Borussia Mönchengladbach: Laut Dieter Hecking hat Borussia "das Verletzungspech wieder eingeholt"

Gladbach fehlen acht Spieler : Das Verletzungspech ist wieder da

Beim 0:0 gegen Hoffenheim verletzten sich Raffael und Lars Stindl. Kurz vor Ende der Hinrunde fehlen Dieter Hecking mehrere Spieler. Gladbachs Trainer hat Erfahrung im Umgang mit diesem Schicksal.

Eigentlich sind Jubiläen Anlässe, um jemanden für seine langfristigen Dienste zu feiern. Am Samstag beim 0:0 in Sinsheim gegen 1899 Hoffenheim gab es zwei Gladbacher Spieler, die einen solchen Ehrentag erlebten. Für beide wurde es aber alles andere als ein Tag der Freude.

Zunächst musste Lars Stindl, der sein 100. Ligaspiel im Trikot von Borussia Mönchengladbach absolvierte, verletzt ausgewechselt werden. Bei einem Zusammenprall mit dem Hoffenheimer Kasim Adams wurde sein im Frühling nach einem Syndesmosebandriss im Sprunggelenk operierter linker Fuß erneut verletzt. Wenig später musste Raffael, Augenblicke zuvor erst eingewechselt, vom Platz. Der Kraichgauer Stürmer Joelinton war auf den Brasilianer gefallen, als dieser am Boden lag. Der Gladbacher hinterließ sofort den Eindruck, dass etwas Schlimmeres passiert sei. Und das bei seinem 150. Einsatz in der Bundesliga für Borussia.

Am Tag danach gab es Gewissheit für Dieter Hecking, den Trainer des Tabellenzweiten in der Bundesliga. Bei Raffael bestätigten sich die Befürchtungen eines Schlüsselbeinbruchs. Er wurde nach der Diagnose in Heidelberg operiert und wird längere Zeit ausfallen. Nicht ganz so schlimm scheint dagegen der „Schaden“ bei Stindl zu sein. Eine MRT-Untersuchung wies eine Innenband- und Kapselverletzung am linken Sprunggelenk auf. Eine Erkenntnis, die Borussia sogar dazu verführt, Hoffnungen auf einen Einsatz ihres Spielführers bei der Partie am Dienstag gegen den 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr) und Freitag in Dortmund (20.30 Uhr) zu haben. Ob Stindl gegen den „Club“ auflaufen kann, entscheide sich laut Vereinsangaben am Montag. In Hoffenheim mutmaßte Hecking noch: „Für die nächsten beiden Aufgaben sieht es so aus, als würden sie uns nicht zur Verfügung stehen.“

Der Gladbacher Trainer hat Erfahrung im Umgang mit diesem Schicksal. In der vergangenen Saison wurde auf der Liste der Verletzten phasenweise eine zweistellige Anzahl an Spielern aus dem Gladbacher Kader verzeichnet. Diese Misere war einer der Gründe für das enttäuschende – aber dadurch auch erklärbare – Abschneiden mit Rang neun am Saisonende. Aktuell sind es acht Spieler, die dem Trainer fehlen. Neben Raffael und Stindl sind Tony Jantschke (muskuläre Probleme im Oberschenkel), Jonas Hofmann (im Aufbautraining nach einer Muskelverletzung im Hüftbeuger) und Christoph Kramer (Verletzung im Sprunggelenk) noch Kandidaten für eine Rückkehr vor dem Jahresende. Wahrscheinlich ist aber gerade bei Hofmann und Kramer, dass sie gegen Nürnberg und drei Tage später, beim Aufeinandertreffen der beiden aktuell besten Teams laut Tabelle, in Dortmund nicht auflaufen können. Sicher ist der Ausfall bei Matthias Ginter (Augenhöhlen- und Kieferbruch), Mamadou Doucouré (Muskelbündelriss) und Julio Villalba (Außenbandriss im Sprunggelenk).

„Leider hat uns kurz vor Weihnachten das Verletzungspech wieder eingeholt“, sagt Hecking, ohne jedoch dabei zu resignieren. „Wir müssen in den letzten beiden Spielen nochmal den Kopf runternehmen und alles reinfeuern, was wir haben. Wenn wir beim Heimspiel gegen Nürnberg nochmal einen Sieg landen, haben wir eine überragende Hinrunde gespielt.“ Dann hätte Borussia eine Ausbeute von 33 Punkte sicher. Das Spiel in Dortmund, auch wenn man es erfolgreich bestreiten will, dürfte auch angesichts der angespannten Personalsituation als eine Art „Bonusspiel“ bewertet werden.

Beim 0:0 in Sinsheim fuhren die Gladbacher, in Anbetracht des Spielverlaufs, schon einen Bonuspunkt ein. Das Torschussverhältnis von 27:6 beschreibt die Dominanz der gastgebenden Hoffenheimer eindrucksvoll. Von Beginn an musste sich die „Elf vom Niederrhein“ dem hohen Druck des Teams von Trainer Julian Nagelsmann erwehren. Zwei tolle Paraden von Borussia-Keeper Yann Sommer in der zweiten Minute gegen Pavel Kaderabek und in der dritten Minute der Nachspielzeit gegen Ermin Bicakcic umranden eine Vielzahl an Gelegenheiten für die Kraichgauer. Mit viel Kampf und Glück hielt der Tabellenzweite dem aber Stand und schaffte es, bei den Hoffenheimern als erste Mannschaft seit dem 20. Mai 2017 immerhin die „Null“ zu halten.

(sho)