kramer verdrängt. Mit Ruhe, Gelassenheit und zuweilen präzisen weiten Pässen in die Spitze versieht Strobl seinen Dienst, es dürfte Hecking erneut schwer fallen, an der Stelle etwas zu verändern. „Tobi hat das Vertrauen mit starken Leistungen zurückgezahlt und sich dadurch im Team festgespielt. Er organisiert gut, wird nie unruhig und verfügt über ein gutes Positionsspiel - das zeichnet ihn derzeit aus“, sagte Hecking. Möglich, dass er die Doppelacht, die gegen Schalke Jonas Hofmann und Denis Zakaria bildeten, ändert und beispielsweise Florian Neuhaus ins Team zurückholt.

Dieses war zuletzt sortiert im 4-3-3-System, doch haben die Gladbacher nun auch nochmal verstärkt 3-5-2 geprobt, zudem gibt es die Option des bewährten 4-4-2, in dem die Borussen Berlin in den vergangenen Jahren einige Probleme machten. „Wir können aber jederzeit auf das 4-4-2 zurückgreifen, wenn wir es brauchen. Auch die Dreierkette ist immer eine Option. Wir wollen für jeden Gegner schwer ausrechenbar sein, deshalb müssen die Abläufe für jede Formation da sein – und die Mannschaft macht diesbezüglich große Fortschritte“, sagte Hecking.