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Borussia Mönchengladbach: Dank Yann Sommer klettert Borussia wieder auf Platz vier

Gladbachs Unentschieden : Die positiven Aspekte von Borussias 0:0 in Bremen

Borussia kommt dank des starken Torwarts Yann Sommer zum 0:0 in Bremen. Die Leistung war nicht gut, aber das Ergebnis stimmt. Jedoch nur, weil Bayer Leverkusen verlor. Das müssen sich die Borussen vor Augen führen.

Wäre es der letzte Spieltag gewesen, die Borussen wären außer sich vor Freude über das 0:0 bei Werder Bremen. Sie wären dank des Ergebnisses auf den vierten Platz geklettert, weil Leverkusen im Fernduell 1:4 gegen Wolfsburg verlor, und wären somit in die Champions League eingezogen. Sie hätten das Ergebnis geholt, das nötig war, es wäre eine 30-Millionen-Euro- Nullnummer gewesen. Alles wäre total richtig gewesen, auch in der äußeren Bewertung des Spiels. Es kommt dabei immer auf den Kontext des Ergebnisses an. Ist es ein entscheidendes, zählt nichts anderes. Und dann kann auch ein wenig erbauliches 0:0 wie in Bremen größte Freude machen.

Doch es war erst der 28. Spieltag. Und so ist das 0:0 an der Weser anders zu bewerten. Als nacktes Ergebnis, aber auch inhaltlich mit Blick darauf, dass ja noch etwas kommen wird, sechs Spiele nämlich, und die werden dieses Ergebnis dann letztlich einordnen. Fakt ist: Borussia hat viele Verbesserungsansätze. Das Beste am Bremen-Spiel war die defensive Null. Und die hatte mit der mal wieder bestätigten Erkenntnis zu tun, dass Borussia einen ganz starken Torhüter hat. Yann Sommer forderte zwar auch das Schicksal heraus, als er übermütig wurde beim Dribbling, doch war er der Mann, der dafür sorgte, dass es nicht eine sehr, sehr ärgerliche Niederlage gab. Wäre die passiert, hätte Borussia die Chance, die Bayer anbot, nicht genutzt. So hat sie zwar nicht das Optimum herausgeholt aus der Situation, aber immerhin ist sie im Vergleich der rheinischen Champions-League-Anwärter wieder zart vorn. Sommers erstes Zu-Null-Spiel des Jahres hat eine wichtige Bedeutung im Gesamtkontext des Spieltags, das zeigt die Tabelle.

Es ist die Zeit, in der es vor allem um Ergebnisse geht, und in der das Richtig und Falsch genau darüber definiert wird: Was bedeutet das Ergebnis? Allerdings sollten die Borussen wissen, dass es andere waren, die das 0:0 von Bremen aufgewertet haben. Von Borussia kam an diesem Tag zu wenig, um die Ambitionen auf die Königsklasse zu unterstreichen. Bremen war näher dran am Sieg, und es wäre ein verdienter Erfolg gewesen, ebenso wie der Leverkusener Sieg am Samstag verdient war. Das muss sich Borussia vor Augen führen und sich fragen, warum es so ist.

 Es macht keinen Sinn, über das torlose Spiel in Bremen mehr Gutes zu sagen, als dass es nicht verloren wurde und dass die Gladbacher Defensive standhaft geblieben ist, wenn auch unterstützt von Werders Ungenauigkeit im Abschluss. Aber es macht auch keinen Sinn, es schlimmer zu machen, als es ist. Werder hat – aus Bremer Sicht endlich – angefangen zu kämpfen und war daher sehr unangenehm. Ähnlich wird es am Sonntag auch mit Union Berlin sein. Da sollte den Gladbachern dann aber mehr einfallen als in Bremen. Denn es ist nur die Winzigkeit von zwei Toren, die den Vorteil gegenüber Bayer ausmachen. Da sollte man sich nichts erlauben, da darf man sich nichts erlauben, gar nichts, wie Leverkusen jetzt schmerzlich erlebt hat. Denn sonst ist ein Vorteil schnell wieder weg.

Dass Borussia in den vergangenen beiden Spielen auch die Chance vertan hat, Bayer extrem zu distanzieren, ist auch ein Fakt, aber nicht mehr zu ändern. Sie hat einen Punkt aus zwei Spielen geholt und muss jetzt die Zähler zwei, drei und vier gegen Union nachlegen. Der einzige Auftrag für Sonntag, um den glücklich gewonnen Vorteil zu verteidigen: drei Punkte und möglichst viele Tore.