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Welterbe: Müngstener Brücke in Solingen bleibt in Rennen

Nach Bewerbung aus Solingen : Müngstener Brücke bleibt im Rennen um Welterbe-Anerkennung

Eine Fachjury hat dem NRW-Heimatministerium in einem Gutachten empfohlen, eine Nominierung der Müngstener Brücke als Welterbe „in Erwägung zu ziehen“. Der Antrag müsse dafür aber überarbeitet werden.

Auf die Verantwortlichen für die Bewerbung der Müngstener Brücke als UNESCO-Weltkulturerbe wartet in den kommenden Monaten weiterhin jede Menge Arbeit. Das geht aus dem Abschlussbericht über die insgesamt vier möglichen NRW-Kandidaten hervor, den eine zuständige Fachjury am Donnerstag in Düsseldorf an NRW-Heimat- und Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) übergeben hat.

Darin bescheinigen die Experten der bergischen Bewerbung im Vergleich zu den Konkurrenz-Projekten „Düsseldorfer Gaslaternen“, „Jüdisch-Mittelalterliches Viertel Köln“ sowie „Industrielle Landschaft Ruhrgebiet“ zwar die besten Erfolgsaussichten und empfehlen dem Ministerium darum, einzig die Bewerbung „Großbrücken des 19. Jahrhunderts“ für eine Nominierung als NRW-Vorschlag weiter in Erwägung zu ziehen. Gleichzeitig gibt die Jury aber auch den Machern des bergischen Welterbe-Antrags noch etliche Hausaufgaben mit auf den Weg, die nun bis zur endgültigen Entscheidung im Herbst zu erledigen sind.

Dann muss die Landesregierung darüber befinden, welches nordrhein-westfälische Projekt es auf die deutsche Tentativliste schafft – also später einmal tatsächlich die Chance erhalten könnte, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt zu werden. Dabei haben die Verantwortlichen der Welterbe-Bewerbung für die Müngstener Brücke von Beginn an die Strategie verfolgt, der eigenen Bewerbung einen internationalen Rahmen zu geben und das Baudenkmal zwischen Solingen und Remscheid gemeinsam mit ähnlichen Brücken in anderen europäischen Ländern ins Rennen zu schicken.

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Ein Ansatz, der jetzt von der Fachjury in ihrem Abschlussbericht noch einmal lobend hervorgehoben wurde – zumal die Fachleute mit den Machern der Brücken-Bewerbung unter Federführung der Stadt Solingen durchaus einer Meinung sind, wonach Stahlbrücken aus dem 19. Jahrhundert bisher noch nicht ausreichend bei den UNESCO-Kulturerben Berücksichtigung gefunden hätten.

Allerdings gilt es diesem Punkt nunmehr in dem Antrag für die Müngstener Brücke sowie ihre „eisernen Schwestern“ in Portugal, Frankreich und Italien verstärkt Rechnung zu tragen. So heißt es in dem Abschlussbericht an das NRW-Ministerium, „in der vorliegenden Form dürfte der Antrag wenig Chancen auf Berücksichtigung für die Tentativliste haben“. Vielmehr müsse eine „systematische Überarbeitung“ erfolgen – was im Klartext bedeutet, dass nicht mehr allein die Müngstener Brücke, sondern auch die anderen Bauwerke ausführlich zu beschreiben und in den Kontext der Bewerbung einzufügen sind. Eine Vorgabe, die nach Ansicht der Jury umsetzbar sein könnte. Denn bei einer Videokonferenz, so die Experten, seien diese Aspekte schon „sehr viel klarer“ zum Ausdruck gekommen.

Die Stadt Solingen reagierte am Donnerstag erfreut auf den Abschlussbericht. „Wir haben eine erste wichtige Station erreicht. Ich freue mich auf den weiteren Weg, mit unseren Partnern im Städtedreieck, bei der Deutschen Bahn und in Europa“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach  in einer ersten Reaktion. Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz schloss sich an. „Mit der Empfehlung und einer hoffentlich folgenden Nominierung wird dieses Projekt auch für die Menschen in unseren Städten immer greifbarer“, sagte Mast-Weisz.