Borussia Mönchengladbach schlägt den 1. FC Nürnberg mit 2:0

Borussia - Nürnberg 2:0: Hazard und Plea schießen Borussia zum Heimrekord

Der Rekord ist geschafft. Borussia Mönchengladbach hat erstmals in der Bundesliga-Geschichte alle Hinrunden-Heimspiele gewonnen. Am Dienstag besiegten die Gladbacher den 1. FC Nürnberg mit 2:0 und schafften ihren achten Erfolg im eigenen Stadion.

Dabei erlebte Dieter Hecking, der zum 400. Mal in der Bundesliga auf der Trainerbank saß, gerade zu Beginn ein wenig amüsantes Jubiläum. Seine Borussia, die mit dem Erfolg ihren zweiten Tabellenplatz festigte, fand äußerst schwer ins Spiel und hatte in einigen Situationen Probleme mit der eigenen Konzentration.

So musste – wie beim 0:0 in Hoffenheim – Yann Sommer gleich zu Beginn mit einer tollen Parade einen frühen Gegentreffer verhindern. In Hoffenheim hatte der Schweizer Keeper einen Schuss aus kurzer Distanz von Pavel Kaderabek in der zweiten Minute pariert, gegen den „Club“ einen Kopfball von Adam Zrelak aus einer noch geringeren Entfernung, nachdem zuvor ein abgefälschter Schuss an der Latte abprallte (5.). Der junge Jordan Beyer, der wieder den verletzten Tony Jantschke ersetzte, hatte dabei keine gute Figur abgegeben.

Hecking sah sich ob der schwachen Startphase seines Teams gezwungen, ein Zeichen zu setzen und schickte nach 23 Minuten seine Ersatzspieler zum Warmmachen. Eine Maßnahme, die bei seiner Startelf schnell Wirkung zeigte. Denn eine Minute später hatten die Hausherren die erste nennenswerte Möglichkeit. Da tauchte Alassane Plea nach einem doppelten Doppelpass mit Thorgan Hazard frei vor dem gegnerischen Tor auf. Den durch die Fans schon vorbereiteten Jubelschrei erstickte jedoch „Club“-Verteidiger Georg Margreitter im letzten Moment mit einer tollen Grätsche.

Dennoch war diese Szene so etwas wie der Startschuss für ein besseres Spiel der Gladbacher. Nur wenig später vergab Denis Zakaria, der nach seiner Gelbsperre wieder in der Startelf stand, eine große Einschussgelegenheit. Fortan beherrschte Borussia das Spiel besser und begann ihre im Borussia-Park gewohnte Dominanz auszustrahlen. Gefährlich wurde es aber erst wieder in 39. Minute. Da vergab Zakaria eine Torchance, die im Fußballjargon als „Hunderprozentige“ bezeichnet wird. Aus fünf Metern kam der Schweizer nach einer Flanke von Hazard völlig frei zum Kopfball, beförderte den Ball aber nicht ins Netz, sondern in die Beine eines am Pfosten postierten Nürnberger Abwehrspielers.

Den Tiefpunkt einer für Hecking sicherlich nervenaufreibenden Halbzeit seines Teams gab es dann kurz vor der Pause. Florian Neuhaus wurde im Strafraum gefoult, es gab Elfmeter für Borussia. Der sonst so sichere Hazard wollte sein neuntes Saisontor jedoch auf eine ganz besondere Art und Weise erzielen und versuchte sich am „Panenka“, lupfte den Ball aber deutlich über das Tor.

Wenig später ging es für die Teams in die Kabine, Hazard flüchtete offenbar peinlich berührt als Erster in die Katakomben. Dort wird sich der Belgier vermutlich einiges von seinem Trainer angehört haben müssen ob der leichtfertig vergebenen Großchance. Und auch dies zeigte Wirkung. Denn nur eineinhalb Minuten nach dem Seitenwechsel erzielte jener Hazard das 1:0 für Borussia. Nach einer feinen Vorarbeit von Ibrahima Traoré war er aus kurzer Distanz zur Stelle und schob – diesmal ohne den Anspruch einer besonderen Durchführung – zur Gladbacher Führung ein.

Im Anschluss ließen Neuhaus und Traoré Gelegenheiten zu einer höheren Führung aus, Grund dafür schienen auch nachlassende Kräfte bei den Borussen zu sein. Alle noch übrigen Kräfte warf kurz vor Schluss dann nochmal Plea in die Waagschale. Nach einem tollen Pass von Michael Cuisance erzielte der Franzose, ebenfalls mit seinem Saisontreffer, das 2:0 (87.) und damit die Entscheidung.

Einen Schreckmoment hatte Hecking vorher aber noch einstecken müssen. Nach einem Luftzweikampf ging Nico Elvedi zu Boden. Der Schweizer traf bei seinem Versuch nicht den Ball, sondern den Kopf seines Gegenspielers. Ein Zusammenprall, der den Trainer zur Auswechslung seines Abwehrchefs zwang.

Statistik

Mönchengladbach: Sommer - Johnson (75. Lang), Beyer, Elvedi (73. Cuisance), Wendt - Strobl - Zakaria, Neuhaus - Traore (81. Herrmann), Plea, Hazard. - Trainer: Hecking

Nürnberg: Bredlow - Goden (46. Ewerton), Margreitter, Mühl, Leibold - Petrak - Fuchs, Palacios - Misidjan (73. Salli), Pereira (81. Knöll) - Zrelak. - Trainer: Köllner

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Tore: 1:0 Hazard (47.), 2:0 Plea (86.)

Zuschauer: 42.323

Beste Spieler: Hazard, Sommer - Leibold,

Misidjan

Gelbe Karten: Traore - Leibold (2), Goden, Margreitter (2)

Besonderes Vorkommnis: Hazard schießt Foulelfmeter über das Tor (45.)

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